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Geiseldrama in Algerien: 34 Geiseln in Algerien tot

Algerien: Blutbad durch Militär bei Geiseldrama

17.01.2013, 21:43 Uhr | dapd, AFP, dpa

Geiseldrama in Algerien: 34 Geiseln in Algerien tot. Geiseldrama von Ain Amenas blutig beendet (Quelle: Google Earth / Digital Globe)

Luftaufnahmen zeigen die algerische Stadt Ain Amenas und die angrenzende Gasraffinerie, in der sich das viertägige Geiseldrama abspielte. (Quelle: Google Earth / Digital Globe)

Afrikas militante Islamisten halten die Welt in Atem. Eine algerische Militäraktion zur Befreiung von Dutzenden Geiseln aus der Hand von Terroristen führte zu einem Blutbad.

Nach Darstellung der Terroristen wurden 35 Geiseln und 15 Kidnapper getötet, als die algerische Luftwaffe die Geiselnehmer auf dem Gasfeld im Osten des Landes angriff. Der französische Rundfunk dagegen sprach von 34 toten Geiseln.

Sieben Geiseln noch in Gewalt der Entführer

Eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Der Hergang der Aktion und die tatsächliche Zahl der Opfer ist noch unklar. Am Abend berichtete die  algerische Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf Angaben der örtlichen Präfektur, die Militäraktion sei beendet.

Nach APS-Informationen konnten bei der Militäraktion vier ausländische Geiseln befreit werden, weitere sieben sollen noch in der Gewalt der Entführer sein. Drei Belgier, zwei US-Bürger, ein Japaner und ein Brite hätten den Angriff der algerischen Armee mit Kampfhubschraubern überlebt, sagte ein Sprecher der Islamisten gegenüber der mauretanischen Nachrichtenagentur ANI.

Mehrere Geiseln können fliehen

Mehrere Geiseln konnten fliehen. Ein überlebender Ire meldete sich bei seinen Angehörigen.

Paris, London und Oslo bestätigten die Militäraktion auf dem Gasfeld Ain Amenas im Osten des Landes. Unter den Geiseln waren auch Franzosen, Briten, Norweger, Amerikaner, Iren und Japaner. Die schwer bewaffneten Terroristen hatten die Siedlung der Ölarbeiter am frühen Mittwochmorgen in drei Fahrzeugen angriffen.

Steckt Al-Kaida hinter der Geiselnahme?

Hinter der Geiselnahme steht nach algerischen Angaben die Organisation Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI). Die militanten Islamisten forderten ein Ende des französischen Einsatzes in Mali. Die nordmalische Islamistengruppe Ansar Dine bestritt jede Verbindung zu dem Kommando. Hinter der Aktion stünden aber Menschen, die den Islam verteidigten, sagte ein Sprecher der Tuareg-Gruppe. Ansar Dine ist eine der islamistischen Gruppen, die den Norden Malis kontrollieren.

Der Erdgaskomplex Ain Amenas, auf dem sich das Geiseldrama abspielt, liegt 1300 Kilometer südlich der Hauptstadt Algier tief in der Sahara-Wüste. Der britische Ölkonzern BP betreibt das Gasfeld zusammen mit dem norwegischen Energiekonzern Statoil und dem algerischen Staatsunternehmen Sonatrach. Die japanische Firma JGC Group ist als Dienstleister vor Ort.

Gasfeld abgeschaltet

Das Gasfeld ist nach Informationen von Statoil abgeschaltet. In Medienberichten hatte es zuvor geheißen, dass die Islamisten mit der Sprengung der Anlage gedroht hätten.

Algerien ist das größte Land auf dem afrikanischen Kontinent und gilt als Verbündeter der USA und Frankreichs im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Die Beziehungen zwischen Algier und Paris sind allerdings belastet durch die jahrzehntelangen Spannungen mit der früheren Kolonialmacht und den blutigen Unabhängigkeitskrieg in den 1950er Jahren.

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