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Militärputsch in Thailand: Ex-Premier Yingluck Shinawatra an geheimem Ort festgehalten

Militärputsch in Thailand  

Ex-Premier an geheimem Ort festgehalten

24.05.2014, 16:44 Uhr | dpa, AP

Militärputsch in Thailand: Ex-Premier Yingluck Shinawatra an geheimem Ort festgehalten. Yingluck Shinawatra soll laut Militär "beruhigen". Sie wurde festgesetzt. (Quelle: Reuters)

Yingluck Shinawatra soll laut Militär "beruhigen". Sie wurde festgesetzt. (Quelle: Reuters)

Thailands Militärjunta will Dutzende Mitglieder der abgesetzten Regierung und Oppositionelle noch bis zu eine Woche lang festhalten. Auf diese Weise sollen die Politiker "Zeit zum Nachdenken bekommen", wie Armee-Vizesprecher Weerachon Sukondhapatipak sagte. Demnach wurden zudem ihre Handys konfisziert.

In der Gewalt der Militärjunta befindet sich den Angaben zufolge auch Ex-Regierungschefin Yingluck Shinawatra, die ebenfalls mindestens eine Woche festgesetzt werden soll. So könne sie sich "beruhigen", sagte Sukondhapatipak weiter. Wo Yingluck, ihre früheren Kabinettsminister und deren Gegner festgehalten werden, wollte er nicht sagen.

Junta löst Senat auf

Unterdessen hat die thailändische Militärjunta den Senat aufgelöst und damit alle parlamentarische Macht an sich gerissen. Die Auflösung wurde am Samstag zwei Tage nach dem Putsch im Fernsehen bekanntgegeben. Bereits am Donnerstag hatte das Militär das Unterhaus aufgelöst.

Nach dem Putsch vom Donnerstag hatten die neuen Machthaber den Senat zunächst im Amt gelassen - Beobachter werteten das als möglichen Schachzug, um zumindest etwas Anschein von Demokratie zu wahren. Ein Grund für die Auflösung am Samstag wurde nicht genannt.

"Menschenrechtssituation ist in freiem Fall"

Menschenrechtsorganisation reagierten empört. "Die Menschenrechtssituation in Thailand ist unter der Militärherrschaft in freiem Fall", sagte Brad Adams von Human Rights Watch. "Wenn Soldaten friedliche Demonstranten festnehmen, ist das ein gefährlicher Präzedenzfall - Menschen, die ihre Meinung sagen, dürfen nicht bestraft werden", sagte Richard Bennett von Amnesty International.

"Dass das Militär führende Politiker und Zivilisten in Gewahrsam hält, ist höchst beunruhigend", teilte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Navi Pillay mit.

Erster Widerstand regt sich

Unterdessen kommt erster Widerstand gegen den Militärputsch auf. Am Samstag versammelten sich etwa 200 Menschen in einem Einkaufszentrum in Norden der Hauptstadt Bangkok, um ihrem Unmut Luft zu machen.

"Gegen den Coup" lautete eines der handgeschriebenen Schilder, die sie in die Höhe hielten. Die Polizei versuchte einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters zufolge die Menschen zum Weitergehen zu bewegen, wurde aber niedergeschrien und zog sich zurück.

Junge Männer auf Motorrädern führten anschließend den Demonstrationszug an. Die Polizei sperrte jedoch die Straße ab. Vereinzelt kam es zu Rangeleien und es flogen Plastikwasserflaschen. Dem Reporter zufolge gab es jedoch keine Verletzten oder größere Gewalt.

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