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Barack Obama kommt nach im Mai Hiroshima

Historische Visite  

Obama besucht als erster US-Präsident Hiroshima

11.05.2016, 10:02 Uhr | AFP

71 Jahre nach dem Atombomben-Abwurf auf Hiroshima wird erstmals ein amtierender US-Präsident die damals fast völlig vernichtete japanische Stadt besuchen.

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Wie das Weiße Haus mitteilte, wird Präsident Barack Obama am 27. Mai zusammen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe die "historische Visite" abstatten.

Mit dem Besuch wolle Obama sein "fortgesetztes Engagement für Frieden und Sicherheit in einer Welt ohne Atomwaffen" unterstreichen, erklärte Präsidentensprecher Josh Earnest.

Keine Entschuldigung geplant

Der US-Präsident plant jedoch nicht, in seiner Rede im Friedenspark von Hiroshima eine formelle Entschuldigung für den Atombomben-Abwurf durch die US-Streitkräfte auszusprechen, wie aus einem Internet-Eintrag von Earnest hervorgeht.

Obama werde nicht auf die damalige Entscheidung für den erstmaligen Einsatz der Atombombe eingehen, "sondern eine in die Zukunft gerichtete Version einer gemeinsamen Zukunft" beschreiben, schrieb der Sprecher des Weißen Hauses in seinem Blog.

Visite ist innenpolitisch heikel

Die US-Streitkräfte hatten mit ihren Atombomben-Abwürfen über Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 Japan zur Kapitulation im Zweiten Weltkrieg gezwungen. In Hiroshima wurden 140.000 Menschen durch die Bombe getötet, in Nagasaki 74.000 Menschen.

Bis heute ist umstritten, ob der Atombomben-Einsatz nötig war, um Japan zur raschen Kapitulation zu zwingen. In den USA, wo viele den Abwurf der Bomben in der historischen Rückschau für gerechtfertigt halten, ist Obamas Visite innenpolitisch heikel.

Pearl Harbor-Jahrestag steht an

Der Besuch kommt zudem zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt, da im Dezember der 75. Jahrestag des japanischen Angriffs auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii begangen wird, der den Kriegseintritt der USA auslöste.

Der Besuch des US-Präsidenten in Hiroshima wird sich an seine Teilnahme am Gipfel der sieben führenden Industriestaaten (G-7) am 26. und 27. Mai in der japanischen Region Ise-Shima anschließen. Spekulationen über einen Besuch Obamas in Hiroshima gab es bereits seit Wochen.

John Kerry war "tief bewegt"

Anfang April hatte John Kerry als erster Außenminister der USA das Mahnmal zum Atombomben-Abwurf in Hiroshima besucht. Er zeigte sich damals "tief bewegt" und beschrieb die Exponate als eine Erfahrung, "die einem den Magen umdreht". 

Kerry betonte damals: "Jeder sollte Hiroshima besuchen, und mit 'jeder' meine ich 'jeder'" - und heizte so die Spekulationen über einen bevorstehenden Besuch Obamas an.

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