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Gefährliche Lockvögel: Die schönen Mossad-Frauen

Gefährliche Lockvögel  

Die schönen Mossad-Frauen

25.02.2010, 18:07 Uhr | Sara Lemel, dpa, dpa

Die Verdächtige mit dem Alias Gail Folliard wird als Anführerin gehandelt  (Foto: dpa)Die Verdächtige mit dem Alias Gail Folliard wird als Anführerin gehandelt (Foto: dpa) Ob blond, ob schwarz, ob braun: 6 der insgesamt 26 Verdächtigen im Fall des in Dubai ermordeten Hamas-Funktionärs Mahmud al-Mabhuh sind junge, attraktive Frauen. Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad, der von den örtlichen Behörden für den aufsehenerregenden Mord verantwortlich gemacht wird, ist für den gezielten Einsatz von Frauen als Lockvögel bekannt.

Die von Interpol gesuchte Tatverdächtige mit dem Alias Gail Folliard, die mit einem irischen Pass unterwegs war, soll Al-Mabhuh am 19. Januar zum Öffnen seiner Hotelzimmertür bewegt haben. Damit habe die junge Frau mit blonder Perücke dem Mordkommando den Weg gebahnt, das den Hamas- Führer dann vermutlich mit einem Kissen erstickte.

Mord an Al-Mabhuh Deutscher Pass ist echt

Jehudit Nessjahu entführte Adolf Eichmann

Frauen waren bei vergangenen Einsätzen des Mossad häufig beteiligt. Schon bei der Entführung des NS-Kriegsverbrechers Adolf Eichmann in Argentinien half etwa 1960 Jehudit Nessjahu - alias Dina Ron - mit, eine aus den Niederlanden stammende Jüdin. Sie war Teil des Teams, das den Gefangenen tagelang in einer Villa bewachte, bevor er heimlich nach Israel verschleppt wurde. "Sie sprach mehrere Sprachen fließend, konnte mühelos verschiedene Identitäten annehmen und sich ohne Schwierigkeiten an jede Situation anpassen, in die sie geriet", schwärmte der damalige Mossad-Chef Isser Harel später in seinem Buch "Das Haus in der Garibaldi-Straße".

Cindy verführte Mordechai Vanunu

verführte Bekanntester Lockvogel des Mossad ist allerdings "Cindy", die blonde Spionin, die den Atomtechniker Mordechai Vanunu 1986 zu einer Reise von London nach Rom verführte, wo er israelischen Agenten ins Netz ging. Er hatte zuvor der "Sunday Times" Geheimnisse über das israelische Atomprogramm preisgegeben. Vanunu musste seine Schwäche für Blondinen mit 18 Jahren Haft bezahlen, er kam erst 2004 unter strengen Auflagen wieder frei. Die ehemalige Agentin, die mit bürgerlichem Namen Cheryl Ben Tov heißt, lebt heute als Mutter zweier Kinder und Immobilienhändlerin in Florida.

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Karrieresprungbrett im zivilen Leben

Die meisten Mitarbeiterinnen des Mossad sind allerdings nicht an spektakulären Aktionen beteiligt, sondern agieren im Hintergrund und führen eher graue Büroarbeiten aus. Für viele dient die Arbeit bei dem legendären Geheimdienst später auch als Karrieresprungbrett im zivilen Leben. Eine der ehemaligen Agentinnen des Mossad ist letztes Jahr immerhin fast Ministerpräsidentin geworden - Zipi Livni, Chefin der in der politischen Mitte angesiedelten Kadima-Partei.

Sechs Tatverdächtige werden gesucht

Die sechs tatverdächtigen Frauen in Dubai waren laut den Daten in den gefälschten Pässen im Alter von 23 bis 30 Jahren. Die älteste von ihnen, Gail Folliard, soll dabei die Rolle der Anführerin übernommen haben. Melanle Heard (28, Frankreich), Anna Shauna Clasby (29, Irland), Ivy Brinton (28, Irland) und Nicole Sandra Maccabe (27, Australien), sollen laut den Behörden in Dubai bei der Überwachung von Al-Mabhuh und der Vorbereitung seines Mords mitgeholfen haben.

Unterwegs mit gefälschten Pässen

Die jüngste der Tatverdächtigen, eine angeblich 23-Jährige alias Gabriella Barney, war mit einem gefälschten britischen Pass unterwegs. Ihre Identität soll von einer jungen Frau mit israelisch-britischer Doppelstaatsbürgerschaft gestohlen worden sein, die in einem Kibbuz im Norden Israels wohnt. Der Name von Barneys Vaters war bereits vergangene Woche auf der Liste der internationalen Tatverdächtigen erschienen.

Unbescholtene Israelis im Scheinwerferlicht

Es wird davon ausgegangen, dass mehr als die Hälfte der 26 Tatverdächtigen zur Tarnung Namen unbescholtener Israelis angenommen und damit ihre Identität gestohlen haben. Barney ging am Donnerstag nicht ans Telefon. Ein langjähriges Mitglied des Kibbuz Bet Haemek sagte der israelischen Zeitung "Jediot Achronot": "Wer Gabriella kennt, weiß, dass sie mit dieser ganzen Geschichte auch nicht das Geringste zu tun hat."

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