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Serbiens Präsident Tadic warnt: Kosovos Unabhängigkeit könnte teuer werden

Tadic warnt den Westen  

Kosovos Unabhängigkeit könnte teuer werden

08.02.2008, 22:18 Uhr

Aus München berichtet Christian Kreutzer

Serbiens Präsident Boris Tadic in München (Quelle: Reuters)Serbiens Präsident Boris Tadic in München (Quelle: Reuters) Der vor einer Woche wieder gewählte serbische Präsident Boris Tadic hat in dramatischen Worten an den Westen appelliert, seine Unterstützung für die Unabhängigkeit der serbischen Krisenprovinz Kosovo noch zurückzuhalten. Wenn die Albaner wie angekündigt in Kürze ihre Unabhängigkeit erklärten und die EU diesen Schritt durch die Entsendung von Hilfsbeamten unterstütze, müssten alle drei "einen hohen Preis bezahlen“, sagte Tadic bei seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Serbien strebe unter seiner Führung beides an: die Integration in Europa, aber auch die Unversehrtheit seines Territoriums.

Bekenntnisse zu den Werten der EU

Fast beschwörend legte Tadic in seiner Rede vor westlichen Verteidigungsministern und internationalen Sicherheitsexperten immer wieder Bekenntnisse zu den Werten der EU und des Westens ab. Auch den Konflikt mit den Kosovo-Albanern werde sein Land mit der Zeit aufarbeiten. Die Abtrennung des Kosovo werde jedoch zahlreiche alte und neue Konflikte wiedererwecken, warnte der Politiker, der bereits in seinen Jahren als serbischer Verteidigungsminister oft die Konferenz besucht hatte.

 

Einigkeit in der Kosovo-Frage

In einer Zitterpartie hatte Tadic die Präsidentenwahlen am vergangenen Sonntag äußerst knapp gegen den Ultranationalisten Tomislav Nikolic gewonnen. Nikolic hatte angekündigt, Serbien im Fall seiner Wahl enger an Moskau zu binden. Das wichtigste Thema im Wahlkampf war die geplante Unabhängigkeitserklärung der Kosovo-Albaner. Ein Loslösung der Provinz lehnten beide Kandidaten strikt ab.

 

"Das Kosovo oder Europa"

Sein Kontrahent habe die Serben jedoch vor die Wahl gestellt: "Das Kosovo oder Europa“, sagte Tadic in München. "Und um ehrlich zu sein“, fügte er an die Zuhörer gewandt hinzu: "Ein- oder zweimal hatte ich Angst, Sie seien da mit ihm einer Meinung."

 

EU unterstützt Unabhängigkeit

Die EU, die gemeinsam mit Moskau monatelang ergebnislos Verhandlungen zwischen Serben und Albanern moderiert hat, will die albanische Bevölkerungsmehrheit bei der Loslösung unterstützen. Dazu will sie kurz nach der Unabhängigkeitserklärung 1800 Polizisten, Juristen und Verwaltungsfachleute entsenden.

 

Signal an das eigene Volk?

Tadic verlangte, diese Entscheidung müsse vom UN-Sicherheitsrat abgesegnet werden – eine Forderung, die auch Moskau erhebt, das gegen die Abtrennung ist und ein Vetorecht im Sicherheitsrat hat. Dies würde bedeuten, dass die Unabhängigkeit wohl nie zustande käme. Da alle Beteiligten dies wissen, könnte die Tadic-Rede allerdings auch ein Signal an das eigene Volk sein, dass er das Kosovo nicht aufgibt, auch wenn keine Hoffnung mehr besteht.

 

Schwere Wochen liegen vor Tadic

Leicht werden die kommenden Wochen für Tadic nicht werden: Serbiens nationalkonservativer Ministerpräsident Vojislav Kostunica wird vermutlich wegen der Kosovofrage die Regierungsallianz mit Tadics Demokratischer Partei platzen lassen. In der zurückliegenden Woche weigerte er sich bereits ein Übergangsabkommen mit der Europäischen Union zu unterzeichnen.

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