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Erdogan: Türkischer Präsident greift deutsche Behörden an

"Werde dich genauso behandeln"  

Türkischer Präsident Erdogan greift deutsche Behörden an

08.12.2016, 18:01 Uhr | t-online.de, dpa

Erdogan: Türkischer Präsident greift deutsche Behörden an. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erhebt gegen deutsche Behörden schwere Vorwürfe. (Quelle: dpa)

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erhebt gegen deutsche Behörden schwere Vorwürfe. (Quelle: dpa)

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat im Zusammenhang mit einer Reise der Vize-Parlamentspräsidentin des Landes schwere Vorwürfe gegenüber Deutschland erhoben. "Ihr empfangt Terroristen als Gast in eurem Land. Aber die stellvertretende türkische Parlamentsvorsitzende dieses Landes lasst ihr dort stundenlang an der Tür warten", sagte Erdogan vor Ortsvorstehern in Ankara.

Ayse Nur Bahcekapili, die auch Abgeordnete der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP ist, sei bei ihrer Reise in Deutschland der Pass gestohlen worden, sie habe sich jedoch provisorische Papiere bei der Botschaft besorgt, sagte Erdogan. Dennoch sei sie an der Ausreise gehindert worden.

"Wenn du die Vize-Präsidentin meines Landes und eine weibliche Abgeordnete so behandelst, wenn deine Polizei solche Fehler begeht, dann muss ich und werde ich dich genau so behandeln", sagte Erdogan. Er forderte Schritte gegen das verantwortliche Flughafenpersonal.

Bundespolizei: "Vorgang dauerte Dreiviertelstunde"

Der Sprecher der Bundespolizei NRW bestätigte, dass Bahcekapili schon am 1. Dezember vom Flughafen Köln-Bonn aus in die Türkei ausreisen wollte. Sie habe vorläufige Papiere vorlegen können, aus denen aber beispielsweise kein Diplomatenstatus hervorgegangen sei. Daher habe die Polizei Kontakt mit dem türkischen Generalkonsulat aufgenommen, um den Status zu überprüfen. "Der Vorgang hat maximal eine Dreiviertelstunde gedauert", sagte der Sprecher.

Bahcekapili sprach dagegen von Schikane: "Man hat mir weder geglaubt, noch meinen Ersatzpass anerkannt", zitiert sie die regierungsnahe Zeitung "dailysabah". Sie habe den Beamten erklärt, dass ihr Flugzeug kurze Zeit später abheben werde. Als Antwort bekam sie nur ein: "Interessiert uns nicht". Zudem habe ihr die Bundespolizei mit einer Festnahme gedroht, sollte sie nicht still sein. 

Medienberichten zufolge wurde wegen des Vorfalls der deutsche Botschafter in Ankara, Martin Erdmann, ins türkische Außenministerium einbestellt. Im Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, Erdmann sei zu einem Gespräch eingeladen worden.

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