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"Extreme Gefälligkeit" - wird ein Putin-Versteher Frankreichs neuer Präsident?

"Extreme Gefälligkeit"  

Wird ein Putin-Versteher Präsident von Frankreich?

25.11.2016, 17:02 Uhr | AFP, dpa

"Extreme Gefälligkeit" - wird ein Putin-Versteher Frankreichs neuer Präsident?. Bald Verbündete? Fillon (l) und Putin 2013. (Quelle: dpa)

Bald Verbündete? Fillon (l) und Putin 2013. (Quelle: dpa)

Wenn es nach dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ginge, stünde der Gewinner der Präsidentschaftsvorwahl der französischen Konservativen am Sonntag bereits fest: François Fillon.

Denn der Überraschungssieger der ersten Wahlrunde tritt nicht nur für brutale Wirtschaftsreformen ein - sondern auch für eine Annäherung an Russland und ein Ende der westlichen Sanktionen. Gut möglich, dass Fillon am Sonntag gewinnt.

Dann darf sich Putin wohl auf den Beginn einer wunderbaren Männerfreundschaft freuen. Denn im Gegensatz zu vielen, die dem manipulativen Moskauer Präsidenten mit äußerstem Misstrauen gegenüberstehen, stellen sich die Beziehungen für Fillon folgendermaßen dar:

Langjährige Beziehungen

Putin hat Fillon mit Blick auf die Stichwahl der französischen Konservativen am Sonntag als "großen Profi" gelobt. Beide hätten eng zusammengearbeitet, als Fillon von 2007 bis 2012 Premierminister war. "Es gab viele Begegnungen, und wir haben eine sehr gute Beziehung entwickelt", sagte Putin über diese Zeit, in der er selbst überwiegend Ministerpräsident war.

Annäherung an Russland

Fillon plädiert für eine Annäherung der EU an Moskau. Er selbst formuliert es so: "Wollen wir versuchen, Russland zu stabilisieren und in Europa zu verankern oder isolieren und provozieren wir das Land weiter und drängen es in Richtung Asien?"

Gegen Sanktionen

Der Ex-Premier tritt für eine Aufhebung der westlichen Strafmaßnahmen gegen Russland ein, die nach der Annexion der Krim 2014 durch Moskau verhängt wurden. Die Sanktionspolitik sei "gescheitert", sagte er am Donnerstagabend in einem TV-Duell mit seinem Konkurrenten Alain Juppé. "Sie hat nichts gebracht außer die europäischen Landwirte zu ruinieren", betonte er unter Verweis auf die russischen Einfuhrbeschränkungen für westliche Agrargüter.

Zusammenarbeit in Syrien

Fillon will mit Moskau auch im Kampf gegen die Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) zusammenarbeiten. Die Koalition zwischen Putin und dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad nennt er von "Realismus" geprägt. Bereits 2013 übte er bei einem Besuch in Moskau scharfe Kritik daran, dass die französische Regierung das US-geführte Militärbündnis in Syrien unterstützt. Dagegen lobte er bei der Veranstaltung im Beisein des russischen Präsidenten den "lieben Wladimir".

Kritik in Frankreich

In Frankreich selbst weckt Fillon mit seiner Haltung zum Teil Widerspruch - vor allem bei der gemäßigten Rechten und der sozialistischen Regierung. Sein innerparteilicher Konkurrent bei der Stichwahl der Konservativen, Alain Juppé, wirft ihm "extreme Gefälligkeit" gegenüber Putin vor. Fillons Anhänger sprechen dagegen von "Realpolitik". Der Politikwissenschaftler Cyrille Bret von der Universität Sciences-Po sieht Fillon in der Tradition des früheren Präsidenten Charles de Gaulle. Dieser lehnte eine enge Anbindung an die Nato ab und wollte für Frankreich eine eigenständige Außenpolitik.

Front National und Russland

Fillons Haltung zu Russland ähnelt jener des rechtsextremen Front National. Gegen dessen Chefin Marine Le Pen könnte er bei der Präsidentschaftswahl im Frühjahr antreten. Le Pen verurteilt ebenfalls die westlichen Sanktionen und fordert, die Krim als Teil Russlands anzuerkennen. Auch am anderen Ende des politischen Spektrums in Frankreich gibt es Putin-Befürworter: Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon tritt als Präsidentschaftskandidat ebenfalls für eine Annäherung an Russland ein.

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