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Drei Bundeswehrsoldaten bei Gefecht nahe Kundus getötet

Drei Bundeswehrsoldaten bei Gefecht nahe Kundus getötet

05.04.2010, 10:44 Uhr | dpa, AFP, apn, dapd, dpa, AFP

Drei Bundeswehrsoldaten bei Gefecht nahe Kundus getötet. Bei schweren Gefechten in Afghanistan sind drei Bundeswehrsoldaten getötet worden (Foto: Reuters)

Bei schweren Gefechten in Afghanistan sind drei Bundeswehrsoldaten getötet worden (Foto: Reuters)

Trauer um drei in Afghanistan getötete deutsche Soldaten an Karfreitag: Noch nie seit ihrem Bestehen hat die Bundeswehr in einem Gefecht derart schwere Verluste hinnehmen müssen wie an diesem Tag im Unruhedistrikt Char Darah. Dutzende Talibankämpfer griffen die Soldaten beim Minensuchen südlich von Kundus an und verwickelten sie in ein stundenlanges Feuergefecht.

Die Bundeswehr war mit afghanischen Soldaten und weiteren Angehörigen der internationalen Schutztruppe unterwegs. Drei deutsche Soldaten wurden erschossen, weitere im Gefecht schwer verletzt. Als ein gepanzertes Fahrzeug, wahrscheinlich vom Typ Dingo, ausweichen wollte, fuhr es auf eine Sprengfalle. Dadurch wurden weitere Soldaten verletzt. Die Toten und Verletzten wurden mit Hubschraubern ins Feldlager Kundus gebracht.

Hektik und Trauer im Hauptquartier

Im Hauptquartier des Bundeswehr-Kontingents in Masar-i-Scharif, mehr als 100 Kilometer westlich von Kundus, herrschte nach Bekanntwerden des Vorfalls Hektik und Trauer. Es dauerte lange, bis sich die Lage klärte. Die Bundeswehr informierte - wie immer in solchen Fällen - zunächst die Angehörigen im fernen Deutschland. Erst Stunden später wurde bestätigt: Es gab drei Tote und fünf Schwerverletzte.

Taliban-Kommandeur getötet?

Unter Berufung auf den Distriktchef berichtet "bild.de", dass die deutsche Patrouille von rund 200 Taliban-Kämpfern angegriffen wurde. Viele Häuser seien nach Angaben von Dorfbewohnern zerstört worden. Der Provinzgouverneur Mohammed Omar sagte, dass auch der Taliban-Kommandeur Mullah Habib bei den Kämpfen getötet wurde.

Gefährlichster von sechs Distrikten

Bereits im vergangenen Jahr hatte es in Char Darah eine große deutsch-afghanische Offensive gegeben, um die Taliban zurückzudrängen. Der Distrikt gilt als gefährlichster der sechs Distrikte in der nordafghanischen Provinz Kundus. Im Norden Afghanistan sind derzeit etwa 4300 deutsche Soldaten stationiert. Mit den Opfern vom Karfreitag erhöht sich die Zahl der in Afghanistan seit Beginn des Einsatzes Anfang 2002 gestorbenen deutschen Soldaten auf 39.

Merkel kritisiert "verabscheuungswürdigen Angriff"

Kanzlerin Angela Merkel verurteilte den Angriff scharf. "Mit großer Bestürzung habe ich von dem verabscheuungswürdigen und hinterhältigen Angriff auf unsere Soldaten in Afghanistan gehört", hieß es in einer Erklärung. "Mein Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden vor allem den Angehörigen der ums Leben gekommenen und verwundeten Soldaten." Merkel sagte, sie trauere mit den Angehörigen um die Opfer und wünsche den Verwundeten rasche und vollständige Genesung.

Guttenberg kehrt aus Urlaub zurück

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg reagierte "mit großer Betroffenheit" auf den Tod der Soldaten. "Ich bin in Gedanken und Gebeten bei den Soldaten und ihren Familien. Angesichts von Gefechten dieses Ausmaßes wird deutlich, wie gefährlich der gleichwohl notwendige Einsatz in Afghanistan ist", erklärte der CSU-Politiker nach Angaben seines Ministeriums. Guttenberg habe seinen Urlaub unterbrochen und werde über die Entwicklung laufend informiert, teilte ein Sprecher mit. Der Minister werde früher nach Deutschland zurückkehren.

Westerwelle verurteilt Angriff

Außenminister Guido Westerwelle verurteilte den "hinterhältigen Angriff". Dieser richte sich nicht nur gegen deutsche Soldaten, sondern auch gegen das ganze afghanische Volk. "In diesem schweren Moment sind unsere Gedanken bei den Familien und Angehörigen der Opfer", erklärte der FDP-Politiker.

Niebel in Masar-i-Scharif

Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel hielt sich am Freitag in Nordafghanistan auf und erfuhr im Hauptquartier des Regionalkommandos Nord in Masar-i-Scharif von den Todesopfern. Das Einsatzgebiet der Bundeswehr im Norden Afghanistans war lange vergleichsweise ruhig, wurde dann aber immer gefährlicher. Inzwischen gehören Gefechte mit Aufständischen zum Einsatz-Alltag der Bundeswehr.

"Ja, der Einsatz fordert Menschenleben"

Merkel hatte Ende Januar vor der jüngsten Aufstockung des deutschen Kontingents auf bis zu 5350 Soldaten die deutsche Bevölkerung auf weitere Opfer eingestimmt. "Ja, der Einsatz fordert Menschenleben", sagte die Kanzlerin im Bundestag. Die internationale Gemeinschaft habe in Afghanistan eine Bewährungsprobe zu bestehen. Dabei gehe es um den Kampf gegen den Terror, die internationale Sicherheit und auch die Verteidigung der Menschenrechte.

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