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China: Polizei geht gegen neue Proteste der Uiguren vor

Demonstrationen in der chinesischen Unruheregion Xinjiang  

Polizei geht gegen neue Proteste in Ürümqi vor

04.09.2009, 19:45 Uhr | dapd, AFP, dpa

Während einer Demonstration im Zentrum von Ürumqi jagen Sicherheitskräfte einen Han-Chinesen weg (Foto: Reuters)Während einer Demonstration im Zentrum von Ürumqi jagen Sicherheitskräfte einen Han-Chinesen weg (Foto: Reuters)

In der Unruheprovinz Xinjiang im Nordwesten Chinas haben sich Demonstranten erneut gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Wütende Han-Chinesen bewarfen in der Nähe des Sitzes der Regionalregierung in der Provinzhauptstadt Ürümqi Sicherheitskräfte mit Flaschen. Die Polizei ging mit Tränengas und drastisch verschärften Sicherheitsmaßnahmen gegen die mehr als 10.000 Demonstranten vor. Sie verboten weitere Versammlungen. Nach Angaben der Behörden vom Freitagabend kamen fünf Menschen bei den Unruhen ums Leben.

Die Proteste gingen von Han-Chinesen aus, die in der vorwiegend von muslimischen Uiguren bewohnten Regionen leben. Sie äußerten ihren Unmut über eine mysteriöse Serie von Angriffen mit Injektionsnadeln auf Passanten, vornehmlich Chinesen, die die Stadt seit dem 17. August in Atem hält und forderten verbesserte Sicherheitsvorkehrungen.

470 Menschen mit Stichwunden

In den vergangenen Wochen wurden in Ürümqi nach Berichten von Staatsmedien mehr als 470 Menschen mit Stichwunden behandelt, etwa 90 wurden mit Injektionsnadeln verletzt. Eine am Freitag mit einer Spritze attackierte Han-Chinesin beschrieb den Angreifer als Uiguren.

"Die Menschen haben Angst"

Einwohner beklagten, dass die Regierung bislang nicht genug getan habe, um sie vor Angriffen zu schützen. "Die Menschen sind wütend auf die Regierung, sie haben Angst", sagte der Beamte Zhou Yijun. Ein anderer Mann, der sich nur Zheng nannte, bestätigte, die Menschen seien wütend wegen der Angriffe. Die Beziehungen zwischen den Han-Chinesen und den Uiguren bezeichnete er als "sehr schlecht".

Polizei nimmt Dutzende Demonstranten fest

An mehreren Stellen der Stadt kam es zu neuen Demonstrationen. Dutzende Menschen seien festgenommen worden, berichtete ein Augenzeuge. Ein Großaufgebot von Polizei und paramilitärischen Kräften sollte für Ruhe sorgen. Mit Straßensperren wurde die Innenstadt abgeriegelt, berichteten Augenzeugen. Busse und Autos durften nicht fahren.

Gewaltsame Ausschreitungen

Die Demonstranten forderten auch den Rücktritt des Chefs der Kommunistischen Partei Xinjiangs, Wang Lequan, einem engen Verbündeten von Staatspräsident Hu Jintao. Sie schwenkten auch chinesische Fahnen und verlangten eine schwere Bestrafung der Unruhestifter vom 5. Juli. Bei den schwersten Protesten in Xinjiang seit über einem Jahrzehnt waren nach Behördenangaben fast 200 Menschen getötet und weitere 1700 teils schwer verletzt worden.

Ethnische Konflikte

Hintergrund waren Spannungen zwischen den Uiguren und den Han-Chinesen. Die Sicherheitskräfte gingen mit aller Härte gegen die Demonstranten vor. Nach Regierungsangaben waren die meisten Todesopfer Han-Chinesen. Gerade vor dem 60. Jahrestag der Staatsgründung Chinas am 1. Oktober fürchtet die Regierung neue Proteste, die das Bild der "harmonischen Gesellschaft" trüben könnten.


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