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Gazastreifen: Israel tötet ranghohen Hamas-Kommandeur

Gazastreifen  

Israel beginnt mit Bodenoffensive

05.01.2009, 08:41 Uhr | dapd, AFP, dpa

Schon seit Tagen stehen israelische Bodentruppen an der Grenze zum Gazastreifen bereit (Quelle: AFP)Schon seit Tagen stehen israelische Bodentruppen an der Grenze zum Gazastreifen bereit (Quelle: AFP)

Israel hat seine Bodenoffensive im Gazastreifen gestartet. Augenzeugen berichteten, dass israelische Soldaten am Samstagabend in den Norden und Osten des Palästinensergebiets vorgerückt seien. Ein Armee-Sprecher erklärte, die zweite Phase der seit vergangenen Samstag laufenden Militäroperation habe begonnen. Zuvor hatte die israelische Armee erstmals seine Artillerie gegen Ziele im Gazastreifen eingesetzt.


Vermutlich sollten damit vor einem Einmarsch Minenfelder beseitigt werden. Auch die Luftwaffe hatte ihre Angriffe am achten Tag in Folge mit unverminderter Härte fortgesetzt. Ein ranghoher Kommandeur der radikalislamischen Hamas kam dabei ums Leben. Nach Angaben eines Armeesprechers hat Israel seit Beginn der Offensive rund 750 Angriffe geflogen.

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Große Zahl an Soldaten beteiligt

Mit der Bodenoffensive wolle man die Kontrolle über Gebiete des Gazastreifens übernehmen, aus denen militante Palästinenser Raketen auf israelische Grenzstädte abfeuern, sagte der Armeesprecher. An der Operation werde eine große Zahl an Truppen aus allen Bereichen der Streitkräfte teilnehmen.

Schwerer Artilleriebeschuss

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete zuvor von Dutzenden Granaten, die im Norden des Gazastreifens einschlugen und nach dem Einschlag dichte Rauchwolken hinterließen. Er beobachtete auch Panzerverbände, die sich in Richtung Gazastreifen bewegten, während Kampfflugzeuge das Gebiet überflogen.

Tod eines Hamas-Führers bestätigt

Allein am Samstag flogen israelische Kampfflugzeuge Angriffe gegen 40 Ziele. Nach Angaben eines Armeesprechers wurde dabei ein ranghohes Mitglied der militanten Al-Kassam-Brigaden getötet. Die Hamas bestätigte den Tod von Abu Sakaria al-Dschamal. Er war einer der Stellvertreter von Ahmed Dschabari, dem Kommandeur des militanten Flügels der Hamas.

Zahl der Opfer steigt

Die Zahl der Todesopfer stieg auf insgesamt 461, darunter sind 75 Kinder und 21 Frauen, teilte die palästinensische Gesundheitsbehörde mit. Die Vereinten Nationen (UN) sprechen von mindestens 40 getöteten Kindern.

Palästinenser feuern weiter zurück

Hamas-Politbürochef Chaled Maschaal kündigte ungeachtet der hohen Opferzahlen an, dass die Hamas nicht zerbrechen, nicht aufgeben und vor Israel nicht kapitulieren werde. Nach israelischen Angaben schlugen in der vergangenen Woche etwa 500 von militanten Palästinensern abgefeuerte Geschosse auf israelischem Gebiet ein. Dabei wurden drei israelische Zivilisten sowie ein Soldat getötet und mehrere Dutzend Menschen verletzt.

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UN bemüht sich um diplomatische Lösung

Die internationale Gemeinschaft bemüht sich unterdessen weiter um eine diplomatische Lösung. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon setzte sich für eine sofortige Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas unter Einsatz internationaler Beobachter ein. Ban habe führende Politiker mit Einfluss auf die Konfliktparteien öffentlich und hinter den Kulissen aufgefordert, auf ein Ende der Gewalt zu drängen, erklärte der UN-Sonderkoordinator für den Friedensprozess im Nahen Osten, Robert Serry, am Freitag. Die Zukunft des Friedensprozesses und die Stabilität der Region stünden auf dem Spiel.

Ban trifft Abbas

Am Montag trifft Ban mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas und mehreren arabischen Außenministern zusammen. Sonderkoordinator Serry sagte, die UN seien zu einer Beobachterrolle bereit. Über einen solchen Einsatz müsse aber der Sicherheitsrat entscheiden. Angesichts der israelischen Panzer an der Grenze zu Gaza sei es unerlässlich, dass sofort ein dauerhafter Ausweg gefunden werde.

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Arabische Delegation reist nach New York

Abbas und die Außenminister wollen am Wochenende nach New York reisen, um den UN-Sicherheitsrat zur Annahme einer Nahost-Resolution zu bewegen. In dem Entwurf soll Israel zu einem sofortigen Waffenstillstand und einer Aufhebung der Blockade des Gazastreifens aufgefordert werden. Die USA und Großbritannien haben den Entwurf am Mittwoch bereits als inakzeptabel und unausgewogen abgelehnt, da in ihm die Raketenangriffe der Hamas auf den Süden Israels nicht erwähnt würden.

Bush gibt Hamas die alleinige Schuld

Erstmals schaltete sich auch US-Präsident George W. Bush persönlich in den Konflikt ein. In seiner am Freitag vorab veröffentlichten wöchentlichen Rundfunkansprache gab er der Hamas die volle Schuld an dem jüngsten massiven Gewaltausbruch. Israel habe lediglich auf die anhaltenden Raketenangriffe reagiert. Zugleich machte er klar, dass er eine Waffenruhe nur dann für sinnvoll halte, wenn sichergestellt sei, dass sich die militante Organisation Hamas auch daran halte. Bush verlangte ein "dauerhaftes" Ende der Gewalt im Nahen Osten und eine Rückkehr "zum Pfad des Friedens".

Demonstrationen auch in Deutschland

Weltweit protestierten erneut Zehntausende gegen den Militäreinsatz. Allein in Deutschland wurden weit mehr als 20.000 Demonstranten gezählt: In Frankfurt am Main kamen rund 10.000 Menschen zusammen, in Berlin gab die Polizei die Zahl der Demonstranten mit etwa 7000 an, in Düsseldorf waren es rund 4000. In Paris bekundeten nach Angaben der Veranstalter etwa 25.000 Menschen ihre Solidarität mit den Palästinensern. In Großbritannien versammelten sich in rund 20 Städten ebenfalls deutlich mehr als 10.000 Menschen zu Protestaktionen. Auch in Israel selbst gab es Demonstrationen, an denen sich vor allem israelische Araber beteiligten.



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