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Umfrage: Mehrheit für stärkeren Kampf gegen den IS

Nach Anschlag von Berlin  

Mehrheit für stärkeren Kampf gegen den IS

28.12.2016, 17:23 Uhr | dpa

Umfrage: Mehrheit für stärkeren Kampf gegen den IS. Bundeswehrsoldat mit Tornado auf dem Stützpunkt im türkischen Incirlik. Direkte Angriffe lehnen die meisten Deutschen auch weiterhin ab. (Quelle: Reuters)

Bundeswehrsoldat mit Tornado auf dem Stützpunkt im türkischen Incirlik. Direkte Angriffe lehnen die meisten Deutschen auch weiterhin ab. (Quelle: Reuters)

Nach dem Anschlag in Berlin sind mehr Bundesbürger als vor einem Jahr für eine stärkere Beteiligung Deutschlands am Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich 53 Prozent für ein stärkeres Engagement aus, 30 Prozent dagegen.

Allerdings ist nur jeder Dritte (33 Prozent) dafür, dass die Bundeswehr selbst Stellungen der IS-Terrormiliz in Syrien und im Irak bombardiert; 48 Prozent sind dagegen.

Politiker von Union und SPD haben sich unterdessen dafür ausgesprochen, Partnerstaaten in Krisengebieten stärker auch mit militärischer Ausrüstung zu unterstützen, damit sie selbst für Sicherheit und Stabilität in ihrer Region sorgen können.

Vor einem Jahr - kurz nach den Anschlägen in Paris - waren nur 37 Prozent der Meinung, Deutschland müsse mehr im Kampf gegen den IS tun. 46 Prozent waren dagegen. Das Engagement Deutschlands im Kampf gegen den IS hat sich seitdem nicht wesentlich verändert.

Mehr Ausbildung

Deutschland ist Teil der internationalen Koalition gegen den IS. Die Bundeswehr unterstützt die Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien und im Irak seit einem Jahr mit sechs "Tornado"-Aufklärungsjets und einem Tankflugzeug. Die "Tornados" waren seit Anfang Januar 692 Mal im Einsatz, das Tankflugzeug startete 315 Mal. Zudem gehörten Soldaten bei insgesamt zehn Nato-Aufklärungsflügen zur Besatzung von "Awacs"-Flugzeugen.

Die Bundeswehr bildet zudem kurdische Peschmerga-Kämpfer im Nordirak aus und liefert ihnen in großem Stil Waffen. Auch Länder wie Jordanien, Tunesien, Mali, Niger und Nigeria erhalten Ausrüstungshilfe. "An der Stelle könnte man noch mehr tun", sagte der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold.

Ähnlich äußerte sich sein Kollege von der Union, Henning Otte: "Wir müssen die Länder selber in die Lage versetzen, für mehr Stabilität und Sicherheit zu sorgen." Der CDU-Politiker plädierte dafür, den Kampf gegen den IS "nicht mit Aktivismus, sondern kontrolliert und überlegt" zu führen. Dass deutsche Kampfjets Bomben auf IS-Stellungen abwerfen, werde von den Nato-Partnern gar nicht verlangt.

Nicht abschließend geklärt

Der Linke-Politiker Alexander Neu sprach sich gegen eine weitere militärische Beteiligung Deutschlands am Kampf gegen den IS aus. Stattdessen müssten sich alle Anstrengungen darauf richten, die finanzielle, materielle oder personelle Unterstützung für den IS zu kappen.

Die Terrororganisation hat sich zu dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt bekannt und ein Video veröffentlicht, in dem der mutmaßliche Attentäter Anis Amri der Terrororganisation die Treue schwört. Es ist aber bis heute nicht abschließend geklärt, ob der IS tatsächlich hinter dem Anschlag steckt.

Auch die Anschläge in Ansbach und Würzburg im Sommer hat der IS für sich reklamiert. Als erster vom IS in Auftrag gegebener Anschlag in Deutschland gilt die Messerattacke einer 15-Jährigen Deutsch-Marokkanerin auf einen Bundespolizisten in Hannover im Februar 2016.

Gespalten beim Kriegsbegriff

Bei der Frage, ob sich Deutschland nach den Anschlägen in einem "Krieg gegen den Terror" befindet, ist die Bevölkerung gespalten. 43 Prozent würden den derzeitigen Zustand laut YouGov-Umfrage so nennen, 44 Prozent lehnen den Kriegsbegriff ab.

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