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Ausgaben für Rüstung steigen: Das investieren Länder in Krieg

Starkes Plus nahe Konfliktregion  

So viel investieren Länder weltweit in ihre Rüstung

05.04.2016, 11:45 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Ausgaben für Rüstung steigen: Das investieren Länder in Krieg. Militärparade in Polen: Wegen der Spannungen im Gefolge der Ukraine-Krise haben vor allem die Nachbarländer Russlands und der Ukraine 2015 mehr Geld für Waffen und Rüstung ausgegeben.  (Quelle: dpa)

Militärparade in Polen: Wegen der Spannungen im Gefolge der Ukraine-Krise haben vor allem die Nachbarländer Russlands und der Ukraine 2015 mehr Geld für Waffen und Rüstung ausgegeben. (Quelle: dpa)

Nach vier Jahren mit rückläufigen Rüstungsausgaben wurde 2015 weltweit wieder mehr Geld für Waffen, Ausrüstung und Personal ausgegeben. Wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri mitteilte, stiegen die Ausgaben um ein Prozent.

Unter anderem hat die Ukraine-Krise Nachbarländer der Konfliktparteien Russland und Ukraine zu höheren Ausgaben motiviert. So haben Polen, (+22%), Litauen (+33%) und die Slowakei (+17%) für einen Gesamtanstieg um 13 Prozent in Mitteleuropa gesorgt. Im Gegensatz dazu gingen die Ausgaben in den westeuropäischen Ländern um 1,3 Prozent zurück. Deutschlands Ausgaben legten laut Sipri nur geringfügig auf knapp 34,6 Milliarden Euro (39,4 Milliarden Dollar) zu. Es wurde von Japan, das 40,9 Milliarden Dollar investierte, vom 8. auf den 9. Platz verdrängt.

USA unangefochten an der Spitze

An der Spitze der Liste bleiben unangefochten die USA, die zwar 2,4 Prozent weniger investierten als 2014, mit 596 Milliarden Dollar aber weiterhin klar vor China (215 Milliarden Dollar) rangieren. Im laufenden Jahr dürften sich die Ausgaben der weltgrößten Militärmacht der Einschätzung Sipris zufolge stabilisieren. "Es macht den Eindruck, dass die Einschnitte in den USA dem Ende entgegengehen", sagte Sam Perlo-Freeman, der Leiter der Studie. 

Saudis überholen Russland

Das sunnitische Königreich Saudi-Arabien hat seine Ausgaben um knapp sechs Prozent auf 87,2 Milliarden Dollar gesteigert und damit sogar Russland (plus 7,5 Prozent auf 66,4 Milliarden Dollar) und Großbritannien (plus 7,4 Prozent auf 55,5 Milliarden Dollar) hinter sich gelassen. Dass sich Saudi-Arabien trotz geringerer Steigerung in der Ausgabenliste vor Russland schob, lag an der Rubelabwertung und einer Aktualisierung der Sipri-Statistik für 2014. Der Irak gab sogar 35 Prozent mehr für Waffen aus.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1676 Milliarden Dollar (1,5 Billionen Euro) in militärische Mittel investiert. Laut Perlo-Freeman zeigen die Militärausgaben des vergangenen Jahres, "gegensätzliche Trends". Auf der einen Seite spiegelten sie die eskalierenden Konflikte und Spannungen in vielen Teilen der Welt wider. Auf der anderen Seite sei klar zu erkennen, dass wegen des gesunkenen Ölpreises weniger "Ölgeld" in die Rüstung fließe. Diese wirtschaftlich und politisch schwankende Lage mache es schwierig, eine Prognose für die Zukunft zu erstellen.

Absehbar sei jedoch, dass die Rüstungsausgaben einiger westeuropäischer Länder in Zukunft zulegen werden. Grund für die Einschätzung der Forscher ist, dass Großbritannien, Deutschland und Frankreich wegen des schwierigen Verhältnisses zu Russland und der Bedrohung durch Terrororganisationen wie des Islamischen Staates angekündigt haben, ihre Ausgaben zu erhöhen.

Ranking der 15 Länder, die laut Sipri am meisten in ihre Rüstung investieren:
 (Quelle: Sipri) (Quelle: Sipri)

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