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D-Day-Gedenkfeier: Angela Merkel begrüßt Wladimir Putin eiskalt

Erstes Treffen mit Putin seit neun Monaten  

Merkels eiskalter Handschlag

06.06.2014, 15:43 Uhr | dpa

D-Day-Gedenkfeier: Angela Merkel begrüßt Wladimir Putin eiskalt. Gespitzte Lippen, kühler Blick: Merkel und Putin treffen sich in Frankreich. (Quelle: dpa)

Gespitzte Lippen, kühler Blick: Merkel und Putin treffen sich in Frankreich. (Quelle: dpa)

Unfreundlicher kann eine Begrüßung nicht sein, ohne die Grenzen der guten Manieren zu verletzen: Kanzlerin Angela Merkel ist am Rande der D-Day-Gedenkfeiern in der Normandie mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammengetroffen. Ein Handschlag, kein Lächeln, saure Minen auf beiden Seiten und viel Distanz - das Gespräch dauerte dann etwas über eine Stunde.

Am Rande der Feierlichkeiten haben auch US-Präsident Barack Obama und sein russischer Kollege Wladimir Putin ein bilaterales Gespräch geführt. Nach Kremlangaben hätten sich die beiden Staatschefs für ein schnelles Ende der Gewalt in der Ostukraine ausgesprochen.

Der Kreml teilte dazu mit: "Obwohl das kein eigens angesetztes Treffen war, hatten die Staatsoberhäupter die Möglichkeit, ihre Meinungen über die Lage in der Ukraine auszutauschen - und auch über die Krise in der Ostukraine", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut Nachrichtenagentur Interfax. Putin und Obama hätten sich für ein rasches Ende aller militärischen Handlungen ausgesprochen.

Zuvor war Putin erstmals mit seinem neugewählten ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko zusammengekommen.

Sichtbare Distanz zwischen Merkel und Putin

Eigentlich wollten in Deauville Merkel und Putin bei ihrem ersten persönlichen Treffen seit Beginn der Ukraine-Krise Wege finden, sich wieder anzunähern. Zur Begrüßung gaben sich beide kurz die Hand und saßen anschließend vor den Flaggen ihrer Länder an einem kleinen Tisch relativ weit voneinander entfernt. Merkel begegnete Putin mit ungewohnt ernstem Gesichtsausdruck, zeitweise mit demonstrativ hochgezogenen Augenbrauen und einem strengen, ermahnenden Blick. Putin setzte sich breitbeinig auf die andere Seite des Beistelltisches und schaute absichtlich von der Kanzlerin weg.

Merkel hatte seit der international scharf kritisierten Annektierung der Krim durch Russland vor drei Monaten immer wieder mit Putin telefoniert, ihn aber nicht mehr persönlich getroffen. Zuletzt hatten sich die beiden am 6. September beim G20-Gipfel im russischen St. Petersburg gesehen.

"Auf der Suche nach einer ukrainischen Lösung"

In dem einstündigen Gespräch forderte Merkel Putin dann auf, für eine Stabilisierung der Lage in der Ukraine alles in seiner Macht stehende zu tun. Die Kanzlerin habe die Überzeugung geäußert, dass nach der international anerkannten Präsidentenwahl in der Ukraine jetzt die Zeit genutzt werden müsse, "um eine Stabilisierung der Lage insbesondere in der Ost-Ukraine zu erreichen", teilte die Bundesregierung mit. Russland müsse seiner großen Verantwortung dabei gerecht werden.

Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax: "Putin und Merkel haben sich voll und ganz auf die ukrainischen Angelegenheiten konzentriert - auf die Suche nach einer ukrainischen Lösung." Auf die Frage, ob es auch um Meinungsverschiedenheiten gegangen sei, sagte der bei dem Treffen anwesende Peskow: "Genau dem war das Gespräch gewidmet."

Putin trifft ukrainischen Präsidenten

Derweil hat Putin zum ersten mal mit seinem neugewählten ukrainischen Kollege Petro Poroschenko ein Gespräch geführt. Bisher hatte Russland weder das neue Staatsoberhaupt noch die ukrainische Übergangsregierung anerkannt. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte die beiden zusammengebracht. Sie hätten eine Viertelstunde lang über Möglichkeiten gesprochen, die Lage in der Ost-Ukraine zu entspannen.

Feiern haben begonnen

In Colleville-sur-Mer hat unterdessen eine Gedenkzeremonie mit Reden von US-Präsident Barack Obama und dem französischen Präsidenten François Hollande begonnen. Mit Spannung wird erwartet, wie Putin im Kreis der westlichen Staats- und Regierungschefs aufgenommen wird.

Ob es am Rande auch zu einem Gespräch des Kremlchefs mit Obama kommen wird, ist noch unklar. Am Vorabend hatte Putin in Paris bereits den britischen Premier David Cameron getroffen. Im Anschluss war Putin von Hollande empfangen worden.

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