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Unabhängigkeit Kataloniens: 750 Bürgermeister trotzen Madrid


"Wir haben keine Angst!"
Unabhängigkeit - Katalonien trotzt Drohungen aus Madrid

Von dpa, pdi

17.09.2017Lesedauer: 2 Min.
Demonstranten halten die Katalonische Separatistenfahne. Sie protestieren für die Enscheidungsfreiheit über die Zukunft Kataloniens.Vergrößern des BildesDemonstranten halten die Katalonische Separatistenfahne. Sie protestieren für die Enscheidungsfreiheit über die Zukunft Kataloniens. (Quelle: Sergio Perez/reuters)
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Die Konflikte nehmen nach dem Verbot der Justiz über die Abstimmung der Unabhängigkeit Kataloniens zu. Zunehmend bekommen die Separatisten nun auch Unterstützung aus anderen Regionen Spaniens.

Zwei Wochen vor dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien haben rund 750 separatistische Bürgermeister der spanischen Justiz und der Zentralregierung in Madrid die Stirn geboten. "Wir werden abstimmen!", skandierten die Politiker auf einer Versammlung am Samstag in Barcelona, wo sie der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont empfing. Zum Teil große Unterstützung erhielten die Separatisten am Wochenende in anderen Regionen Spaniens.

Untersagte Abstimmung soll durchgeführt werden

Die rund 750 Bürgermeister stellen über 80 Prozent aller Rathaus-Chefs Kataloniens. Sie wollen die von der Regionalregierung für den 1. Oktober ausgerufene, vom Verfassungsgericht aber untersagte Abstimmung ungeachtet von strafrechtlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und Drohungen der Zentralregierung durchführen. Beim Treffen im Regierungspalast von Barcelona schwenkten die Bürgermeister ihre Amtsstäbe und sangen inbrünstig die katalanische Nationalhymne. Einige riefen: "Wir haben keine Angst!".

Anwesend waren auch die Bürgermeister der größeren Städten der Region im Nordosten Spaniens, darunter die frühere Hausbesetzerin Alda Colau, die die Metropole Barcelona regiert und sich lange Zeit zurückhaltend zum Referendum geäußert hatte. "Schulterschluss der Separatisten", titelte am Sonntag die Zeitung "El País".

Rund 30.000 Demonstranten gingen am Samstag in Bilbao, der Hauptstadt des Baskenlandes, auf die Straßen, um die Volksbefragung in Katalonien zu unterstützen. In Madrid erklärten sich am Sonntag Hunderte Menschen auf einer von linken Parteien organisierten Veranstaltung mit den Separatisten solidarisch.

Recht auf eigene Bestimmung

Die Sprecherin der linken Partei Podemos (Wir können) in der spanischen Hauptstadt, Isabel Serra, warf der Zentralregierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy "autoritäres" Verhalten gegen Katalonien vor. "Wir haben uns versammelt, weil wir das Recht des katalanischen Volkes verteidigen wollen, über die eigene Zukunft frei zu entscheiden", rief Serra.

Mit mehreren Maßnahmen versuchen Justiz und Zentralregierung, die Separatisten von den Unabhängigkeitsplänen abzubringen. Die Staatsanwaltschaft lud etwa Hunderte von Bürgermeistern wegen Ungehorsams und Amtsmissbrauchs als Beschuldigte vor. Die Polizei wurde angewiesen, jene Politiker festzunehmen, die der Vorladung nicht Folge leisten. Rajoy sagt, er werde unter keinen Umständen eine Loslösung der wirtschaftsstärksten Region Spaniens zulassen.

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