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Arabische Liga beschließt gemeinsame Elitetruppe gegen IS-Terror

40.000 Mann gegen IS-Terror  

Arabische Liga beschließt eine gemeinsame Eingreiftruppe

29.03.2015, 14:47 Uhr | AP, dpa, rtr, AFP

Arabische Liga beschließt gemeinsame Elitetruppe gegen IS-Terror. Mitglieder einer saudi-arabischen Eliteeinheit - sie könnten Teil einer Eingreiftruppe der Arabischen Liga werden. (Quelle: dpa)

Mitglieder einer saudi-arabischen Eliteeinheit - sie könnten Teil einer Eingreiftruppe der Arabischen Liga werden. (Quelle: dpa)

Die Staats- und Regierungschefs der Arabischen Liga haben im ägyptischen Badeort Scharm-el-Scheich die Gründung einer gemeinsamen militärischen Eingreiftruppe beschlossen. Rund 40.000 Elitesoldaten sollen ihr angehören, ihr Hauptquartier wird entweder in der ägyptischen Hauptstadt Kairo oder in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad stehen. Die Truppe soll durch Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe und Panzeraufklärungseinheiten unterstützt werden. Bei der Umsetzung des Vorhabens sind Machtkämpfe zwischen dem Iran, Ägypten und Saudi-Arabien nicht ausgeschlossen.

Die Streitmacht solle künftig gegen extremistische Gefahren in der Region vorgehen können, sagte der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Die insgesamt 22 Mitglieder der Liga, darunter der Irak, der Jemen, Libyen, Somalia, der Sudan und Syrien, hätten sich auf "Prinzipien" für die Militärischen Einheiten geeinigt.

Saudi-Arabien oder Ägypten als Führungsmacht

Es könnte sein, dass Saudi-Arabien als wirtschaftliches Kraftzentrum der Region die Führungsrolle der Truppe übernehmen wird. Ägypten, das den Sitz der Liga in der Hauptstadt Kairo stellt, wird auch eine große Rolle spielen, da es über das größte stehende Heer der arabischen Welt verfügt. Allerdings ist Ägypten stark abhängig von finanzieller Hilfe von Saudi-Arabien und anderen sunnitischen Golfstaaten, die Milliarden vergeben haben, um die strauchelnde Wirtschaft des Landes zu finanzieren.

Rund um den Gipfel gab es Andeutungen, dass ein Beitritt zu der Truppe freigestellt wird. Die Einheit würde in erster Linie eine sunnitische, muslimische, arabische Armee sein, die die Interessen der sunnitischen Nationen wie Saudi-Arabien und Ägypten repräsentiert. Die Einheit könnte insbesondere radikale sunnitische Kräfte wie Al Kaida und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen.

Machtkampf zwischen Saudi-Arabien und dem Iran?

Die Truppe könnte aber auch mit der Absicht eingesetzt werden, dem Einfluss der schiitischen Vormacht Iran etwas entgegenzusetzen. Arabische Länder wie der Irak, in dem der Iran großen Einfluss auf die Regierung ausübt, haben daher bereits öffentlich ihre Vorbehalte gegen den Plan geäußert. Saudi-Arabien und der Iran beanspruchen beide eine Führungsrolle in der Region.

Details zur Truppe sollten von hochrangigen Beamten gemeinsam mit militärischen Entscheidungsträgern im April ausgearbeitet werden. Es wird allerdings Monate dauern, bis die Truppe wirklich steht. Darauf wiesen die Teilnehmer des Gipfels hin.

Kampf gegen islamistischen Terror im Jemen

Das Gipfeltreffen der arabischen Staatsoberhäupter stand insbesondere unter dem Eindruck des Bürgerkrieges im Jemen. Schiitische Huthi-Rebellen dominieren gemeinsam mit Getreuen des ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Salih große Teile des Landes. Der entmachte Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi floh mit saudischer Hilfe außer Landes. 

Erst am Donnerstag startete eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition aus rund zehn Staaten Luftangriffe auf die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen. Beim Treffen der Arabischen Liga hatte Hadi am Samstag den Iran für das Chaos im Jemen verantwortlich gemacht, der die Rebellen unterstützen soll.

Pläne sind alt

Die Bildung einer militärischen Einheit war ein langfristig angestrebtes Ziel der Liga-Staaten, dem die arabischen Nationen aber seit 65 Jahren mehr oder weniger ausweichen - damals hatten sie einen gemeinsamen Verteidigungspakt unterschrieben, den sie aber kaum anwandten. Die Golfnationen hatten unter dem Schirm des Golf-Kooperationsrats 2011 Truppen versammelt, um eine Reihe destabilisierender Proteste der schiitischen Mehrheit im sunnitisch geführten Bahrain niederzuschlagen.

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