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Putin-Interview in der ARD: "Sanktionen schaden der globalen Wirtschaft"

Putin-Interview in der ARD  

"Sanktionen schaden der globalen Wirtschaft"

16.11.2014, 13:31 Uhr | ik, dpa

Putin-Interview in der ARD: "Sanktionen schaden der globalen Wirtschaft". Russlands Präsident Putin im Gespräch mit dem NDR-Journalisten Hubert Seipel. (Quelle: NDR)

Russlands Präsident Putin im Gespräch mit dem NDR-Journalisten Hubert Seipel. (Quelle: NDR)

"Eiseskälte" auf dem G20-Gipfel, ein "Hauch von Kalter Krieg": Schlagzeilen dieser Art haben die Berichterstattung über das von der Ukraine-Krise überschattete Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Australien bestimmt. Am Ende reiste Russlands Präsident Wladimir Putin noch vor der gemeinsamen Abschlusserklärung ab. Aus dem Fokus der Öffentlichkeit in Deutschland ist er damit nicht. Unter dem Titel "Wohin steuert der Kremlchef?" diskutiert am Abend die Polit-Talkshow von Günther Jauch. Gezeigt wird dazu ein Interview, das die ARD exklusiv mit Putin führen konnte. t-online.de wird am Montagmorgen darüber berichten.

In dem Gespräch zwischen dem NDR-Journalisten Hubert Seipel und dem Kremlchef in Wladiwostok vor dessen Abreise zum G20-Gipfel warnt Putin vor den Folgen der EU-Sanktionen auch für den Westen.

Wenn russische Banken durch die EU sanktioniert würden, träfe das mittelfristig auch westliche Staaten, sagte der russische Präsident laut einer Vorabmeldung zu dem Interview auf der Internetseite der Tagesschau.

"Mittelfristig auch Auswirkungen bei Ihnen"

Demnach sagte Putin wörtlich: "Wenn aber die finanziellen Möglichkeiten unserer Finanzinstitute beschnitten werden, können sie den Wirtschaftsakteuren in Russland, die mit deutschen Partnern zusammenarbeiten, weniger Kredite gewähren, sodass ihre Zahl sinken wird. Das wird früher oder später nicht nur bei uns, sondern auch bei Ihnen Auswirkungen haben."

Weitere Auszüge aus dem Gespräch veröffentlichte der Kreml am Nachmittag in englischer Übersetzung auf seiner Internetseite. Natürlich schade das, was im Kontext der sogenannten Sanktionen passiere, der globalen Wirtschaft, heißt es darin. "Es schadet sowohl uns als auch der globalen Wirtschaft".

Die Kosten, die aufgrund russischer Gegenmaßnahmen zum Schutz der eigenen Wirtschaft entstanden sind, beziffert Putin auf fünf bis sechs Milliarden Euro. Kosten, die sich für Russland aufgrund der Sanktionen ergeben hätten, konnte der Kremlchef nicht genau beziffern. Natürlich gebe es Kosten, sagte er laut der Vorabauszüge. Diese seien aber zum Teil virtuell und schwer zu berechnen.

Auch Vorteile für die russische Wirtschaft

Andererseits seien durch die Sanktionen Anreize für die russische Wirtschaft entstanden, bestimmte Waren, die nicht mehr aus dem Westen bezogen werden dürften, nun selbst zu produzieren, so Putin.

In die gleiche Richtung äußerte sich Putin auch im Rahmen des G20-Gipfels in Brisbane. Demnach hätten die Sanktionen und die russischen Antworten darauf allen Seiten bereits großen Schaden zugefügt. Er hoffe daher auf eine Normalisierung der Lage. "Wenn aber die Versuche weitergehen, alle Fragen ausschließlich nach eigenen geopolitischen Interessen zu entscheiden, dann ist eine Prognose dazu schwer, wie lange das alles noch dauern wird", sagte er.

Talk-Runde bei Günther Jauch

Das Interview mit dem russischen Präsidenten zeigt die ARD ab 21.45Uhr in voller Länge in der Sendung "Günther Jauch". Anschließend wird Jauch mit seinen Gästen, dem NDR-Journalisten Seipel, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, WDR-Chefredakteurin Sonia Seymour Mikich und dem Historiker Heinrich August Winkler, über das Gespräch diskutieren.

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