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General für mehr deutsches Engagement

Unruhen im Südsudan  

General für mehr deutsches Engagement

21.12.2013, 13:44 Uhr | dpa, AFP, rtr, t-online.de

General für mehr deutsches Engagement. Für Generalleutnant Hans-Werner Fritz enden deutsche Sicherheitsinteressen nicht bei einem bestimmten Radius. (Quelle: dpa)

Für Generalleutnant Hans-Werner Fritz enden deutsche Sicherheitsinteressen nicht bei einem bestimmten Radius. (Quelle: dpa)

Der Leiter des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Hans-Werner Fritz, hat sich für mehr deutsches Engagement in Afrika ausgesprochen. Die US-Regierung entsendet ihren Sondergesandten für die Region als Vermittler in den Südsudan. Beobachter befürchten, dass sich die Unruhen im jüngsten Staat der Welt zu einem Bürgerkrieg ausweiten.

"Wir müssen uns mit Afrika beschäftigen, weil die Entwicklungen in diesen Ländern auch unsere Interessen betreffen können", sagte Fritz der "taz" im ugandischen Entebbe. "Wie weit weg ein Land konkret ist, spielt meines Erachtens zunehmend weniger eine Rolle. Ich denke, dass die deutschen Sicherheitsinteressen nicht in einem Radius von 2000 oder 5000 Kilometern um Deutschland herum enden."

Fritz war während einer seit langem geplanten Dienstreise im Südsudan vom Ausbruch der Kämpfe vergangene Woche überrascht worden. Zusammen mit mehreren deutschen Begleitern saß er zwischenzeitlich in der Hauptstadt Juba fest. Erst am Mittwoch konnte er mit einem aus Deutschland entsandten Bundeswehrflugzeug nach Uganda ausreisen.

Im Südsudan hatte er die deutschen Soldaten besucht, die im Rahmen der UN-Mission UNMISS im Einsatz sind. Der "taz" sagte Fritz, alle Vorgesetzten hätten den "deutschen Beitrag und die qualifizierte Arbeit unserer Offiziere gelobt".

US-Regierung will Aussöhnung vermitteln

Unterdessen hat die US-Regierung ihren Sondergesandten für den Südsudan, Donald Booth, als Vermittler in das Land geschickt. US-Außenminister John Kerry habe diese Entscheidung nach einem Telefongespräch mit Präsident Salva Kiir getroffen. Er habe ihn dabei aufgerufen, die Zivilisten zu schützen und sich für die Aussöhnung einzusetzen, sagte Kerry.

In dem trotz reicher Ölvorkommen völlig verarmten zentralafrikanischen Land ist vergangene Woche der seit längerem schwelende Machtkampf zwischen Präsident Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Bei Kämpfen in der Hauptstadt Juba und anderen Landesteilen wurden seitdem hundert Menschen getötet.

Kiir gehört der Volksgruppe der Dinka an, die die Regierungspartei und frühere Rebellentruppe SPLM (Sudanesische Volksbefreiungsbewegung) dominieren. Machar ist ein Lou Nuer.

Friedenstruppe zwischen den Fronten

International wird befürchtet, dass sich die Kämpfe zu einem Bürgerkrieg ausweiten. Zwischen die Fronten war jüngst auch die in dem Land stationierte internationale Friedenstruppe geraten. Zwei Blauhelmsoldaten aus Indien wurden offenbar gezielt von Milizionären getötet.

Bei einem neuen Angriff auf einen UN-Stützpunkt kamen mindestens elf Zivilisten ums Leben. Bei den Opfern habe es sich um Flüchtlinge gehandelt, die Schutz auf der UN-Basis in Akobo im Bundesstaat Jonglei gesucht hätten, teilte ein UN-Sprecher mit. Der Stützpunkt sei von etwa 2000 Kämpfern einer anderen Volksgruppe attackiert worden.

Bereitschaft zum Dialog

Laut UN-Diplomaten erklärte sich Präsident Kiir zu einem Dialog mit seinem Rivalen bereit, um den Konflikt in seinem Land zu beenden. Kiir habe "anscheinend zugestimmt, in einen bedingungslosen Dialog zu treten", sagte der französische UN-Botschafter Gérard Araud nach einer Krisensitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Demnach sicherte Kiir dies einer Delegation mehrerer afrikanischer Außenminister zu, die sich ebenfalls in Juba um Vermittlung bemühen.

Trotz des Gesprächsangebotes setzten die Regierungstruppen ihre Offensive im Osten fort, um die von den Rebellen eroberte Stadt Bor zurückzuerobern. Auch in der Hauptstadt Juba waren laut Augenzeugen die ganze Nacht über Schüsse zu hören.

Bundeswehr fliegt Deutsche aus

Die Bundeswehr hatte derweil am Freitag fast 100 Deutsche und andere Ausländer aus dem Krisenland ausgeflogen. Eine Transportmaschine des Typs Transall flog zwei Mal von Juba nach Entebbe ins Nachbarland Uganda. Zu den Passagieren des zweiten Evakuierungsflugs zählte auch der deutsche Botschafter, der ursprünglich im Land bleiben sollte. Auch andere Länder flogen ihre Bürger aus.

Das Gewicht des militärischen Engagements Deutschlands in Afrika könnte in Zukunft verstärkt in Ausbildungsmissionen liegen, sagte Generalleutnant Fritz. Sollten die Voraussetzungen stimmen, würde er auch eine Entsendung von Bundeswehrausbildern in Somalias Hauptstadt Mogadischu empfehlen.

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