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USA prüfen Alternativen für Raketenschild

Türkei statt Osteuropa  

USA prüfen Alternativen für Raketenschild

31.08.2009, 15:13 Uhr | dpa, AFP

Abfangraketen des Typs "Patriot". Aber wo werden sie stationiert? (Foto: dpa)Abfangraketen des Typs "Patriot". Aber wo werden sie stationiert? (Foto: dpa)

Die US-Regierung hat nach Informationen der "New York Times" Alternativen für einen Raketenschild in Osteuropa entworfen. Ein Prüfausschuss der Regierung von US-Präsident Barack Obama wolle in den kommenden Wochen einem Gremium hochrangiger Sicherheitsvertreter eine Reihe von Optionen vorstellen.

Erst danach würden sich das Kabinett und der Präsident mit der Angelegenheit befassen. Die neuen Vorschläge würden Russland und Deutschland freuen, zitierte die Zeitung US-Regierungsvertreter. Allerdings könnten sie die Beziehungen zu Osteuropa beeinträchtigen.

Verzicht auf Standort in Polen und Tschechien

Der Prüfausschuss will dem Bericht zufolge keine Empfehlung abgeben, sondern neben dem ursprünglichen Raketenschild-Plan mehrere Alternativen vorstellen. Dazu zählten der Verzicht auf einen Standort des von Obamas Vorgänger George W. Bush angekündigten Raketen-Abwehrsystems in Polen oder Tschechien oder auf beide.

In der Türkei oder in Balkanstaaten

Stattdessen könnten die Abfangraketen und die Radaranlage in der der Türkei oder in Balkanstaaten stationiert werden. Außerdem könnte eine Bodenvariante des auf Schiffen installierten Raketen-Abwehrsystems Aegis SM-3 entwickelt werden.

(Grafik: dpa)(Grafik: dpa)

Obama soll Ideen Medwedew vorstellen

Möglicherweise werde Obama die neuen Ideen dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew vorstellen, wenn dieser im September zu Beginn des neuen Sitzungsjahres der UN-Vollversammlung nach New York reise, berichtete die "New York Times".

Streit belastet Beziehungen

Nach Aussage von US-Regierungsvertretern dienten die Überlegungen für einen Strategiewechsel aber nicht dazu, Russland zu besänftigen. Vielmehr solle der wachsenden Gefahr von Angriffen mit Raketen mit mittlerer Reichweite aus dem Iran Rechnung getragen werden. Russland sieht sich von einem US-Raketenschild in Osteuropa bedroht, der Streit belastet die Beziehungen zwischen Washington und Moskau.

Polen: Chance steht "50 zu 50"

Einige Regierungsvertreter in Osteuropa befürchten laut "New York Times" nun, dass die US-Regierung die Pläne für Tschechien und Polen aufgeben werde. "Es ist klar, dass Osteuropa für die US-Regierung nicht mehr im Mittelpunkt steht", sagte demnach ein Sprecher des polnischen Außenministeriums. Die Chance, dass Polen wie vereinbart Standort für die US-Raketenabwehr werde, stehe "50 zu 50".

Polnische Zeitung berichtete von Aufgabe der Pläne

Bereits am Donnerstag hatte die polnische Zeitung "Gazeta Wyborcza" berichtet, es zeichne sich ab, dass die USA ihre Pläne für Polen und Tschechien aufgäben. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Crowley, wies den Bericht als "unwahr" zurück. Washington habe die Überprüfung seiner Raketenabwehrstrategie noch nicht abgeschlossen.

Vertrag vor einem Jahr unterzeichnet

Warschau und Washington hatten vor einem Jahr einen Vertrag über die Stationierung von zehn Abfangraketen in Polen unterzeichnet. Der US-Stützpunkt sollte in Redzikowo bei Stolp im Nordwesten Polens entstehen. In Tschechien sollte eine Radaranlage gebaut werden. Nach dem Machtwechsel im Weißen Haus hatte Obama eine Überprüfung des Projekts angekündigt. Der Kreml hat stets heftig gegen die amerikanischen Pläne protestiert.

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