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Pakistan: Blutige Kämpfe in Karachi gehen weiter

Pakistan: Blutige Kämpfe in Karachi gehen weiter

09.07.2011, 17:12 Uhr | dpa

Pakistan: Blutige Kämpfe in Karachi gehen weiter. Gewalt in Pakistan: Ein Soldat einer paramilitärischen Einheit kontrolliert einen Hügel über Karachi (Foto: AP)

Gewalt in Pakistan: Ein Soldat einer paramilitärischen Einheit kontrolliert einen Hügel über Karachi (Foto: AP)

Nach tagelangen Kämpfen in der größten Stadt Pakistans haben die Behörden in Karachi mehr als 150 Verdächtige festgenommen. Die Polizei beschuldigt sie, in Gefechte verwickelt gewesen zu sein, bei denen seit Dienstag mindestens 93 Menschen ums Leben gekommen sind. Paramilitärische Sicherheitskräfte konnten nach eigenen Angaben bis Samstagabend die von Gewalt betroffenen Gebiete vollständig unter ihre Kontrolle bringen.

Die Hafenstadt Karachi ist mit 18 Millionen Einwohnern die größte Metropole Pakistans (die Hauptstadt Islamabad im Norden des Landes zählt als Metropolregion gut drei Millionen Einwohner). Karachi gilt seit langem als Zentrum von Verbrechen sowie ethnisch und politisch motivierter Gewalt. Hintergrund der jüngsten Vorfälle ist offenbar die Entscheidung der einflussreichsten Partei der Stadt, der Muttahida-Qaumi-Bewegung, die Regierungskoalition zu verlassen und sich der Opposition anzuschließen.

Wegen der ausufernden Gewalt in Teilen der Metropole war den Sicherheitskräften am Freitag befohlen worden, bei Sichtkontakt auf Bewaffnete zu schießen. Die Behörden kündigten an, 1000 Soldaten paramilitärischer Einheiten in der Stadt zu stationieren.

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Ethnische Grabenkämpfe

Die tödlichen Kämpfe scheinen ihre Ursache in politischen und ethnischen Grabenkämpfen zu haben, vermuten die Behörden. Die Politik in Karachi wird zwar von der Muttahida-Qaumi-Bewegung dominiert. Allerdings sieht sich die Partei seit einiger Zeit durch den Zustrom ethnischer Paschtunen in ihrer Macht gefährdet. Vom Zuwachs der zur Gruppe der Paschtunen zählenden Einwohner in Karachi profitiert die rivalisierende Awami-Nationalpartei, deren Basis Paschtunen bilden. Der pakistanische Innenminister Rehman Malik sagte, die Personen hinter der Gewalt in Karachi würden letztendlich den Taliban helfen, die "Massenmorde und Destabilisierung" erreichen wollten.

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