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Israel erwägt Militärschlag gegen Iran

Israel erwägt Militärschlag gegen Iran

05.11.2011, 19:50 Uhr | dpa

Israel erwägt Militärschlag gegen Iran. Israel erwägt einen Militärschlag gegen den Iran (Quelle: Reuters)

Israel erwägt einen Militärschlag gegen den Iran (Quelle: Reuters)

Ein Militärschlag Israels und anderer Staaten gegen das iranische Atomprogramm wird nach Einschätzung des israelischen Präsidenten Schimon Peres immer wahrscheinlicher. "Die Geheimdienste aller Länder wissen, dass die Zeit abläuft", zitierte die Zeitung "Haaretz" aus einem Fernsehinterview. Iran könne schon in sechs Monaten eine Atombombe haben, warnte der Staatschef.

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Peres betonte, die Welt sei nun gegenüber Israel in der Pflicht, die iranischen Atombestrebungen notfalls auch militärisch zu stoppen.

"In der noch verbleibenden Zeit müssen wir die anderen Staaten der Welt zum Handeln drängen und ihnen sagen, dass es nun Zeit ist, die uns gegebenen Versprechen einzulösen, ihre Pflicht entweder durch harsche Sanktionen oder durch militärisches Handeln zu erfüllen", betonte der 88-Jährige.

Israel und der Westen vermuten seit langem, dass der Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms auch Atombomben entwickelt. Der Iran hat das stets bestritten und für den Fall eines Angriffs mit Konsequenzen "apokalyptischen Ausmaßes" gedroht. Der Westen setzt jedoch vorerst weiter auf diplomatischen Druck und Sanktionen gegen den Iran.

Weltweite Zweifel an Irans Atomprogramm

Allerdings gebe es nicht nur in Israel, sondern auch bei der internationalen Gemeinschaft erhebliche Zweifel am zivilen Charakter des iranischen Atomprogramms, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Berlin, Andreas Peschke. Sollte der für nächste Woche erwartete Bericht der internationalen Atomenergiebehörde IAEA diese Zweifel weiter bestärken, müsse der diplomatische Druck auf Teheran erhöht werden.

Die IAEA will nach Angaben von Diplomaten in ihrem neuen Bericht neue Details über das iranische Atomprogramm veröffentlichen. Dazu sollen unter anderem Informationen zählen, die auf ein Computermodell eines Atomsprengkopfes hindeuten. Auf einer Satellitenaufnahme sei weiterhin ein Stahlkörper zu sehen, in dem hochexplosiver Sprengstoff beispielsweise zur Zündung von Atombomben getestet werden könne, sagte ein Diplomat.

Debatte um israelischen Erstschlag

Allerdings gestatteten auch die neuen Details noch keine abschließende Schlussfolgerung über das Ziel des iranischen Atomprogramms. "Angesichts früherer Erfahrungen mit dem Irak ist die IAEA extrem vorsichtig hinsichtlich der Informationen, die sie in ihre Berichte aufnimmt, weil falsche Angaben benutzt wurden, um militärische Aktionen zu rechtfertigen", sagte der Diplomat. Die USA hatten ihren Krieg gegen den Irak unter anderem mit dessen angeblichen Massenvernichtungswaffen begründet. Sie wurden aber nie gefunden.

Der Iran wies die angeblichen neue Beweise für eine Existenz eines iranischen Atomwaffenprogramms als frei erfunden zurück. Anschuldigungen, die sich in der Vergangenheit bereits als falsch erwiesen hätten, würden nun wieder hervorgeholt, erklärte Außenminister Ali Akbar Salehi in Teheran. Dabei warf er der IAEA vor, gegen ihre politische Unabhängigkeit zu verstoßen und auf Druck der USA Vorwürfe gegen Teheran zu erheben

In Israel wird schon seit mehr als einer Woche eine intensive Debatte über das Für und Wider eines Militärschlags gegen Iran diskutiert. Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, ein Angriff stehe nicht unmittelbar bevor, aber Israel halte sich alle Optionen inklusive eines Militäreinsatzes offen. Israelischen Medienberichten zufolge sollen die USA jedoch sehr besorgt sein, dass die Israelis ohne Vorwarnung plötzlich gegen den Iran losschlagen könnten.

Iran nimmt Drohungen nicht sehr ernst

Die Drohungen aus Israel werden im Iran zwar registriert, aber nicht sehr ernst genommen. "Seit acht Jahren hören wir israelische Drohungen. Wir haben Selbstvertrauen und können unser Land verteidigen", sagte Salehi.

Präsident Mahmud Ahmadinedschad zeigt sich gelassen und glaubt, den wahren Grund hinter den Drohungen zu kennen: "Den Imperialisten ist es bewusst, dass der Vormarsch des Irans nicht mehr zu stoppen ist und dessen Ideologie die Welt bald erobern wird."

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