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Geiselnahme in Frankreich: Augenzeugin schildert Szenen des Grauens

Szenen des Grauens in Saint-Etienne-du-Rouvray  

Attentäter filmten, wie sie dem Priester die Kehle durchschnitten

26.07.2016, 23:56 Uhr | AFP, AP, dpa

Geiselnahme in Frankreich: Augenzeugin schildert Szenen des Grauens. Während der Morgenmesse töten zwei islamistische Attentäter in Saint-Etienne-du-Rouvray einen Priester und verletzen eine weitere Person schwer. (Quelle: dpa)

Während der Morgenmesse töten zwei islamistische Attentäter in Saint-Etienne-du-Rouvray einen Priester und verletzen eine weitere Person schwer. (Quelle: dpa)

Es ist eine Schilderung, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ordensschwester Danielle hat den Angriff zweier IS-Terroristen auf eine Kirche im französischen Saint-Etienne-du-Rouvray überlebt. Danach berichtet sie von Szenen des Grauens und einem brutalen Mord an einem 85 Jahre alten Priester.

"Als ich sie habe reinkommen sehen, habe ich mir gesagt: 'Das war's, es ist zu Ende'", sagte die Schwester dem Fernsehsender France 2. Der Priester habe vor dem Altar gestanden, als die beiden Männer in die Saint-Etienne-Kirche in dem nahe Rouen gelegenen Ort eingedrungen seien. "Sie haben ihn gezwungen, auf die Knie zu gehen und sich nicht mehr zu bewegen", so die Schwester weiter.

In der Kirche hätten die Menschen geschrien: "Hört auf, ihr wisst nicht, was ihr tut, hört auf, hört auf", berichtete sie im Radiosender RMC. "Er hat versucht, sich zu wehren", sagte die Schwester mit Blick auf den 85 Jahre alten Priester Jacques Hamel. Dann hätten ihm die Angreifer die Kehle durchgeschnitten. "Sie haben sich selbst gefilmt", so die Augenzeugin. Der Priester habe keine Chance gehabt.

Eine Art Predigt gehalten

Zudem hätten sich die Attentäter auf Arabisch an die Geiseln gewandt. "Sie haben am Altar so eine Art Predigt auf Arabisch gehalten", sagte die Schwester. "Es ist ein Horror." 

Schwester Danielle selbst konnte fliehen, bevor der Priester ermordet wurde: "Ich habe reagiert, als er Jacques angegriffen hat, ihn auf die Knie gezwungen und fast zu Fall gebracht hat. Da bin ich geflohen, ich bin schnell raus. Er war mit dem Messer beschäftigt, er hat mich nicht rausgehen sehen." Die Schwester hielt schließlich einen Autofahrer an, der die Polizei alarmierte.

Einer der wenigen Besucher der Morgenmesse wurde von den Terroristen schwer verletzt, ehe die Angreifer von Spezialkräften der Polizei erschossen wurden. Drei weitere Kirchgänger wurden unverletzt gerettet. Der IS ließ über seine Sprachrohr Amak wissen, dass "zwei Soldaten des Islamischen Staats" den Angriff in der Normandie ausgeführt hätten.

Ein Angreifer trug elektronische Fußfessel

Die beiden Angreifer trugen laut Staatsanwaltschaft Sprengstoffattrappen, Messer und eine Pistole bei sich. Beim Verlassen der Kirche hätten sie sich mit dem Ruf "Allahu akbar" ("Gott ist groß") auf die Sicherheitskräfte gestürzt. Einer der beiden Attentäter wurde inzwischen identifiziert.

Der 19-Jährige stand in einem laufenden Ermittlungsverfahren wegen Terrorverdachts und wurde erst im März aus der Untersuchungshaft entlassen. Seitdem stand er unter Hausarrest und trug eine elektronische Fußfessel. Wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte, durfte er das Haus unter der Woche am Vormittag und am Wochenende am Nachmittag verlassen. Die Identifizierung des zweiten Angreifers ist noch nicht abgeschlossen.

Abscheu und Entsetzen

Der Vatikan und die Welt reagierten mit Abscheu und Entsetzen auf den Priestermord, der zudem wohl der erste bekannte IS-Angriff auf eine Kirche in einem westlichen Land gewesen ist. Im vergangenen Jahr war eine Kirche in Paris ins Visier genommen worden, der Angriff aber nicht ausgeführt worden. Papst Franziskus verurteilte die Ermordung Hamels aufs Schärfste. Vatikansprecher Federico Lombardi sagte, der Angriff sei besonders schlimm, "weil diese entsetzliche Gewalt in einer Kirche, einem heiligen Ort, in dem die Liebe Gottes verkündet wird" verübt worden sei.

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