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Protestaktion in London: G20-Opfer starb an inneren Blutungen

Doch kein Herzinfarkt  

G20-Opfer starb an inneren Blutungen

20.04.2009, 12:03 Uhr | dpa

Bei den Zusammenstößen beim G20-Gipfel in London kam ein Mensch ums Leben (Foto: dpa)Bei den Zusammenstößen beim G20-Gipfel in London kam ein Mensch ums Leben (Foto: dpa)

Wende in der Affäre um Polizei-Übergriffe bei den G20-Protesten in London: Der Mann, der kurz nach einer Attacke eines Polizisten tot zusammenbrach, starb laut einer zweiten Obduktion an inneren Blutungen. Der Befund widerspricht dem Ergebnis einer ersten Untersuchung, wonach der Mann einem Herzinfarkt erlegen war.

Der suspendierte Polizist, der kurz vor dem tödlichen Kollaps den Mann zu Boden geworfen und mit einem Schlagstock ans Bein geschlagen hatte, wurde von der Polizeiaufsicht wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung befragt. Die Ursache der Blutungen im Unterleib ist noch nicht geklärt.

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Ohne Grund angegriffen

Bei den Protesten rund um den G20-Gipfel Anfang April war es in der Londoner City auch zu Ausschreitungen und Zusammenstößen zwischen Polizei und Randalierern gekommen. Obwohl der Zeitungsverkäufer Ian Tomlinson nicht randalierte, war er von einem Polizisten angegriffen worden. Zwar hatte sich der 47-Jährige nach der Prügelattacke aufgerappelt und war davongegangen, wenig später aber lag er tot am Boden.

Herzprobleme nicht tödlich

Die Polizei hatte zunächst bestritten, mit dem Mann überhaupt in Kontakt gekommen zu sein und gab nach der ersten Obduktion einen Herzinfarkt als Todesursache an. Als Videoaufnahmen von der Prügelattacke auftauchten und Scotland Yard in Erklärungsnot brachten, ordnete die Polizeiaufsicht die zweite Obduktion an. Demnach starb Tomlinson an Blutungen im Unterleib. Zwar hatte auch der zweite Gerichtsmediziner Veränderungen am Herzen festgestellt, diese waren dem Bericht zufolge aber nicht tödlich.

Zweiter Polizist suspendiert

Erst am Mittwoch hatte sich die Affäre ausgeweitet, als ein weiterer Beamter suspendiert worden war. Auf neuem Videomaterial war zu sehen, wie dieser während des Einsatzes beim G20-Gipfel einer Frau erst ins Gesicht schlägt und ihr dann mit einem Schlagstock auf das Bein haut. Die Frau hatte ihn zuvor offenbar angeschrien. Das Video entstand am 2. April, als Gipfelgegner im Bankenviertel eine Mahnwache für den toten 47-Jährigen hielten.

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