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UN-Vollversammlung: Ahmadinedschad sorgt erneut für Eklat

Eklat bei den Vereinten Nationen  

Ahmadinedschad attackiert Israel

24.09.2009, 12:21 Uhr | AFP, dpa

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat erneut für einen Eklat gesorgt (Foto: )Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat erneut für einen Eklat gesorgt (Foto: )

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat mit scharfer Kritik an Israel für einen Eklat in der UN-Vollversammlung gesorgt. Er nannte das Vorgehen gegen die Palästinenser "Völkermord" und warf den Juden vor, die internationale Politik zu dominieren. Zahlreiche andere Teilnehmer, darunter auch die deutsche Delegation, verließen den Saal aus Protest während der Rede des iranischen Präsidenten.

Ahmadinedschad warf Israel, das er in seiner Rede nur das "zionistischen Regime" nannte, eine "unmenschliche Politik" gegenüber den Palästinensern vor. "Es ist nicht länger akzeptabel, dass eine kleine Minderheit die Politik, Wirtschaft und Kultur großer Teile der Welt durch ihre komplizierten Netzwerke beherrscht und eine neue Form der Sklaverei betreibt," sagte der iranische Präsident.

Vorwürfe gegen USA und Europäer

Dabei würden die Juden auch versuchen, die USA und die Europäer für ihre Zwecke einzuspannen. Ganz offensichtlich mit Blick auf die USA prangerte Ahmadinedschad zudem jene an, "die mehrere tausend Kilometer vom Nahen Osten entfernt sind" und ihre Truppen in die Region sendeten, "um Krieg, Blutvergießen und Terror zu verbreiten".


"Inakzeptabel antisemitisch"

Eine Sprecherin der deutschen UN-Botschaft sagte, die deutsche Delegation habe die Passage über die "neue Form der Sklaverei" als "inakzeptabel antisemitisch" empfunden und habe daher mit vielen anderen europäischen Kollegen den Saal verlassen. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen folgten auch Vertreter aus Großbritannien, Frankreich Italien, Dänemark und Ungarn dem Protest.

"Hasserfüllte Rhetorik"

"Es ist enttäuschend, dass Herr Ahmadinedschad einmal mehr hasserfüllte, beleidigende und antisemitische Rhetorik gewählt hat", erklärte der Sprecher der US-Vertretung bei den Vereinten Nationen, Mark Kornblau. Auch die Delegationen aus Argentinien, Costa Rica, Australien und Neuseeland zogen sich zurück. Die israelische Delegation hatte die Rede Ahmadinedschads von vornherein boykottiert.

Holocaust geleugnet

Ahmadinedschad hatte schon im Vorfeld seines New-York-Besuchs für Protest gesorgt, als er bei einer Versammlung in Teheran erneut den Holocaust leugnete. Um das hermetisch abgesperrte UN-Gebäude gab es den ganzen Tag über Protestdemonstrationen von Menschenrechtsgruppen.


Kein Wort über das Atomprogramm

Auf den Streit um das Atomprogramm seines Landes ging Ahmadinedschad mit keinem Wort ein. Er versicherte nur allgemein, Teheran wolle sich "konstruktiv" daran beteiligen, internationale Probleme und Herausforderungen anzugehen. Die umstrittenen iranischen Präsidentschaftswahlen nannte er "glorreich und voll demokratisch".

Der Westen "ernsthaft beunruhigt"

Im Streit um das iranische Atomprogramm forderte der Westen von Teheran derweil bis kommende Woche ausführliche Auskünfte. Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland erwarteten bei den Gesprächen am 1. Oktober in Genf "ernsthafte Antworten" von Teheran, erklärte der britische Außenminister David Miliband im Namen der Sechser-Gruppe in New York. "Das iranische Atomprogramm sorgt weiter für eine ernsthafte Beunruhigung der internationalen Gemeinschaft." Deshalb müsse der Iran endlich alle offenen Fragen beantworten.

Russland lenkt ein

Die USA und andere westliche Staaten fürchten, dass Teheran unter dem Deckmantel der friedlichen Kernkraftnutzung heimlich am Bau von Atombomben arbeitet. Die US-Regierung hatte zuletzt mit weiteren Sanktionen gedroht, sollte Iran nicht kooperieren. Dies war bisher von Russland skeptisch gesehen worden. Überraschend schloss am Mittwoch Präsident Medwedew aber nach einem Gespräch mit Obama Sanktionen nicht mehr aus. "Sanktionen führen in den seltensten Fällen zu produktiven Resultaten. Aber manchmal sind sie unvermeidlich", sagte der russische Staatschef in New York.

Unruhe auch um Vorredner Gadaffi

Vor Ahmadinedschads Auftritt hatte schon der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi für Aufregung gesorgt, als er dem Sicherheitsrat "Terrorismus" vorwarf und vor aller Augen ein Exemplar der UN-Charta einriss und später zu Boden warf. mehr zu der Rede Gaddafis...


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