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Hackerangriffe aus Russland: Präsident Obama verspricht Vergeltung

Streit mit Russland  

Obama verspricht Vergeltung für Hackerangriffe

16.12.2016, 07:14 Uhr | AFP

Hackerangriffe aus Russland: Präsident Obama verspricht Vergeltung. US-Präsident Barack Obama bei einer Rede im Eisenhower Executive Office Building in Washington. (Quelle: AP/dpa)

US-Präsident Barack Obama bei einer Rede im Eisenhower Executive Office Building in Washington. (Quelle: AP/dpa)

Der Streit zwischen den Vereinigten Staaten und Russland über Cyber-Attacken während des US-Wahlkampfs spitzt sich zu. US-Präsident Barack Obama hat nun einen Gegenschlag angekündigt.

"Ich denke, es gibt keinen Zweifel daran, dass wir handeln müssen, wenn eine ausländische Regierung versucht, die Integrität unserer Wahlen anzugreifen", sagte Obama dem Rundfunksender NPR. "Und das werden wir, zu einem Zeitpunkt und an einem Ort, den wir bestimmen", sagte der Präsident.

Obama machte zunächst keine Angaben, wie der von ihm angekündigte Vergeltungsakt gegen Russland aussehen könnte. Der Sender NBC hatte berichtet, zur Vorbereitung eines möglichen Gegenschlags untersuchten US-Geheimdienste mittlerweile verstärkt die persönlichen Vermögensverhältnisse des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Am Freitag wollte Obama vor seiner Abreise in den Weihnachtsurlaub eine Pressekonferenz geben.

Obama-Berater: Putin ist verantwortlich

Vor den Äußerungen Obamas hatte dessen Berater Ben Rhodes bereits dem russischen Staatschef eine direkte Verantwortung für die Hackerangriffe zugewiesen. "Nichts von derartiger Tragweite" geschehe innerhalb der russischen Regierung, ohne dass Putin davon wisse, sagte Rhodes dem Fernsehsender MSNBC. Putin sei letztlich als oberster Amtsträger "für die Taten der russischen Regierung verantwortlich".

Der Sender NBC News hatte berichtet, dass Putin selbst Anweisungen für den Umgang mit gehackten E-Mails der US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gegeben habe. Der russische Staatschef habe dies anfänglich aus Rache getan, weil die Demokratin als Außenministerin öffentlich die Rechtmäßigkeit der russischen Wahlen von 2011 in Frage gestellt habe, meldete der Sender unter Berufung auf zwei hochrangige Geheimdienstverantwortliche. Später habe Putin dann sein Vorgehen ausgeweitet, um das politische System in den USA als korrupt darzustellen.

Putins Sprecher Dmitri Peskow wies die Vorwürfe als "lächerlichen Unsinn" zurück. Auch der gewählte US-Präsident Donald Trump hat in Abrede gestellt, dass Russland hinter den Cyberangriffen auf die Demokraten stecke. Der Republikaner zog entsprechende Informationen durch die US-Geheimdienste in Zweifel.

Trump begrüßte russische Hackerangriffe

"Wenn Russland oder irgendeine andere Einheit gehackt hat, warum hat das Weiße Haus dann so lange gewartet, um zu handeln?", schrieb der Putin-Sympathisant Trump am Freitag auf Twitter. "Warum haben sie sich erst beschwert, nachdem Hillary verloren hat?"

Allerdings hatten zwar nicht das Weiße Haus selbst, jedoch Geheimdienstkoordinator James Clapper sowie das Heimatschutzministerium einen Monat vor der Wahl Russland beschuldigt, hinter den Cyberattacken zu stecken. Die Hacker hatten interne Mails der Parteiführung der Demokraten geraubt und waren auch in den Account von Clintons Wahlkampfmanager John Podesta eingedrungen.

Im Juli hatte Trump Russland noch persönlich aufgerufen, die E-Mails seiner demokratischen Rivalin zu hacken. "Russland, wenn Du zuhörst, ich hoffe, dass Du es schaffst, die 30.000 fehlenden E-Mails zu finden", hatte er gesagt. Später relativierte er seine Äußerungen und sagte, er sei "sarkastisch" gewesen.

Clinton hatte als US-Außenministerin von 2009 bis 2013 private Server für ihre dienstliche Kommunikation genutzt und damit gegen die Sicherheitsregeln verstoßen. Nachträglich übergab sie zwar einen Großteil der Mails an das Außenministerium, löschte aber mehr als 30.000 E-Mails, die ihren Angaben zufolge persönlichen Inhalts waren.

Attacken auch gegen Republikaner

Der republikanische Senator Lindsey Graham hatte am Mittwoch bestätigt, dass auch seine Wahlkampf-Accounts von russischer Seite gehackt worden seien. Er sei drei Monate vor der Präsidentenwahl am 8. November von der US-Bundespolizei FBI über einen Hackerangriff im Juni informiert worden, sagte Graham dem Nachrichtensender CNN. Der Senator forderte Untersuchungen des Kongresses zu den Vorfällen und Sanktionen gegen Russland.

Obama hatte in der vergangenen Woche eine umfassende Untersuchung der Cyber-Attacken angeordnet. Der Bericht soll ihm noch vor seinem Ausscheiden aus dem Amt am 20. Januar vorgelegt werden.

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