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Arabische Länder zögern - Uneinigkeit gegenüber Hamas

Proteste gegen Israels Luftangriffe  

Arabische Länder zögern - Uneinigkeit gegenüber Hamas

29.12.2008, 17:32 Uhr | Von Rana Moussaoui, AFP

In Kairo protestieren Zehntausende gegen Israels Angriff auf den Gazastreifen - aber auch gegen die eigene Regierung (Quelle: Reuters)In Kairo protestieren Zehntausende gegen Israels Angriff auf den Gazastreifen - aber auch gegen die eigene Regierung (Quelle: Reuters)

Die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen haben in der arabischen Welt eine wütende Protestwelle ausgelöst. In Kairo, Damaskus, Beirut und Sanaa gehen Hunderttausende auf die Straßen, um gegen die größte Militäroffensive gegen palästinensisches Gebiet seit dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 zu protestieren. Doch auch die eher zögerliche Haltung der eigenen Regierungen erhitzt die Gemüter.

In der Frage der radikalislamischen Hamas sind die Führer der arabischen Welt tief gespalten, vor allem Ägypten wird der Komplizenschaft mit Israel beschuldigt.

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Proteste vor ägyptischer Botschaft

In der libanesischen Hauptstadt Beirut versammelten sich am Sonntag hunderte Demonstranten vor der ägyptischen Botschaft und warfen Steine auf das Gebäude. In der syrischen Hauptstadt Damaskus protestierten Tausende gegen die israelischen Luftangriffe, in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa gingen Zehntausende auf die Straße. In palästinensischen Flüchtlingslagern im Libanon wurde der ägyptische Präsident Husni Mubarak als "Verräter" beschimpft.

Zehntausende auf den Straßen

In Ägypten selbst demonstrierten am Sonntag mehr als 50.000 Menschen gegen die israelischen Angriffe. Allein in der Hauptstadt Kairo versammelten sich mehr als 15.000 Menschen, viele von ihnen Anhänger der oppositionellen Muslimbrüder. Am Montag versammelten sich in Kairo noch einmal knapp 7000 Demonstranten.

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Ägypten soll Grenze zum Gazastreifen öffnen

Zu den Protesten hatten die radikale Hisbollah-Miliz im Libanon und die ägyptische Opposition aufgerufen. Millionen Ägypter sollten auf die Straßen gehen, um die Regierung in Kairo zu zwingen, die Grenze zum Gazastreifen zu öffnen, sagte der Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah im libanesischen Fernsehen. Wenn die ägyptische Führung nicht den Grenzübergang Rafah öffne und dem palästinensischen Volk helfe, könne sie als Komplize des "Massakers und der Blockade" betrachtet werden.

Keine Einigkeit im Umgang mit der Hamas

Im Umgang mit der im Gazastreifen herrschenden Hamas sind die Länder der Region in zwei Lager gespalten. Während Ägypten und Saudi-Arabien die moderate Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas unterstützen, stehen vor allem Syrien und der Iran auf der Seite der Hamas. Die Regierung in Kairo ist dabei besonderer Kritik ausgesetzt. Im Juni hatte Ägypten einen sechsmonatigen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas vermittelt, den die Hamas am 19. Dezember für beendet erklärte. Auch im innerpalästinensischen Machtkampf zwischen der Hamas und der rivalisierenden Fatah versuchte Kairo zu vermitteln - bislang vergeblich.

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Ägypten wirft der Hamas vor, den Aussöhnungsprozess zu torpedieren. Die Hamas-Regierung beschuldigt wiederum Ägypten, den Gazastreifen durch die Schließung der Grenze auszutrocknen, um die Hamas zu schwächen. An einer mächtigen Hamas in dem Küstengebiet ist Kairo tatsächlich nicht interessiert: Die Bewegung war 1987 aus der ägyptischen Muslimbruderschaft hervorgegangen - die Organisation ist die wichtigste Oppositionsgruppe in Ägypten.

Sondergipfel der Arabischen Liga geplant

Am Mittwoch wollen sich die Außenminister der Arabischen Liga in Kairo mit der Eskalation der Gewalt im Gazastreifen befassen. Sie sollen einen Sondergipfel der Staatschefs vorbereiten, der nach Angaben aus Diplomatenkreisen am Freitag in Doha, der Hauptstadt des Emirats Katar, stattfinden soll. Der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit kündigte an, die Arabische Liga werde sich bei der Dringlichkeitssitzung um eine Feuerpause zwischen Hamas und Israel bemühen, die dann in einen neuen Waffenstillstand münden könne.

Libyen will Gipfel boykottieren

Der libysche Staatschef Muammer el Gaddafi hat bereits angekündigt, den Gipfel zu boykottieren. Er werde nicht an einer Veranstaltung teilnehmen, "auf der seit langem eine zerkratzte Schallplatte gespielt wird", sagte Gaddafi. Zugleich prangerte er die Haltung der arabischen Länder gegenüber Israel an: "Diese feige und defätistische Haltung ist eine Schande."

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