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Nordkorea probt Zerstörung von Südkorea - Kim Jong Un schaut zu

Kim beobachtet Übung mit Fernglas  

Nordkorea simuliert Zerstörung von Südkoreas Präsidentensitz

12.12.2016, 11:17 Uhr | AFP

Nordkorea probt Zerstörung von Südkorea - Kim Jong Un schaut zu. Simulation: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beobachtet, wie Soldaten Südkoreas Präsidentensitz stürmen. (Quelle: Reuters)

Simulation: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beobachtet, wie Soldaten Südkoreas Präsidentensitz stürmen. (Quelle: Reuters)

Nordkorea kann es nicht lassen. Die Armee hat wieder einen Angriff auf den Nachbarn Südkorea simuliert. Unter den Zielen war auch der südkoreanische Präsidentensitz, das sogenannte Blaue Haus. 

Nordkorea reagierte damit auf die Entmachtung von Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye. Bei einem umfangreichen Armeemanöver übten nordkoreanische Spezialeinheiten die Zerstörung "festgelegter Ziele" in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete. Wann das Manöver stattgefunden hat, wurde nicht mitgeteilt.

Blaues Haus gestürmt und in Brand gesetzt

Die Zeitung der in Nordkorea herrschenden Kommunistischen Partei, "Rodong Sinmun", veröffentlichte neben einem zweiseitigen Bericht über das Manöver auch mehrere Bilder, auf denen ein dem Blauen Haus ähnelndes Gebäude zu sehen ist, das von nordkoreanischen Truppen gestürmt und in Brand gesetzt wird.

Machthaber Kim Jong Un beobachtete den simulierten Angriff den Berichten zufolge höchst zufrieden mit einem Fernglas. Kim sagte KCNA, die Soldaten ihre Sache "gut gemacht". Die "feindlichen Truppen" hätten sich nirgendwo mehr verstecken und auch keinen Gegenangriff starten können.

Park verliert Amtsenthebungsverfahren

Beobachter hatten nach Parks Entmachtung mit neuen Provokationen aus Pjöngjang gerechnet. Das südkoreanische Parlament hatte am Freitag für ein Amtsenthebungsverfahren gegen die wegen einer Korruptionsaffäre unter Druck stehende Präsidenten gestimmt. Sie verlor damit umgehend ihre Amtsvollmachten.

Park behält zwar ihren Titel als Präsidentin und bleibt auch im Blauen Haus, bis das Verfassungsgericht über die Amtsenthebung entschieden hat. Ihre Befugnisse hat vorübergehend aber Regierungschef Hwang Kyo Ahn übernommen, der nun unter anderem Befehlshaber der Streitkräfte ist. Hwang berief wegen des nordkoreanischen Militärmanövers eine Krisensitzung des Kabinetts ein.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beobachte mit einem Fernglas das Militärmanöver. (Quelle: Reuters)Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beobachte mit einem Fernglas das Militärmanöver. (Quelle: Reuters)

Das international isolierte Nordkorea hatte unter Missachtung von UN-Resolutionen in diesem Jahr bereits seine Tests mit Atomwaffen und ballistischen Raketen intensiviert. Anfang des Jahres gab das Land seinen insgesamt vierten Atomwaffentest bekannt, im September folgte dann der fünfte und bislang massivste. Außerdem gab es in diesem Jahr bereits rund 20 Tests mit ballistischen Raketen.

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