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Regierung droht mit Karikaturenverbot

Russland  

Regierung droht mit Karikaturenverbot

15.02.2006, 12:09 Uhr | dpa , AFP

Angesichts des weltweiten Streits um Mohammed-Karikaturen warnt die russische Regierung die Medien des Landes, religiöse Gefühle zu verletzen. "Sollte ein russisches Medium Material veröffentlichen, das die Gefühle von Gläubigen verletzt, werden unverzüglich die gesetzlich vorgesehenen Maßnahmen ergriffen bis hin zum Entzug der Lizenz", erklärte am Mittwoch die Medienaufsichtsbehörde in Moskau.



"Das haben wir euch aber nicht gelehrt"
In der Stadt Wolgograd verwarnte die Staatsanwaltschaft die Zeitung "Gorodskije Westi". Diese hatte eine Karikatur veröffentlicht, die Moses, Jesus, Mohammed und Buddha zeigt, wie sie im Fernsehen eine Prügelei ansehen und die Menschen ermahnen: "Das haben wir euch aber nicht gelehrt."

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"Unzulässige Provokation"
Im religiös gespaltenen Russland gibt es neben den vorherrschenden orthodoxen Christen starke muslimische und buddhistische Minderheiten. Präsident Wladimir Putin hatte die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen als "unzulässige Provokation" verurteilt und Ländern wie Dänemark eine Entschuldigung nahe gelegt.

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Mohammed

"Meinungsfreiheit ist nicht verhandelbar"
Derweil lehnte die Europäische Union jede Einschränkung der Pressefreiheit ab. Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte in einer Debatte im Europaparlament in Straßburg: "Meinungsfreiheit gehört zu den europäischen Werten und Traditionen. Ich sage ganz klar: Meinungsfreiheit ist nicht verhandelbar." Wie alle anderen Freiheiten erfordere sie jedoch das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen.

Tödliche Proteste in Pakistan
Bei anti-westlichen Protesten in Pakistan wurden unterdessen erneut zwei Menschen getötet, darunter ein Kind. Bei Ausschreitungen in der Provinzhauptstadt Peshawar sei am Mittwoch ein Demonstrant ums Leben gekommen, als ein Strommast auf ihn fiel, teilte die örtliche Polizei mit. Augenzeugen berichteten auch ein sieben Jahre alter Junge sei gestorben. Randalierer steckten ein ausländisches Restaurant, zwei Kinos und eine Tankstelle in Brand. Auch in anderen Städten des Landes gab es Proteste, an denen sich insgesamt mehrere tausend Menschen beteiligten.

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Minister will Karikaturen-Shirts tragen
Trotz der angespannten Lage ließ sich der italienische Reform-Minister Roberto Calderoli T-Shirts mit den umstrittenen Karikaturen anfertigen. Er werde diese T-Shirts ab sofort tragen, kündigte der Politiker der rechtsgerichteten Lega Nord gegenüber der Nachrichtenagentur Ansa an. Wer ebenfalls solche T-Shirts haben wolle, könne sie von ihm geschenkt bekommen. "Es muss Schluss sein mit der Legende, dass mit diesen Leuten der Dialog gesucht werden muss", sagte Calderoli. "Sie wollen uns beleidigen, das ist alles."

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