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Nordmazedonien und Albanien: EU-Kommission empfiehlt Beitrittsgespräche mit Balkanstaaten

Nordmazedonien und Albanien  

EU-Kommission empfiehlt Beitrittsgespräche mit Balkanstaaten

29.05.2019, 15:28 Uhr | dpa

Nordmazedonien und Albanien: EU-Kommission empfiehlt Beitrittsgespräche mit Balkanstaaten. "Das vergangene Jahr war in der gesamten Region ein Jahr des positiven Wandels", sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

"Das vergangene Jahr war in der gesamten Region ein Jahr des positiven Wandels", sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Foto: Virginia Mayo/AP. (Quelle: dpa)

Brüssel (dpa) - Die Balkanländer Nordmazedonien und Albanien sind der Aufnahme in die EU einen Schritt näher gekommen. Die EU-Kommission empfahl den EU-Staaten am Mittwoch, die Beitrittsverhandlungen mit den beiden Ländern aufzunehmen.

"Das vergangene Jahr war in der gesamten Region ein Jahr des positiven Wandels", sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

Die EU-Staaten hatten der Aufnahme von Beitrittsgesprächen mit Albanien und Nordmazedonien bereits im vergangenen Jahr grundsätzlich zugestimmt. Der eigentliche Beginn der Gespräche wurde aber von weiteren Reformfortschritten abhängig gemacht.

Diese Anforderungen sieht die EU-Kommission nun erfüllt. Der zuständige Kommissar Johannes Hahn hatte der Deutschen Presse-Agentur schon im April gesagt, dass er mit einer positiven Entscheidung der Brüsseler Behörde nach der Europawahl rechne.

Mit der Aussicht auf einen EU-Beitritt will die Staatengemeinschaft die Länder des Westbalkan zu demokratischen Reformen motivieren und enger an sich binden. Dabei spielen auch sicherheitspolitische und wirtschaftliche Interessen der EU eine Rolle.

Nordmazedonien habe seine "ambitionierte Reformagenda" weiter umgesetzt und zudem seinen Namensstreit mit Griechenland beigelegt, sagte Hahn nun. Albanien führe insbesondere tief greifende Justizreformen durch. Er betonte jedoch auch, mögliche Beitrittsverhandlungen würden mehrere Jahre andauern. Mit der Aufnahme von Gesprächen wird zudem keinerlei Versprechen auf Aufnahme in die EU gegeben.

Nun müssen die EU-Staaten den Verhandlungen erneut zustimmen. Dies sollte eigentlich bei einem Treffen der zuständigen Minister Mitte Juni geschehen. Vorher muss auch der Bundestag in Deutschland dafür stimmen.

Die Unionsparteien stemmen sich allerdings dagegen. "Es wird Oktober werden, bis es zu einer Entscheidung kommt", sagte der Vorsitzende des Europaausschusses, Gunther Krichbaum (CDU), der dpa. Auch der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber warnte am Mittwoch vor voreiligen Verhandlungen. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist weder die EU noch eines der Balkanländer auch nur im Ansatz für einen EU-Beitritt bereit."

Der Europa-Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), dringt dagegen auf eine rasche Aufnahme der EU-Beitrittsgespräche. "Wir stehen im Wort und sollten unsere Zusagen einhalten", schreibt Roth in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwoch). In Nordmazedonien und Albanien seien "greifbare Fortschritte" erzielt worden.

Die Empfehlungen der EU-Kommission waren Teil des jährlichen Berichts zur Umsetzung von Reformen bei den EU-Beitrittskandidaten auf dem Westbalkan - unter ihnen auch der Kosovo und Serbien - sowie in der Türkei.

Für die Türkei fand die EU-Kommission am Mittwoch erneut mahnende Worte. Das Land entferne sich weiter von der EU, sagte Mogherini. "Wir glauben, es wäre hilfreich für alle - und insbesondere für die türkischen Bürger -, wenn dieser Trend schnellstens umgekehrt wird." In einer Mitteilung heißt es, die Türkei habe Rückschritte etwa bei Grundrechten und Rechtsstaatlichkeit gemacht. Die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei begannen schon 2005, liegen aber wegen der Entwicklungen in dem Land derzeit de facto auf Eis.

Die Beitrittsverhandlungen mit Bosnien und Herzegowina sollten nach Ansicht der EU-Kommission aufgenommen werden, sobald weitere Anforderungen bei Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechten erfüllt werden. Die Brüsseler Behörde sprach von einem Meilenstein in den Beziehungen zwischen der EU und dem Land.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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