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IS zieht laut Weltbank-Studie eher Gebildete an

Studie der Weltbank  

IS zieht eher die Gebildeten an

06.10.2016, 18:29 Uhr | AFP, dpa, t-online.de

IS zieht laut Weltbank-Studie eher Gebildete an. Die Weltbank hat für die Studie den Werdegang von 3800 IS-Rekruten untersucht. (Quelle: imago images/Zuma Press)

Die Weltbank hat für die Studie den Werdegang von 3800 IS-Rekruten untersucht. (Quelle: Zuma Press/imago images)

Was bringt junge Menschen dazu, sich zu radikalisieren? Perspektivlosigkeit, Armut, schlechte Bildung, lautet eine häufig zu hörende Antwort auf diese Frage. Auf Mitglieder des Islamischen Staats (IS) trifft das aber eher nicht zu. Laut einer Studie der Weltbank sind IS-Rekruten in der Regel gebildeter als der Durchschnitt ihrer Landsleute. 

"Armut ist kein Antrieb für eine Radikalisierung hin zu gewalttätigem Extremismus", heißt es in der Studie mit dem Titel "Wirtschaftliche und soziale Inklusion zur Vorbeugung von gewalttätigem Extremismus". Diejenigen, die sich als Selbstmordattentäter anböten, rangierten sogar in der Gruppe der Gebildeteren.

Nur Osteuropäer unter dem Durchschnitt

Ausgewertet hat die Weltbank den Werdegang von 3800 Rekruten aus einem im März an die Öffentlichkeit gelangten Datensatz des IS. Nur 17 Prozent der Kämpfer schlossen demnach nicht die Oberschule ab, ein Viertel verfügte über eine Hochschulbildung. Nur die IS-Anwärter aus Osteuropa lägen der Studie zufolge unter dem Durchschnitt.

Die meisten der fast 4000 Rekruten hatten demnach auch einen Job, bevor sie aus aller Welt anreisten, um sich der Terrormiliz anzuschließen. Bei denjenigen, die sich für Selbstmordanschläge bewarben, gab es allerdings viele, die zuvor arbeitslos oder beim Militär waren.

Studien mit ähnlichen Ergebnissen zum Terrorismus allgemein sowie zum islamistischen Terrorismus im Speziellen gab es auch schon der Vergangenheit. So stammen 67 Prozent der jungen Menschen, die sich in den vergangenen Jahren in Frankreich radikalisiert haben, aus der Mittelschicht, wie die "Welt" unter Verweis auf eine Untersuchung der Koordinationsstelle des Antiterrorkampfes schreibt.

Studie für Deutschland kommt zu anderem Ergebnis

Für Deutschland kam eine etwa zwei Jahre alte Analyse im Auftrag der Innenministerkonferenz aber zu einem anderen Resultat. Demnach hatte nur jeder Vierte militante Islamist einen Schulabschluss. Eine Ausbildung brachten demnach nur sechs Prozent zu Ende, ein Studium nur zwei Prozent. Für die Studie wurden Daten von 378 Islamisten ausgewertet, die Deutschland seit Mitte 2012 in Richtung Syrien verlassen hatten.

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