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Friedensnobelpreis 2011 geht an drei Frauen aus Westafrika

Friedensnobelpreis an Frauen aus Afrika und dem Jemen

07.10.2011, 15:38 Uhr | dpa, dapd

Friedensnobelpreis 2011 geht an drei Frauen aus Westafrika. Den Friedensnobelpreis 2011 teilen sich (von links) Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf und die Menschenrechtlerinnen Leymah Gbowee  aus Liberia und Tawakkul Karman aus dem Jemen (Quelle: dpa, Reuters, dpa)

Den Friedensnobelpreis 2011 teilen sich (von links) Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf und die Menschenrechtlerinnen Leymah Gbowee aus Liberia und Tawakkul Karman aus dem Jemen (Quelle: dpa, Reuters, dpa)

Der Friedensnobelpreis belohnt in diesem Jahr drei Frauen aus Afrika und der arabischen Welt für ihren Kampf gegen Krieg, Gewaltherrschaft und Unterdrückung von Frauen. Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf und die Menschenrechtlerin Leymah Gbowee aus Liberia bekamen den Preis zusammen mit der jungen Journalistin Tawakkul Karman aus dem Jemen zuerkannt.

Erstmals in der Geschichte des Friedensnobelpreises seit 1901 ging der Preis an drei Frauen zugleich. Insgesamt wurden damit bislang erst 15 Frauen ausgezeichnet.

Kampf für die Rechte aller Frauen auf der Welt

Die 72-jährige Johnson-Sirleaf und die ihre 39 Jahre alte Landsmännin Gbowee werden als treibende Kraft bei der Beendigung des Bürgerkriegs nach 13 Jahren in ihrem Land geehrt. Die 32-jährige Karman, Mutter von drei Kindern, ist Vorsitzende der Vereinigung "Journalistinnen ohne Ketten" im Jemen und war schon früh eine der treibenden Kräfte bei den friedlichen Protesten gegen die Diktatur.

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In der Begründung des fünfköpfigen Komitees hieß es, die drei Frauen würden ausgezeichnet für "ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und für die Rechte von Frauen auf volle Beteiligung an der Schaffung von Frieden".

Der norwegische Komiteechef Thorbjørn Jagland sagte: "Wir haben ein wichtiges Signal gesendet, dass es ohne Einbeziehung der Frauen keine Demokratie und keine friedliche Entwicklung geben kann." In der islamischen Welt sei dies mit Sicherheit eines der wichtigsten Probleme. Zu Karmans Rolle sagte er: "Sie ist schon aufgestanden und hat Mut gezeigt, als der 'Arabische Frühling' noch in weiter Ferne lag."

Zu den Preisträgerinnen aus Liberia verwies Jagland auf die besondere Unterdrückung von Frauen und Kindern in Kriegen wie dem in Liberia, unter anderem durch systematische Vergewaltigungen. Präsidentin Johnson-Sirleaf habe es "unter sehr, sehr schweren Bedingungen geschafft, die demokratische Entwicklung in Liberia am Leben zu erhalten". Gbowee gilt als eine der maßgeblich Beteiligten an der Beendigung des Bürgerkrieges 2003.

Bundesregierung: "sehr gutes Signal"

Für Kanzlerin Angela Merkel ist die Friedensnobelpreis-Entscheidung ein "sehr gutes Signal". Die Preisträgerinnen hätten sich mutig für Frauenrechte und Freiheit eingesetzt, sagte Merkel. Auch Bundespräsident Christian Wulff spricht von einem "wichtigen Signal zur Stärkung der Frauenrechte weltweit".

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, damit schicke das Nobelpreiskomitee eine Botschaft in die ganze Welt. Frauen seien eine große Hoffnung für eine friedlichere und bessere Entwicklung. "Überall dort, wo Gewalt und Unfreiheit herrschen, sind es oft die Rechte der Frauen, die als erstes mit Füßen getreten werden." Auf der ganzen Welt gebe es mutige Frauen, die für Rechte und Freiheit einträten. Drei von ihnen bekämen nun diese "hochverdiente Auszeichnung", die sicher auch andere anspornen werde.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bezeichnete die drei Frauen als "Vorbilder für die Verteidigung von Frauen- und Menschenrechten, weit über ihre Heimatländer hinaus". "Alle drei haben sich auch gegen Widerstände und persönliche Gefahren dafür eingesetzt, dass Menschen in Würde und Freiheit leben können."

Im vergangenen Jahr wurde der inhaftierte chinesische Oppositionelle Liu Xiaobo und davor US-Präsident Barack Obama ausgezeichnet. Der Friedensnobelpreis ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert.

Letzter deutscher Preisträger war 1971 der damalige Bundeskanzler Willy Brandt. Verliehen werden die Friedensnobelpreise traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833 bis 1896).

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