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Hugo Chávez ist tot: "Comandante" verliert Kampf gegen den Krebs

Venezolanischer Präsident Hugo Chávez ist tot

06.03.2013, 12:38 Uhr | dpa

Hugo Chávez ist tot: "Comandante" verliert Kampf gegen den Krebs. Hugo Chavez war 14 Jahre lang Präsident Venezuelas. (Quelle: dpa)

Hugo Chavez war 14 Jahre lang Präsident Venezuelas. (Quelle: dpa)

Venezuelas Staatschef Hugo Chávez hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Der 58-Jährige starb am Dienstag nach langer Krankheit in einem Militärhospital in Caracas.

Die Todesnachricht wurde von Vize-Präsident Nicolás Maduro in einer Rundfunkansprache verkündet. Das Militär stellte sich hinter die Verfassung und ist landesweit im Einsatz.

Weltweit löste die Nachricht vom Tod des Staatschefs Betroffenheit aus. US-Präsident Barack Obama, den Chávez stets heftig kritisiert hatte, signalisierte das Interesse der USA an konstruktiven Beziehungen zu Caracas.

"Immenser Schmerz"

Der "Comandante" war erst am 18. Februar nach über zwei Monaten Behandlung aus Kuba nach Caracas zurückgekehrt. Am Montag hatte sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert, nachdem erneut eine schwere Atemweginfektion aufgetreten war.

Maduro rief seine Landsleute zur Besonnenheit auf. "Im immensen Schmerz dieser historischen Tragödie, die unser Vaterland berührt, rufen wir alle Landsleute auf, Wächter des Friedens, der Liebe, des Respekts und der Ruhe in diesem Vaterland zu sein", sagte der Vize-Präsident.

Verteidigungsminister Diego Molero versicherte, die Armee werde die Bevölkerung und die Verfassung des Landes schützen. "Von diesem Moment an sind wir in der Mission, die Verfassung zu erfüllen oder erfüllen zu lassen für das Wohl des Vaterlandes und der Republik", sagte der Minister.

Versöhnliche Worte von Obama

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Agencia Venezolana de Noticias trat der Tod um 16.47 Uhr am Dienstag ein. Maduro nannte als Sterbezeitpunkt 16.25 Uhr.

Obama bekräftigte das Interesse der USA an konstruktiven Beziehungen zu Venezuelas Regierung. "Während Venezuela ein neues Kapitel in seiner Geschichte beginnt, engagieren sich die Vereinigten Staaten weiter für eine Politik, die demokratische Prinzipien, Rechtsgrundsätze und den Respekt für Menschenrechte unterstützt", erklärte Obama.

Der US-Präsident erklärte, Venezuela befinde sich in "schwierigen Zeiten" und stehe vor "einem neuen Kapitel in seiner Geschichte".

Das Verhältnis zwischen Washington und Caracas war unter Chávez sehr angespannt: Der linkspopulistische Staatschef hatte den USA "Imperialismus" vorgeworfen und sich als lateinamerikanischer Gegenspieler Washingtons präsentiert. Dabei unterhielt er enge Beziehungen zu US-Gegnern wie dem Iran und Kuba.

Hollywood-Regisseur Stone nennt Chávez "großen Helden"

Venezuela hatte erst am Dienstag zwei US-Militärattachés wegen mutmaßlicher Verwicklung in "konspirative Pläne" des Landes verwiesen. Die USA wiesen die Behauptungen als abwegig zurück.

Die Hollywoodstars Sean Penn (52) und Oliver Stone (66) drückten öffentlich ihre Trauer den venezolanischen Präsidenten aus. Regisseur Stone würdigte den sozialistischen Staatschef als "großen Helden", berichtete das US-Branchenblatt "Hollywood Reporter" am Dienstag.

"Ich habe einen Freund verloren", sagte Oscar-Preisträger Penn in einer Mitteilung. Arme Menschen in der ganzen Welt hätten einen Verfechter verloren, fügte der Schauspieler hinzu. Der 58-jährige Chávez war am Dienstag in Caracas an den Folgen seines schweren Krebsleidens gestorben.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach der Familie von Chávez, der Regierung und dem venezolanischen Volk sein "tiefes Beileid" aus. Er würdigte in einer kurzen Ansprache den "Beitrag zur Entwicklung seines Landes", den Chávez während seiner Amtszeit geleistet habe.

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff zeigte sich bestürzt und sprach von einem "unersetzlichen Verlust". Chávez hinterlasse eine "Leere im Herzen, in der Geschichte und den Kämpfen Lateinamerikas". "Ein großer Lateinamerikaner ist tot." Bolivien verhängte sieben Tagen offizielle Trauer, Argentinien drei Tage. Mehrere Staatschefs aus der Region wollen nach Caracas reisen.

Human Rights Watch zieht kritische Bilanz

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zog dagegen eine kritische Bilanz der Chávez-Jahre. Die 14 Jahre seien geprägt gewesen durch "eine dramatische Machtkonzentration und eine offene Missachtung der Menschenrechte". Der Opposition, Journalisten und Menschenrechtlern seien grundlegende Rechte verweigert worden. Gerade in den letzten Jahren habe Chávez seine Macht genutzt, um Kritiker einzuschüchtern, zu zensieren und zu verfolgen.

Chávez war in Havanna am 11. Dezember zum vierten Mal seit Juni 2011 wegen seiner Krebserkrankung operiert worden. Nach seinem Tod steht Venezuela vor Neuwahlen. Chávez hatte schon Ende vorigen Jahres Maduro als seinen Wunschnachfolger präsentiert.

Nach Artikel 233 der venezolanischen Verfassung müssen binnen 30 Tagen Neuwahlen ausgerufen werden. Bis dahin muss laut Verfassung Parlamentspräsident Diosdado Cabello die Amtsgeschäfte übernehmen. Es gilt als sicher, dass Maduro als Kandidat antritt. Welchen Kandidaten die Opposition aufstellt, ist noch nicht sicher.

Seit Januar ans Krankenbett gefesselt

Chávez war am 7. Oktober 2012 mit klarer Mehrheit von über 55 Prozent der Stimmen bis 2019 im Amt bestätigt worden. Auch die Opposition erkannte den Sieg rückhaltlos an. Allerdings hatte Chávez am 10. Januar 2013 sein Amt schon nicht mehr antreten können, weil er in Havanna ans Krankenbett gefesselt war.


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