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Türkische Aktivisten wollen Gaza-Blockade brechen

Türkische Aktivisten wollen Gaza-Blockade brechen

03.06.2010, 14:43 Uhr | AFP, dpa

Türkische Aktivisten wollen Gaza-Blockade brechen. Türkische Aktivisten wollen weiter für ein Ende der Gaza-Blockade kämpfen (Foto: Reuters)

Türkische Aktivisten wollen weiter für ein Ende der Gaza-Blockade kämpfen (Foto: Reuters)

Die islamisch-türkische Hilfsorganisation IHH will die israelische Blockade des Gazastreifens mit neuen Hilfsflotten brechen. "Wir machen weiter, bis das Embargo aufgehoben ist", sagte der IHH-Vorsitzende Bülent Yildirim nach seiner Abschiebung aus Israel .

Seine Organisation wolle die ganze Welt an noch größeren Konvois beteiligen, die von Land und See aus geplant seien. Yildirim war an Bord der "Mavi Marmara", die von israelischen Soldaten gestürmt worden war. Er sagte, seine Organisation vermisse mehrere der Passagiere, die an Bord gewesen seien.

Die Aktivisten an Bord hätten sich mit Eisenstangen gegen die israelischen Spezialeinheiten verteidigt und mehrere Soldaten überwältigt, sagte der IHH-Vorsitzende. Sie hätten die Waffen der Israelis in ihre Gewalt gebracht, diese aber über Bord geworfen. "Selbst wenn wir sie benutzt hätten, wäre es Selbstverteidigung gewesen", sagte Yildrim. Den israelischen Soldaten warf er vor, einen Fotografen angeschossen zu haben. Ein Aktivist sei erschossen worden, obwohl er sich bereits ergeben habe. Israelische Soldaten hätten Festgenommene später misshandelt.

Uno fordert Ende der Blockade

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte unterdessen von Israel die sofortige Aufhebung der Blockade des Gazastreifens. Die seit langem andauernde Abschottung sei kontraproduktiv und falsch. "Sie bestraft unschuldige Zivilisten. Sie muss von den israelischen Behörden sofort aufgehoben werden", erklärte Ban in New York in einer Reaktion auf die israelische Militäraktion gegen eine Hilfsflotte für den Gazastreifen. Dabei wurden am Montag neun Menschen getötet.

Der UN-Menschenrechtsrat verurteilte die israelische Erstürmung der Hilfsflotte als "abscheulichen Angriff". Ermittlungen sollten klären, ob Israel bei dem tödlichen Militäreinsatz gegen internationales Recht verstoßen habe, heißt es in einer am Mittwoch in Genf verabschiedeten Resolution. Für den von islamischen Staaten vorgebrachten Vorschlag stimmten 32 der 47 Mitglieder des Menschenrechtsrates. Die USA, Italien und die Niederlande waren dagegen.

Die mehreren hundert pro-palästinensischen Aktivisten wurden von Israel nach der Militäraktion zunächst festgenommen und dann ausgewiesen. Insgesamt sieben Flugzeuge sollten 527 Aktivisten in die Türkei und nach Griechenland bringen, erklärte die Sprecherin des israelischen Innenministeriums. Sieben Personen seien noch zur Behandlung in israelischen Krankenhäusern, drei weitere würden wegen Problemen mit ihren Ausweisen und anderer Fragen festgehalten. Die drei stammten aus Irland, Australien und Italien.

In der Türkei und in Griechenland landeten am frühen Morgen Flugzeuge mit den mehr als 500 Aktivisten an Bord. In Istanbul wurden die zumeist türkischen Demonstranten von Tausenden Menschen erwartet und mit Beifall empfangen. Der stellvertretende Ministerpräsident Bülent Arinc begrüßte sie wie Helden. Sie hätten "Barbarei und Unterdrückung" erlebt und seien mit Stolz heimgekehrt, sagte Arinc. An Bord einer der Passagiermaschinen, die in die Türkei flogen, waren auch die Leichen der neun Getöteten, die laut einem türkischen Fernsehbericht erschossen wurden. Dies habe eine erste Obduktion ergeben.


Deutsche Aktivisten ausgereist

Die sechs deutschen Gaza-Aktivisten reisten in die Türkei aus, wie am Donnerstag ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin mitteilte. Die deutsche Botschaft stand in Kontakt mit den türkischen Behörden und bemühte sich um direkten Zugang zu ihnen. Fünf der Aktivisten hatten bis Mittwoch im Gefängnis Beerscheba in Israel gesessen. Ein sechster, verletzter Mann war in einer Klinik bei Tel Aviv. Insgesamt waren elf Deutsche an Bord der Hilfsflotte dabei. Am Dienstag waren schon fünf von ihnen wohlbehalten wieder in Deutschland gelandet.


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