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Putins Chefpropagandist droht, Großbritannien mit Atomtsunami zu zerstören


Putinfreund droht, Großbritannien mit Atom-Tsunami zu zerstören

Von t-online, mk

Aktualisiert am 06.07.2022Lesedauer: 2 Min.
Dmitri Kisseljow: Der Putin droht Großbritannien mit einer radioaktiv verseuchten Tsunamiwelle.Vergrößern des BildesDmitri Kisseljow: Der Putin droht Großbritannien mit einer radioaktiv verseuchten Tsunamiwelle. (Quelle: Screenshot/Twitter@francis_scarr)
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Zur besten Sendezeit spricht Putins Chefpropagandist Dmitri Kisseljow davon, "Großbritannien von der Karte zu tilgen" – mit einem nuklear bestückten Riesentorpedo. Was ist dran an der Gefahr namens "Poseidon"?

"Wir könnten Großbritannien auch auf den Meeresgrund stürzen mit Russlands unbemanntem Unterwasserfahrzeug ,Poseidon'", sagt Dmitri Kisseljow am Sonntagabend im russischen Staatssender "Rossija1", als würde er das Wetter ansagen. "Die Explosion dieses thermonuklearen Torpedos vor der britischen Küste würde eine 500 Meter hohe, radioaktiv verseuchte Tsunamiwelle auslösen, die über die britischen Inseln hinwegrollt." Neben Kisseljow läuft eine Computeranimation, die zeigt, wie Zerstörung Großbritanniens aussehen könnte.

Kisseljows Beitrag ist nur die jüngste atomare Drohung, die seit dem Überfall auf die Ukraine in russischen Staatsmedien zu hören war. In einer Talkshow unterhielten sich die Teilnehmer kürzlich ganz offen über die Möglichkeit eines globalen Atomkriegs, den Russland zwar nicht gewinnen könne, der aus den Russen aber immerhin Märtyrer machen würde, so eine Teilnehmerin. Außenminister Sergej Lawrow warnte den Westen in einem TV-Interview vor einer atomaren Eskalation und Kisseljow selbst hatte den Briten zuvor schon mit einer Atomrakete vom Typ "Sarmat 2" gedroht. Aber könnte der Kreml die Drohung eines Atom-Tsunamis verwirklichen?

In diesem auf Twitter geteilten Clip sind Kisseljows Äußerungen englisch untertitelt:

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Westen würde Start von "Poseidon" wohl gar nicht bemerken

"Poseidon" jedenfalls ist keine Erfindung von Putins Chefpropagandist Kisseljow. Das etwa 20 bis 24 Meter lange, unbemannte Fahrzeug wurde der Öffentlichkeit erstmals 2015 bekannt. Nach russischen Angaben kann die nuklear angetriebene Unterwasserdrohne bis zu 1.000 Meter tief tauchen und mehrere Tausend Kilometer zurücklegen – wodurch die Waffe praktisch nicht abzufangen ist. "Poseidon" könnte wie ein Torpedo abgefeuert werden und mit hoher Geschwindigkeit eine programmierten Route zurücklegen, bevor sein Sprengkopf detoniert.

Wie die Unterwasserwaffe funktioniert, sehen Sie hier im Video.

Bestückt werden kann "Poseidon" laut russischen Angaben mit Nuklearsprengköpfen mit einer Explosionskraft von bis zu 100 Megatonnen TNT – das wäre doppelt soviel wie die 1961 von Russland gezündete Wasserstoffbombe "Wanja", der größte jemals detonierte Sprengsatz. Zum Vergleich: Die 1945 von den USA über Hiroshima gezündete Atombombe verfügte über eine Sprengkraft von 13 Kilotonnen TNT, die Explosion eines "Poseidon"-Sprengkopfes wäre also etwa 7.700 Mal stärker. Da "Poseidon" keinen Abschussblitz erzeugt wie beispielsweise eine Interkontinentalrakete, würden westliche Militärs ihren Start womöglich nicht einmal registrieren.

"Es wird neuartige Waffen brauchen, um sie abzufangen"

Einsatzfähig ist "Poseidon" wohl frühestens erst Mitte der 20er-Jahre, schreibt die Militärexpertin Jill Hruby mit Blick auf nötige Umbauten an russischen U-Booten und laufenden Tests mit dem Nuklearantrieb des Torpedos. Der Marineexperte HI Sutton hält zudem die Angabe von 100 Megatonnen Sprengkraft für weit übertrieben, realistischer seien neuere Schätzungen von etwa zwei Megatonnen Sprengkraft. Die würden freilich nicht ausreichen, um einen 500 Meter hohen Tsunami zu erzeugen.

Dennoch müsse die Nato "Poseidon" in ihre strategischen Überlegungen einbeziehen, so Sutton: "'Poseidon' ist eine neuartige Waffe, die ganze Küstenstädte und auch Großbritannien als Ganzes bedroht. Es wird auch neuartige Waffen brauchen, um sie abzufangen."

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