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Mali: Rotes Kreuz warnt vor schwerer humanitärer Katastrophe

In Mali droht eine schwere humanitäre Katastrophe

25.10.2012, 14:04 Uhr | AFP, dapd

Mali: Rotes Kreuz warnt vor schwerer humanitärer Katastrophe. In Mali droht eine Hungerkatastrophe (Quelle: Reuters)

"Die humanitäre Lage ist besorgniserregend": Mali steht vor einer schweren Hungerkatastrophe (Quelle: Reuters)

Im Norden des von Islamisten kontrollierten Mali zeichnet sich nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) eine schwere humanitäre Krise ab. Etwa die Hälfte der rund eine Million Einwohner im Norden des Landes benötige bis zum Jahresende Hilfe, sagte IKRK-Chef Peter Maurer.

"Die humanitäre Lage ist besorgniserregend", sagte Maurer. Die Schwere der Krise mache sich zunehmend bemerkbar. Maurer rief die internationale Gemeinschaft auf, 20 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Fast eine halbe Million Menschen auf der Flucht

Am Montag hatte der IKRK-Chef seinen Besuch in der Region in Niger begonnen, das seit Mitte Januar viele Flüchtlinge aus Mali aufgenommen hat. Dem UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) zufolge zwang der Konflikt im Norden mehr als 412.000 Menschen zur Flucht.

Im vergangenen Winter war nach der Rückkehr von Tuareg-Söldnern aus Libyen im Norden Malis ein Aufstand gegen die Zentralregierung ausgebrochen. Unzufrieden Soldaten stürzten Ende März die Regierung in Bamako. Anschließend brachten die Tuareg-Rebellen innerhalb weniger Tage gemeinsam mit Islamisten den gesamten Norden unter ihre Kontrolle. Die Islamisten vertrieben die Tuareg-Rebellen seitdem aus den größten Städten und riefen das islamische Recht der Scharia aus.

Mali wieder in der AU aufgenommen

Die Afrikanische Union (AU) nahm das westafrikanische Land nach dessen Suspendierung infolge des Militärputsches vom 22. März wieder in ihre Reihen auf. Das sagte der in der Organisation für Sicherheit und Frieden zuständige Kommissar, Ramtane Lamamra, nach einem Ratstreffen in Addis Abeba.

Zugleich habe die Organisation einen Plan zur "Wiederherstellung der staatlichen Autorität im Norden des Landes" gebilligt. Demnach soll es im ersten Quartal kommenden Jahres Wahlen in Mali geben. Der Aktionsplan werde der UNO zur Billigung vorgelegt.

Die AU rief die Regierung Malis dazu auf, "so schnell wie möglich nationale Strukturen zu schaffen, um mit den bewaffneten malischen Gruppen im Norden des Landes, die dazu bereit sind, zu verhandeln, um eine politische Lösung der Krise zu finden".

Militäreinsatz der AU in Mali konkretisiert sich

Derzeit wird über die Entsendung einer Eingreiftruppe der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) nach Mali verhandelt. Am kommenden Dienstag werde es in Bamako eine militärische Planungskonferenz zur Vorbereitung einer solchen Intervention geben, teilte der Friedens- und Sicherheitsrat der Afrikanischen Union mit.

Der UN-Sicherheitsrat hatte eine solche Entsendung grundsätzlich gebilligt. Die ECOWAS will mehr als 3000 Soldaten bereitstellen. UN und EU könnten logistische Unterstützung leisten.

US-Außenministerin Hillary Clinton reist in der kommenden Woche nach Algerien, um mit Präsident Abdelaziz Bouteflika über den Konflikt im Nachbarland zu reden. Algerien hat eine lange Grenze mit Mali. Algerien und Mauretanien hatten zum Dialog und einer politischen Lösung des Konflikts aufgerufen.

Bundeswehreinsatz möglich

Der Westen befürchtet, dass der Norden Malis zu einem neuen Rückzugsort für Extremisten wird. Die Bundesregierung plant im Rahmen eines internationalen Militäreinsatzes in Mali, die Bundeswehr zur Ausbildung afrikanischer Truppen einzusetzen.

Die FDP-Verteidigungspolitikerin Elke Hoff warnte vor erheblichen Risiken der geplanten EU-Ausbildungsmission in Mali für die Bundeswehr. "Ein Hineinstolpern in eine Mission, ohne das Eskalationspotenzial zu bedenken und klare politische Ziele für einen Ausstieg zu definieren, darf es nach den Erfahrungen in Afghanistan nicht mehr geben", sagte Hoff der "Financial Times Deutschland". Es bestehe die "Gefahr, dass sich die Europäer der Forderung ausgesetzt sehen, mit eigenen Kampftruppen in Nordmali einzugreifen".

Spendenkonto:

Deutsches Rotes Kreuz
Konto: 41 41 41
BLZ: 370 205 00, Bank für Sozialwirtschaft
www.drk.de

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