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Weltklimakonferenz: USA kritisieren Bali-Kompromiss

Washington kritisiert Bali-Kompromiss  

"Auch die Entwicklungsländer müssen handeln"

15.12.2007, 22:34 Uhr | AFP, dpa

Die USA aus dem All betrachtet: In der Bildmitte ist der Hurrikan Andrew zu sehen (Foto: ddp) Die US-Regierung hat das Ergebnis der Weltklimakonferenz auf Bali kritisiert. Zwar sei die dort gefasste Entschließung ein "wichtiger erster Schritt" für ein internationales Kyoto-Nachfolgeabkommen nach 2012, heißt es in einer am Samstag in Washington veröffentlichten Erklärung des Weißen Hauses. Aber die USA hätten "ernsthafte Bedenken", wenn bei den anstehenden Verhandlungen über die konkreten Maßnahmen gegen die Erderwärmung nur die Industrienationen gefordert wären. US-Delegationsleiterin Paula Dobriansky hatte bei der Schlussabstimmung über das in Nusa Dua vorgeschlagene Verhandlungsmandat auf das zuvor von ihr angekündigte Veto verzichtet. Bis 2008 soll nun ein neues Klimaschutzabkommen ausgehandelt werden.

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Washington fordert Unterschiede gemäß der Größe
Der Bericht des Weltklimarats IPCC habe deutlich gemacht, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer bei der Begrenzung der Treibhausgase eine wichtige Rolle spielen müssten, betonte das Weiße Haus. "Auch die wichtigen Entwicklungsländer müssen handeln." Zudem müssten Unterschiede zwischen den verschiedenen Staaten gemäß ihrer Größe, ihrem CO2-Ausstoß, ihrem Energieverbrauch und ihrer wirtschaftlichen Entwicklung gemacht werden. Bei internationalen Abkommen müssten insbesondere die Möglichkeiten und Bedürfnisse der ärmsten Länder besonders berücksichtigt werden, betonte die US-Führung. Als positiv wertete das Weiße Haus, dass in dem Schlussdokument von Bali die Bedeutung neuer, sauberer Technologien auch für die Entwicklungsländer und der Kampf gegen die Urwaldvernichtung betont wird.

Merkel: wegweisendes Ergebnis
Bundeskanzlerin Angela Merkel wertete das Ergebnis der Weltklimakonferenz dagegen als einen "großen Erfolg". "Ich bin fest davon überzeugt, dass sich das Mandat von Bali schon bald als wegweisend und weichenstellend erweisen wird", erklärte Merkel nach einer Mitteilung des Bundespresseamtes am Samstag in Berlin. Das Konferenzergebnis mache den Weg frei für die eigentlichen Verhandlungen über wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz. Auch werde über verbindliche Ziele zur Verringerung der Kohlendioxid- Emissionen beraten. Merkel lobte die geschlossene Haltung der Europäer auf der Klimakonferenz. "Ohne sie wäre der Erfolg nicht möglich gewesen."

Deutliche Senkung bis Mitte des Jahrhunderts
Nach fast drei Tagen Nonstop-Verhandlungen hatten 187 Länder auf Bali den Fahrplan zu einem neuen Weltklimaschutzvertrag vereinbart. Der Vertrag soll bis 2009 entstehen und dann sichern, dass die Treibhausgase in der Atmosphäre bis Mitte des Jahrhunderts deutlich gesenkt werden, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch abzuwenden. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte am Konferenzort Nusa Dua, es sei "weit mehr erreicht worden, als angesichts der Interessenlagen zu erwarten" gewesen sei. Allerdings sei nach harten Verhandlungen "aber auch weniger" herausgekommen, als sich die EU und Deutschland gewünscht hätten.

Hintergründe zum Klimawandel (Montage: T-Online)Hintergründe zum Klimawandel (Montage: T-Online)BUND: Kompromiss reicht nicht
Grüne, Linke und Umweltschützer kritisierten die Ergebnisse als enttäuschend. Kritik gab es durchweg an der Haltung der USA. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland erklärte: "Der Kompromiss der Abschlusserklärung reicht nicht gegen die großen Bedrohungen durch den Klimawandel." Die Bundesregierung dürfe deshalb ihre Vorreiterrolle auf keinen Fall aufgeben und müsse ungeachtet des Ergebnisses die deutschen Emissionen um 40 Prozent reduzieren, sagte Geschäftsführer Gerhard Timm.


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