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Amnesty wirft China brutale Folter vor

Schläge, Wasserentzug, Tigerbank  

Menschenrechtler werfen China brutale Folter vor

12.11.2015, 11:13 Uhr | dpa, t-online.de, AFP

Amnesty wirft China brutale Folter vor . Ein chinesischer Polizist steht Wache vor einem Gefängnis in Peking. Folter ist bis heute eine gängige Verhörmethode in der Volksrepublik. (Quelle: AFP)

Ein chinesischer Polizist steht Wache vor einem Gefängnis in Peking. Folter ist bis heute eine gängige Verhörmethode in der Volksrepublik. (Quelle: AFP)

Trotz Zusagen, das Justizsystem zu verbessern: Chinesische Polizisten sollen Verdächtige nach wie vor mit brutalen Methoden zur Aussage zwingen. Sogar Anwälte würden regelmäßig Opfer von Folter, beklagt Amnesty International in einem Bericht.

Verdächtige werden demnach von Beamten geschlagen, ihre Hände und Füße für lange Zeit mit Handschnellen fixiert, ihnen Schlaf entzogen oder Nahrung, Wasser und Medikamente verweigert.

Eine besonders qualvolle Methode ist die sogenannte "Tigerbank": Dabei wird das Opfer auf einer schmalen Holz- oder Eisenbank an Oberschenkeln und Knien festgebunden. Die Hände werden hinter dem Rücken gefesselt. In gewissen Abständen werden Bretter oder Ziegel unter die Füße geschoben bis die Beine des Häftlings überdehnt werden.

Ein hoffnungsloses System

In dem Dokument mit dem Titel "Kein Ende in Sicht" untersuchte Amnesty insgesamt 590 Folterfälle. Die Menschenrechtsorganisation sprach zudem mit Menschenrechtsanwälten, die selbst zu Opfern wurden. "Welche Hoffnung sollen normale Angeklagte in einem System haben, in dem sogar Anwälte gefoltert werden", sagte Patrick Poon, Chinaexperte bei Amnesty. "Für die Polizei ist ein erpresstes Geständnis die einfachste Methode, um eine Verurteilung zu erreichen", so Poon.

Erst in diesem Jahr hatten chinesische Sicherheitsbehörden eine massive Kampagne gegen Menschenrechtsanwälte gestartet: Sie ließen knapp 300 Anwälte und deren Mitarbeiter festnehmen oder von der Polizei verhören. Bereits im Mai hatte die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch Foltervorwürfe gegen China erhoben. Kommende Woche kommt die Anti-Folter-Kommission der Vereinten Nationen zusammen, um sich mit China zu beschäftigen.

China hatte seit 2010 mehrfach Verbesserungen des Justizsystems angekündigt. Schon 1986 hatte die Volksrepublik die UN-Konvention gegen Folter unterschrieben, deren Einhaltung kommende Woche in Genf begutachtet wird. Die für China zuständige Abteilungsleiterin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Sophie Richardson, erklärte dazu: "Folter ist noch immer eine tägliche Realität in China. Jetzt ist ein entscheidender Moment für Peking, Antworten zu liefern, warum dieses Problem noch immer existiert."

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