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Ischinger: Putin-Rauswurf war falsch - "G7 kann Krisen nicht lösen"

Experte: Putin-Rauswurf war falsch  

"G7 kann große Krisen nicht allein lösen"

25.05.2016, 10:44 Uhr | dpa

Ischinger: Putin-Rauswurf war falsch - "G7 kann Krisen nicht lösen". Suchoi Su-25 Kampfflugzeuge im russischen Stawropol. (Quelle: Reuters/Symbolbild)

Suchoi Su-25 Kampfflugzeuge im russischen Stawropol. (Quelle: Symbolbild/Reuters)

Vor zwei Jahren schloss die Gruppe der acht wichtigsten Industriestaaten (G8) ein wichtiges Mitglied aus: Russland. Wladimir Putin hatte die Krim annektiert. Den Rauswurf hält Wolfgang Ischinger für einen Fehler, denn: "Die G7-Gruppe ist nicht im Stande, große internationale Krisen alleine zu lösen."

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz ist sicher: "Weder die Ukraine-Krise noch der Syrien-Konflikt sind ohne Russland zu lösen."

Rückkehr zu G8 derzeit unmöglich

Eine Rückkehr Putins in den Kreis ist nach Auffassung Ischingers unter den gegenwärtigen Umständen aber nicht denkbar. Für die G7 wäre das ein "Eingeständnis einer schweren Niederlage" in der Ukraine-Krise, sagte er. "Andererseits sollte man niemals nie sagen. Die Tür für eine Rückkehr Russlands in den Kreis sollte langfristig offen bleiben."

Russland war 2014 wegen der Annexion der Krim aus der "Gruppe der Acht" (G8) ausgeschlossen worden. Der G7 gehören nun noch die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada an. Am Donnerstag und Freitag treffen sich die Staats- und Regierungschefs dieser Länder in der japanischen Ferienregion Ise-Shima zu ihrem jährlichen Gipfel. Putin besucht währenddessen das Nato- und EU-Mitglied Griechenland.

G7: Werte statt Konfliktlösung

Die Vorstellung, der Westen und Russland - zumindest unter Putin - könnten sich auf gemeinsame Ziele verständigen, sei zu einer Illusion geworden. "Das wollten wir lange nicht wahrhaben", sagte Ischinger. Die G7 könne aber als Wertegemeinschaft manches leisten, was weder die frühere G8 noch die G20 könne. Der G20 gehören Russland und alle G7-Staaten an, außerdem große Schwellenländer wie China und Brasilien.

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