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Türkei: Deutsche Soldaten angepöbelt

Türkei: Deutsche Soldaten angepöbelt

23.01.2013, 17:10 Uhr | dpa, AFP

Türkei: Deutsche Soldaten angepöbelt. In der Türkei haben Demonstranten Bundeswehr-Soldaten angegriffen

In der Türkei haben Demonstranten Bundeswehr-Soldaten angegriffen

Während ihres Patriot-Einsatzes in der Türkei sind mehrere Soldaten der Bundeswehr von Dutzenden Zivilisten angepöbelt und bedroht worden. Linke türkische Gruppierungen sind gegen die Stationierung von Patriot-Raketen an der Grenze zu Syrien. Die Bundesregierung forderte die Türkei auf, besser für den Schutz der Deutschen zu sorgen.

Etwa 40 türkische Zivilisten hätten fünf deutsche Soldaten bedrängt, als sie gerade ein Geschäft in Iskenderun verlassen wollten. Das teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam mit. Einem Soldaten sei gar ein Sack über den Kopf gestülpt worden, in dem sich weißes Pulver oder Puder befand. Die Angegriffenen seien in umliegende Geschäfte geflüchtet.

"Ein ernster Vorfall"

Türkische Sicherheitskräfte, die die deutschen Soldaten begleitet hatten, griffen den Angaben zufolge zu ihrem Schutz ein. Dadurch hätten sie eine Eskalation der Lage verhindert. Anschließend begleiteten die Sicherheitskräfte die Soldaten in ihre Unterkünfte. Bei dem Vorfall wurde laut Einsatzführungskommando kein deutscher Soldat verletzt.

Man erwarte, dass die Sicherheit der deutschen Soldaten gewährleistet sei, wenn sie sich in türkischen Städten bewegten, sagte der Sprecher von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU), Stefan Paris. Das Auswärtige Amt erklärte, es handele sich um einen ernsten Vorfall, der auch auf diplomatischen Kanälen aufgearbeitet werden müsse.

"Wir respektieren voll und ganz die Meinungsfreiheit in der Türkei", sagte Paris. "Was aber nicht geht und was auch nicht zu rechtfertigen ist, ist, dass die Äußerung von Meinungsfreiheit in Gewalt ausschlägt. Das ist nicht akzeptabel."

Türkische Medien berichteten, die Demonstranten gehörten zur Jugendorganisationen TGB der kleinen linksnationalistischen Partei IP. TGB-Aktivisten haben in den vergangenen Jahren mehrfach ausländische Soldaten und Touristen attackiert und ihnen Säcke über den Kopf gezogen. Das gilt auch als Reaktion auf die Gefangennahme türkischer Soldaten im Irak durch US-Soldaten im Jahr 2003. Die Türken waren damals mit Säcken über den Köpfen zum Verhör abgeführt worden.

Patriot-Raketen bereits eingetroffen

Zuvor hatten türkische Medien berichtet, dass die türkische Polizei nach gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Demonstranten bei Protestkundgebungen gegen den Patriot-Einsatz der NATO mehrere Dutzend Menschen festgenommen habe. Die Sicherheitskräfte gingen demnach mit Tränengas, Pfefferspray und Schlagstöcken gegen Demonstranten in Iskenderun sowie an der Luftwaffenbasis Incirlik im Süden des Landes vor.

Die Schiffe mit den Patriot-Raketen der Bundeswehr und der niederländischen Armee waren Anfang der Woche in Iskenderun eingetroffen. Auf dem Stützpunkt Incirlik bei Adana lagern nach US-Angaben die für den NATO-Einsatz vorgesehenen Patriot-Systeme der US-Streitkräfte.

Die NATO hatte die Stationierung der Luftabwehrraketen auf Antrag der türkischen Regierung beschlossen, um die Türkei vor möglichen Raketenangriffen aus dem benachbarten Unruheland Syrien zu schützen. Linke und islamistische Gruppen in der Türkei sehen in dem Patriot-Einsatz dagegen einen Versuch insbesondere der USA, ihre Macht im Nahen Osten auszudehnen.

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