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Gewaltexplosion bei Protesten in Spanien

Gewaltexplosion bei Protesten in Spanien

26.09.2012, 07:51 Uhr | dapd, dpa

Gewaltexplosion bei Protesten in Spanien. Im Hexenkessel: Demonstranten und Polizei geraten im Kampf um das Sparpaket in Madrid heftig aneinander. (Quelle: AP/dpa)

Im Hexenkessel: Demonstranten und Polizei geraten im Kampf um das Sparpaket in Madrid heftig aneinander. (Quelle: AP/dpa)

Wütende Proteste gegen den Sparkurs der konservativen Regierung des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy sind am Dienstagabend in Madrid eskaliert. Mehr als 60 Menschen wurden nach Medienberichten bei Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten verletzt. Darunter seien 27 Sicherheitskräfte, teilte die Polizei mit. 27 Menschen seien festgenommen worden.

Seit dem Nachmittag hatten sich nach Schätzungen bis zu 6000 Menschen in der Umgebung des Parlaments versammelt. Eine Initiative hatte dazu aufgerufen, das Parlament zu umzingeln. Der Aufruf war über soziale Netzwerke verbreitet worden.

Parlament abgesperrt

Die Polizei hatte zuvor den Zugang zum Parlament mit einem Großaufgebot von 1300 Beamten abgeriegelt und ging mit Schlagstöcken gegen Demonstranten an der Spitze des Marsches vor.

Einige Demonstranten rissen Barrikaden nieder und warfen mit Flaschen und Steinen auf die Beamten und skandierten "Raus mit euch", "Ihr vertretet uns nicht" in Richtung Parlament.

Sturm auf Abgeordnetenhaus

Die Lage sei gegen 19 Uhr eskaliert, hieß es in spanischen Medienberichten, als Demonstranten versuchten, Absperrungen in der Nähe des Abgeordnetenhauses zu durchbrechen. Die Sicherheitskräfte setzten daraufhin Gummigeschosse und Schlagstöcke ein.

Der Großteil der Demonstranten blieb jedoch friedlich. Die Organisatoren der Protestaktion erklärten, die Sparmaßnahmen zeigten, dass die regierende Volkspartei den Menschen im vergangenen Jahr falsche Versprechungen gemacht habe, um gewählt zu werden.

Ärger über Sparpaket der Regierung

Der Unmut der Menschen richtet sich nicht nur gegen den rigiden Sparkurs Rajoys. Sie verlangen überdies die Ausarbeitung einer neuen Verfassung und den Rücktritt der Regierung.

Weitere Nachrichten und Links

Nach Mitternacht vertrieb die Polizei die letzten Protestierer ohne weitere Zwischenfälle. Auch in Barcelona und Sevilla kam es zu kleineren Demonstrationen mit mehreren hundert Teilnehmern.

Prekäre Haushaltslage

Ministerpräsident Rajoy versucht seit neun Monaten, das Haushaltsdefizit unter Kontrolle zu bringen und das Vertrauen der Anleger in das Land wieder herzustellen.

Spanien kämpft derzeit gegen die zweite Rezession in drei Jahren und eine Arbeitslosenquote von knapp 25 Prozent. Die Regierung in Madrid hat eine Reihe von Sparmaßnahmen und wirtschaftliche Reformen eingeführt, um das Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf 6,3 Prozent und 2013 auf 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu drücken.

"Die einzige Lösung ist, dass wir jeden im Parlament auf die Straße setzen, damit sie wissen, wie es sich anfühlt", sagte eine der Demonstrantinnen.

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