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Krawalle in England: Jetzt brennt auch Manchester - drei Tote in Birmingham

Jetzt brennt auch Manchester - drei Tote in Birmingham

10.08.2011, 09:11 Uhr | dapd, AFP, dpa, t-online.de

Die Jugendkrawalle in Großbritannien greifen weiter um sich. Nach den schweren Ausschreitungen der letzten Nächte in London, Birmingham, Liverpool und Bristol hat es in der vierten Nacht in Folge auch Krawalle in Manchester gegeben. In Birmingham kamen am Rande der Unruhen drei Menschen ums Leben. In London blieb es hingegen relativ ruhig. Britische Rechtsextreme wollen sich nun in die Kämpfe einmischen.

In Birmingham wurden in der Nacht zum Mittwoch drei Männer von einem Auto erfasst und getötet. Der Vorfall habe sich an einer Tankstelle in der Innenstadt ereignet, teilte die Polizei mit. Alle drei Männer seien noch in der Nacht im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen gestorben. Laut "Daily Mail" handelt es sich um drei Asiaten, die gerade aus der Moschee kamen und auf der der Straße waren, um ihre Autowaschanlage vor Randalierern zu schützen. Zwei Autos hätten das Trio mit großer Geschwindigkeit erfasst, berichtete ein Verwandter der Toten.

Laut Polizei sei wenig später in der Nähe ein Auto sichergestellt und ein Mann festgenommen worden. "Es ist im Moment schwer zu sagen, ob der Vorfall mit den Unruhen zu tun hat", sagte ein Polizeisprecher. Ermittlungen wegen Mordes wurden eingeleitet.

In Manchester lieferten sich Jugendliche Straßenschlachten mit der Polizei. Hunderte teils maskierte Jugendliche liefen durch das Stadtzentrum, warfen Schaufensterscheiben ein und plünderten Schuh- und Kleidungsgeschäfte sowie einen Elektromarkt. Zudem setzten sie mehrere Gebäude in Brand und schleuderten Wurfgeschosse auf die Polizisten.

"Mit der Polizei Katz und Maus gespielt"

Dort hätten Jugendbanden mit der Polizei Katz und Maus gespielt, berichtete die Nachrichtenagentur PA. Ein hoher Polizeioffizier sagte, die Beamten würden die Kontrolle über die Innenstadt "Straße um Straße" wiedergewinnen. Bis zum späten Abend seien fast 50 Krawallmacher festgenommen worden.

Ein Polizeivertreter sprach von den schwersten Krawallen in Manchester in den vergangenen 30 Jahren. "Das sind ganz einfach Verbrecher, die heute Nacht durchdrehen", sagte der ranghohe Polizeioffizier Garry Shewan. "Das ist sinnlose Gewalt und sinnlose Kriminalität in einer Größenordnung, wie ich sie nie zuvor gesehen habe."

In der Region um Birmingham wurden am Abend 80 Randalierer festgenommen. In Birmingham seien Geschäfte angegriffen worden. Auch in anderen Städten wurden Dutzende Krawallmacher von der Polizei in Gewahrsam genommen. In Nottingham wurde eine Polizeiwache mit Brandsätzen angegriffen. Auch aus Wolverhampton und West Bromwich wurden Zwischenfälle gemeldet.

Jamie Oliver's Restaurant angegriffen

In Birmingham wurde ein Restaurant von Starkoch Jamie Oliver angegriffen. Randalierer warfen dort alle Fensterscheiben ein. Kunden und Crew sei nichts passiert, schrieb Oliver später auf Twitter. "Wir sollten hart gegen diese Idioten vorgehen", fügte er hinzu.

Ein weiteres prominentes Opfer der Ausschreitungen ist Liam Gallagher: Randalierer hätten das Bekleidungsgeschäft des ehemaligen Oasis-Sängers in Manchester zerstört und ausgeraubt, berichtet die britische Musikzeitschrift "New Musical Express".

Weitere Nachrichten und Links

In London zeigte das große Polizeiaufgebot offenbar Wirkung. Dort blieb es in der Nacht zum Mittwoch relativ ruhig, wie der Sender BBC berichtete. Nach drei Nächten mit Plünderungen, Straßenschlachten und Bränden waren dort 16.000 Polizisten auf den Straßen. Insgesamt seien im Zusammenhang mit den Krawallen der vergangenen Tage in London 768 Menschen festgenommen worden, teilte Scotland Yard in der Nacht zum Mittwoch mit. Landesweit seien inzwischen mehr als 1100 Personen festgenommen worden. Gegen mehr als 160 mutmaßliche Randalierer wurde Anklage erhoben.

Die Krawalle waren am Samstag im nördlichen Londoner Stadtteil Tottenham ausgebrochen und hatten sich in den vergangenen Tagen immer weiter ausgebreitet. In der Nacht zum Dienstag gab es erstmals auch Ausschreitungen in Liverpool, Birmingham und Bristol. Auslöser war der Tod eines 29 Jahre alten, dunkelhäutigen Familienvaters, der von der Polizei erschossen worden war. Ballistische Untersuchungen ergaben, dass jener Mark Duggan selbst nicht auf die Polizisten geschossen hatte. Das hatte Scotland Yard aber zuvor behauptet.

Britische Rechte wollen sich einmischen

Der Chef der rechtsgerichteten English Defense League (EDL) kündigte derweil an, die Gruppe wolle Mitglieder auf die Straßen schicken, um die Unruhen in mehreren britischen Städten zu ersticken. So sei geplant, dass in Luton - dem Sitz der Gruppe - aber auch in Manchester und anderen Orten bis zu 1000 Mitglieder ausrücken sollten, sagte EDL-Anführer Stephen Lennon. Lennon sagte, er könne nicht garantieren, dass es keine gewaltsamen Auseinandersetzungen mit randalierenden Jugendlichen geben werde.

Einige Mitglieder würden bereits Patrouillen laufen, um Randalierer abzuschrecken, sagte Lennon. Hunderte weitere würden ihnen am Mittwoch folgen. "Wir werden die Unruhen stoppen, die Polizei ist dazu offensichtlich nicht in der Lage", sagte er.

Cameron kündigt verschärfte Polizeimaßnahmen an

Der britische Premierminister David Cameron will angesichts der landesweiten Krawalle in seinem Land alle denkbaren Schritte zur Wiederherstellung der Ordnung ergreifen. Erwogen werde auch der Einsatz von Wasserwerfern, sagte er am Mittwoch. Grundsätzlich sei die Polizei jedoch ausreichend ausgerüstet.

Man wolle auch mit dem Ausbau des Gefängnissystems auf die Unruhen reagieren, sagte Cameron. In Teilen der britischen Gesellschaft herrsche vollkommene Verantwortungslosigkeit. Wenn man sehe, wie Jugendliche Geschäfte plündern und dabei lachten, sei klar, dass in der Gesellschaft etwas nicht stimme. "Das ist ein moralisches wie politisches Problem", erklärte Cameron.

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