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USA: NS-Verbrecher Demjanjuk wird abgeschoben

NS-Kriegsverbrecher  

Demjanjuk wird abgeschoben

08.05.2009, 08:35 Uhr | t-online.de, dpa

John Demjanjuk soll in München wegen Beihilfe zum Mord in 29.000 Fällen vor Gericht gestellt werden (Foto: AP)John Demjanjuk soll in München wegen Beihilfe zum Mord in 29.000 Fällen vor Gericht gestellt werden (Foto: AP)

Ein US-Berufungsgericht hat am Freitag den Weg frei gemacht für die Abschiebung des mutmaßlichen Nazi-Verbrechers John Demjanjuk. Der mutmaßliche frühere KZ-Aufseher soll in München wegen Beihilfe zum Mord in 29.000 Fällen vor Gericht gestellt werden. Ein Gericht in Cincinnati hatte seine Abschiebung Mitte April in letzter Minute gestoppt.

Demjanjuks Familie hatte wegen dessen Gesundheitszustand Einspruch eingelegt.

Video offenbart Krankheitslüge

Am 14. April hatten Beamte den angeblich schwer kranken 89-Jährigen in seinem Haus in Seven Hills bei Cleveland in Ohio abgeholt. Demjanjuk wurde im Rollstuhl abtransportiert und vermittelte dabei den Eindruck, dass er große Schmerzen habe. In letzter Minute hatte das US-Berufungsgericht in Cincinnati damals die Abschiebung gestoppt. Später tauchte ein Video auf, dass den angeblich Kranken eine Woche vor seiner Festnahme zeigte. Darauf war zu sehen, wie er langsam, aber ohne Hilfe und offenbar ohne Schmerzen in ein Auto steigt.

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US-Regierung forderte Annulierung

Die US-Regierung hatte deshalb das Bundesgericht aufgefordert, das Ausweisungsverfahren voranzutreiben. Der 89-Jährige sei gesundheitlich in der Lage, ein Verfahren in Deutschland durchzustehen, teilte das Justizministerium am Donnerstag in Washington mit. Bei einer Abschiebung nach Deutschland werde er komfortabel und mit medizinischer Betreuung reisen. Daher solle das Gericht den Einspruch annullieren, mit dem Demjanjuk eine neue Frist für seine Ausweisung erreicht hatte.

Vorwurf der Beihilfe zum Mord an 29.000 Juden

Dem gebürtigen Ukrainer wird Beihilfe zum Mord in 29.000 Fällen zur Last gelegt. Er soll 1943 für ein halbes Jahr zu den Wachmannschaften des NS-Vernichtungslagers Sobibor im damals von Deutschland besetzten Polen gehört haben. Demjanjuk muss sich in München vor Gericht verantworten, da er vor seiner Auswanderung in die USA in der Nähe der bayerischen Landeshauptstadt lebte. Sein Sohn, John Demjanjuk jr., bestreitet die Vorwürfe.

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