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Barack Obama warnt Donald Trump vor "Deals" mit Wladimir Putin

Scheidender US-Präsident  

Obama warnt Trump vor "Deals" mit Putin

18.11.2016, 12:41 Uhr | dpa, AP, AFP, t-online.de

Barack Obama warnt Donald Trump vor "Deals" mit Wladimir Putin . US-Präsident Barack Obama bei einer Pressekonferenz mit Angela Merkel in Berlin. (Quelle: dpa)

US-Präsident Barack Obama bei einer Pressekonferenz mit Angela Merkel in Berlin. (Quelle: dpa)

US-Präsident Barack Obama hat seinen gewählten Nachfolger Donald Trump vor einer Aufgabe wichtiger Prinzipien im Verhältnis zu Russland gewarnt. Auch Trump müsse die US-Werte hochhalten.

Obama sagte nach einem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin, er hoffe, dass der neue Präsident nicht nur eine realpolitische Position beziehen werde und sage: "Wir machen einfach Deals mit Russland, selbst wenn das jemandem schaden kann oder internationale Normen verletzt oder kleineren Ländern schadet."

Er hoffe, dass Trump einen konstruktiven Ansatz in den Beziehungen weiterverfolge, aber zugleich bereit sei, deutlich zu machen, wenn unterschiedliche Interessen vorhanden seien.

Trump soll sich Moskau entgegenstellen

Obama forderte Trump auf, sich Russland fest entgegenzustellen, wenn es von US-Werten abweichen sollte. Dies gelte auch für internationale Normen, sagte der scheidende amerikanische Präsident bei seinem Berlin-Besuch.

Obama verwies darauf, dass die USA erhebliche Differenzen mit Russland bei Krisen wie in Syrien und der Ukraine hätten. Es sei wichtig, mit dem Kreml Felder zur Kooperation auszuloten, wenn das mit den US-Werten und internationalen Normen konform gehe. Er hoffe aber, der neue Präsident werde Russland Kontra geben, wenn das nicht der Fall sei.

Kreml beklagt beschädigte Beziehungen

Er erwarte nicht, dass Trump in allem die Linie seiner Regierung fortführe. Er hoffe aber auch, dass er nicht einfach alles fallen lasse, was seine Regierung erreicht habe.

Obama bezeichnete den Wahlerfolg seines designiertes Nachfolgers als größten politischen Umbruch in der jüngeren Geschichte. Er bleibe aber vorsichtig optimistisch, was die Präsidentschaft Trumps angehe. "Der Grund dafür ist, dass dieser Job einen zwingt, ernsthaft zu sein, er verlangt Seriösität", sagte Obama. "Wenn man nicht seriös ist in diesem Job, dann hat man ihn vermutlich nicht lange."

Das ganze Land und die Welt schaue auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Er sei bereit, zu helfen. Amtsführung sei anders als Wahlkampf. "Ich würde hoffen, dass das auch etwas ist, was er gründlich überdenkt."

Komplimente für die Kanzlerin

Die deutsche Kanzlerin überschüttete Obama bei der gemeinsamen Pressekonferenz erneut mit Komplimenten - gerade auch für ihre Flüchtlingspolitik. Merkel stehe wie er selbst für "eine umfassende und humanitäre Lösung dieser Krise, der wir auch die Flüchtlingswelle nach Europa zu verdanken haben", sagte der Präsident. Die Kanzlerin habe dabei Augenmaß und Mitgefühl gezeigt.

Obama lobte auch Merkels "Stärke und Entschlossenheit" sowie ihre konsequente Orientierung an Werten."Ich glaube, sie ist herausragend gewesen", antwortete er auf die Frage, ob er sich eine erneute Kanzlerschaft von Angela Merkel wünsche.

Obama würde wohl Merkel wählen

Die Entscheidung liege natürlich bei ihr und den deutschen Wählern, fügte er hinzu, um dann nachzuschieben: "Wenn ich hier wäre, und wenn ich Deutscher wäre und eine Stimme hätte; ich könnte sie unterstützen."

Merkel legte sich erneut nicht fest. Sie wiederholte nach dem Treffen mit Obama im Kanzleramt ihre vielfach gebrauchte Formel, die Frage nach ihrer Kanzlerkandidatur "zum geeigneten Zeitpunkt" zu beantworten. "Der ist heute nicht gegeben", fügte sie hinzu.

Obama appellierte bei der Pressekonferenz an die Länder Europas, sich um den Erhalt der EU zu bemühen. "Ich glaube weiter daran, dass die Europäische Union eine der größten Errungenschaft der Welt ist", sagte er. "Man muss diese Errungenschaften kultivieren und dafür kämpfen", sagte Obama. Der Austritt Großbritanniens solle so geräuschlos und problemlos wie möglich gestaltet werden.

Emotionaler und pragmatischer Abschied

Merkel verabschiedete Obama in Berlin emotional und pragmatisch zugleich. Auf die Frage, ob ihr der Abschied schwer falle, bekannte Merkel bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Obama nach einem Treffen im Kanzleramt: "Na klar. Wenn man mit jemandem gut zusammengearbeitet hat, dann fällt der Abschied auch schwer." Aber schließlich sei man ja auch Politiker - "und Demokratie lebt vom Wechsel". In der US-Verfassung sei es sehr hart vorgegeben: "Acht Jahre, und dann kommt ein neuer Präsident", meinte Merkel nüchtern.

Wenn es im deutschen Interesse sei, gute transatlantische Beziehungen zu haben, sei es nun eben die Aufgabe, "einfach auch nach vorne zu gucken", sagte Merkel. Künftige gegenseitige Besuche blieben ja möglich, machte sie klar: "Wenn wir uns persönlich begegnen wollen, schließt das ja der freie Reiseverkehr, den wir Gott sei Dank in allen Teilen Deutschlands haben, nicht aus. Und insofern sind wir ja nicht aus der Welt, wie man bei uns sagen würde."

Obama reagierte entspannt mit einer hilflosen Geste, einem Lächeln und augenzwinkernd auf Merkels Pragmatismus - und sorgte damit für Lacher in den Reihen der Journalisten.

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