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Hunderttausende verabschieden sich von Fidel Castro

"Ich bin Fidel"  

Hunderttausende verabschieden sich von Fidel Castro

30.11.2016, 07:25 Uhr | AP, dpa

Hunderttausende verabschieden sich von Fidel Castro. Kubaner versammeln sich in Havanna, um Abschied von ihrem früheren Präsidenten Fidel Castro zu nehmen. (Quelle: dpa)

Kubaner versammeln sich in Havanna, um Abschied von ihrem früheren Präsidenten Fidel Castro zu nehmen. (Quelle: dpa)

Hunderttausende Kubaner und zahlreiche Staats- und Regierungschefs haben dem verstorbenen Revolutionsführer Fidel Castro in Havanna die letzte Ehre erwiesen. In Reden würdigten Spitzenpolitiker dessen Vermächtnis. Zum Abschluss der Trauerfeier in Havanna appellierte Castros Bruder und Nachfolger Raúl Castro, sich an die Werte der Revolution zu erinnern.

Vor dem Platz der Revolution stellten sich am Dienstag zahlreiche Menschen für die abendliche Trauerfeier an. An diesem Ort hatte Fidel Castro in den Jahren nach der Machtübernahme 1959 flammende Ansprachen gehalten. Zum Auftakt der Zeremonie flimmerte ein alter Schwarz-Weiß-Film über Castro und andere Guerilla-Kämpfer über eine Großleinwand. Staatschef Raúl Castro salutierte.

"Ich bin Fidel"

An der Trauerfeier nahmen unter anderem die Staatschefs von Mexiko, Ecuador, Bolivien, Venezuela, Panama, Nicaragua, Simbabwe und Griechenland sowie eine Reihe von Anführern kleinerer Nationen teil. Staaten wie die USA und Russland schickten ranghohe Politiker.

"Wo ist Fidel?", fragte der nicaraguanische Präsident und frühere Guerillakommandeur Daniel Ortega zu Beginn seiner Rede. "Ich bin Fidel. Ich bin Fidel", schallte es aus Hundertausenden Kehlen zurück. Menschen hatten sich "Fidel" auf die Stirn geschrieben. Andere zeigten Transparente auf denen zu lesen war: "Es gibt Männer, die ihr ganzes Leben kämpfen - diese Männer sind unentbehrlich."

"Wir sind gekommen, um den ewigen Rebellen, den ewigen Träumer zu ehren", sagte Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. "Er ist von uns gegangen - ungeschlagen, freigesprochen von der Geschichte." Das südamerikanische Land ist der engste Verbündete der sozialistischen Karibikinsel.

"Fidel wird immer unter uns sein. Seine Ideen sind für die Ewigkeit", erklärte Boliviens Präsident Evo Morales in seiner Rede. "Euer Schmerz ist unser Schmerz." Südafrikas Präsident Jacob Zuma würdigte Kubas Erfolge in der Bildungs- und Gesundheitspolitik unter Fidel Castro. Zudem hob er die Unterstützung des Karibikstaats für Unabhängigkeitsbestrebungen von afrikanischen Ländern hervor. Castro sei "ein großer Kämpfer für die Idee" gewesen, "dass die Armen das Recht auf ein Leben in Würde haben", erklärte Zuma weiter.

"Wir verabschieden uns von einem Symbol für die Unabhängigkeit, die Freiheit und die Würde", sagte der linke griechische Regierungschef Alexis Tsipras. "Fidel gehört der ganzen Welt, Fidel gehört der Geschichte."

Zum Ende der Kundgebung bedankte sich Rául Castro für die warmen Worte der Staats- und Regierungschefs über seinen Bruder. Dieser sei ein Führer einer Revolution gewesen, die "den Demütigen" gegolten habe und "von den Demütigen" ausgegangen sei. "Fidel hat sein ganzes Leben der Solidarität gewidmet", sagte der kubanische Präsident.

Kuba verlangt Bekenntnis zum Einparteiensystem

An Hunderten Orten im ganzen Land stellten Menschen Denkmäler zu Ehren Castros auf. Behörden riefen Anwohner zudem zum neuen Bekenntnis zum sozialistischen Einparteiensystem auf, das in den letzten Jahren indes bei weitem nicht so viel Begeisterung entfachen konnte wie nach der Revolution von 1959. Viele Trauernde suchten die Denkmäler zwar aus eigenem Antrieb auf, doch wurden auch Tausende in Gruppen von der kommunistischen Führung hingeschickt.

Auf dem Gelände der Gedenkzeremonie passierten Tausende drei Räume mit nahezu identischen Erinnerungsstücken. Zu sehen war etwa ein Bild, das der kubanische Fotograf Alberto 1962 vom jungen Castro schoss: Es zeigt den Revolutionsführer im Gebirge Sierra Maestra. Die Urne mit der Asche Castros wurde indes nicht ausgestellt. Kubanischen Medienberichten zufolge befand sie sich in einem Zimmer im Verteidigungsministerium, wo dem Verstorbenen Raúl Castro und ranghohe Militärs am Vorabend die letzte Ehre erwiesen hatten.

Fidel Castro war am vergangenen Freitag im Alter von 90 Jahren gestorben.

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