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Japan vs. Taiwan: Seeschlacht mit Wasserwerfern

Seeschlacht mit Wasserwerfern

25.09.2012, 13:30 Uhr | dapd , AFP , je

Japan vs. Taiwan: Seeschlacht mit Wasserwerfern. Wildes Getümmel auf wilder See: Japanische und taiwanische Boote der Küstenwache, umringt von Fischerbooten aus Taiwan, beschießen sich gegenseitig mit Wasser (Quelle: Reuters)

Wildes Getümmel auf wilder See: Japanische und taiwanische Boote der Küstenwache, umringt von Fischerbooten aus Taiwan, beschießen sich gegenseitig mit Wasser (Quelle: Reuters)

Der erbitterte Inselstreit zwischen Japan, China und jetzt auch Taiwan hat einen vorläufigen, bizarren Höhepunkt erreicht: In einer regelrechten Seeschlacht duellierten sich Schiffe der japanischen und der taiwanischen Küstenwache erbittert - mit Wasserwerfern.

Unmittelbarer Anlass: Um den Anspruch Taiwans zu demonstrieren, hatten sich 50 Fischerboote, begleitet von zehn Patrouillenbooten der Küstenwache den unbewohnten Felseninseln bis auf zwölf Seemeilen genähert und waren damit in Hoheitsgewässer eingedrungen, das von Japan beansprucht wird.

Japanische Patrouillenboote setzten nach einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo Wasserwerfer gegen die taiwanesischen Schiffe ein, nachdem diese der Aufforderung zur Umkehr nicht nachgekommen waren. Die taiwanischen Boote antworteten ihrerseits mit Wasserwerfern, zogen sich aber schließlich doch zurück.

Fischreichtum und Bodeschätze

Taiwan, Japan und China beanspruchen die felsenreiche und unbewohnte Inselgruppe für sich, die in China Diaoyu und in Japan Senkaku genannt wird und nur 200 Kilometer nordöstlich der taiwanischen Küste. Aber eigentlich geht es nicht um die nackten Inseln, sondern um den Fischreichtum in den flachen Gewässern des Ostchinesischen Meeres und um die Bodenschätze, die unter dem Meeresboden vermutet werden.

Der Auslöser der jüngsten Eskalation: Japan hatte die umstrittenen Inseln zuletzt von einem privaten Eigner zurückgekauft und damit China verärgert. Die Chinesen bestehen darauf, dass die Inseln ihrem Hoheitsgebiet zugerechnet werden - aus geografischen und historischen Gründen. Dass auch Taipeh dieselben Ansprüche erhebt, wird von Peking natürlich ignoriert - dort wird Taiwan ja sowieso nur als abtrünnige Provinz betrachtet.

Diplomatische Lösungsversuche

Im Ringen um eine Lösung der Krise trafen im chinesischen Außenministerium unterdessen der stellvertretende Ressortchef Zhang Zhijun und sein japanischer Kollege Chikao Kawai zusammen. China werde Japan auffordern, seine Fehler zu korrigieren und sich für bessere Beziehungen einzusetzen, erklärte das chinesische Außenamt vor dem Beginn des Treffen. Es ist unwahrscheinlich, dass Japan einfach so nachgeben wird.

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