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John Demjanjuk jr. erhebt schwere Vorwürfe

Mutmaßlicher NS-Verbrecher  

Demjanjuks Sohn erhebt schwere Vorwürfe

16.04.2009, 21:36 Uhr | AFP

Beamte der US-Einwanderungsbehörde holten Demjanjuk ab. Dann stoppte ein Gericht erneut die Auslieferung (Foto: Reuters)Beamte der US-Einwanderungsbehörde holten Demjanjuk ab. Dann stoppte ein Gericht erneut die Auslieferung (Foto: Reuters)

Der Sohn des früheren KZ-Wächters John Demjanjuk hat schwere Vorwürfe gegen die deutschen Behörden erhoben. Deutschland betreibe die Abschiebung des 89-Jährigen aus den USA in voller Kenntnis der Möglichkeit, dass der Flug für seinen Vater tödlich enden könnte, sagte der 42-jährige John Demjanjuk jr. der "Süddeutschen Zeitung".

Der Sohn sagte weiter, sein Vater sei "nicht nur nicht fit", er würde wahrscheinlich schon den Flug nach Deutschland nicht überleben.

John Demjanjuk Auslieferung in letzter Sekunde gestoppt
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"Behörden wissen, dass er prozessunfähig ist"

"Wir haben Informationen, dass die Behörden längst wissen, dass mein Vater prozessunfähig ist", sagte Demjanjuk jr. der "SZ". "Wir haben alle Informationen rübergeschickt, Gutachten von vier Fachärzten, inklusive der Blutwerte."

Auslieferung stand bevor

Ein amerikanisches Berufungsgericht hatte am Dienstag den einstweiligen Stopp des Auslieferungsverfahrens angeordnet, nachdem Demjanjuk bereits von Beamten der US-Einwanderungsbehörde in Gewahrsam genommen worden war. Die Überstellung des 89-Jährigen, dem in München der Prozess gemacht werden soll, stand unmittelbar bevor.

Frist bis zum 23. April eingeräumt

Ein Berufungsgericht in Cincinnati räumte dem 89-Jährigen inzwischen eine Frist bis zum 23. April für eine gründliche ärztliche Untersuchung ein, sagte sein Sohn. Dabei solle geklärt werden, ob Demjanjuk die gesundheitlichen Voraussetzungen für einen Flug nach Deutschland erfülle. Das Gericht habe zudem die US-Einwanderungsbehörde aufgefordert, Details über den geplanten Transport vorzulegen.

Demjanjuk muss in München vor Gericht

Demjanjuk wird Beihilfe zum Mord in 29.000 Fällen zur Last gelegt. Er soll 1943 für ein halbes Jahr zu den Wachmannschaften des NS-Vernichtungslagers Sobibor im damals von Deutschland besetzten Polen gehört haben. Demjanjuk muss sich in München vor Gericht verantworten, da er vor seiner Auswanderung in die USA in der Nähe der bayerischen Landeshauptstadt lebte.

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