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Isis-Vormarsch: USA schickt Spezialeinheit in den Irak

Gespräche mit Iran  

Obama schickt Truppen in den Irak

17.06.2014, 17:53 Uhr | dpa, AFP

Isis-Vormarsch: USA schickt Spezialeinheit in den Irak. Barack Obama schickt US-Soldaten in den Irak (Quelle: dpa)

US-Soldaten sollen Amerikaner im Irak schützen (Quelle: dpa)

Die USA schicken eine 275 Mann starke Spezialeinheit des Militärs in den Irak, um die US-Botschaft und die dort arbeitenden Amerikaner zu schützen. Damit regieren sie auf den Vormarsch der Isis-Truppen im Land. Gleichzeitig beraten Vertreter der USA und des Iran erstmals direkt über die Krise.

Die Truppe sei wenn nötig auch für den Kampf gerüstet, teilte Präsident Barack Obama in einem Brief an den Kongress mit. "Diese Einheit wird im Irak bleiben, bis die Sicherheitslage es nicht länger erfordert", hieß es in dem Schreiben.

Obama habe den Schritt als Oberbefehlshaber der Streitkräfte veranlasst, um seine Landsleute zu schützen. Die irakische Regierung habe dem Schritt zugestimmt.

Schutz der Botschafts-Angehörigen

Wie Pentagon-Sprecher John Kirby mitteilte, erreichten 170 der Soldaten Bagdad bereits am Wochenende. Rund 100 weitere sollen falls erforderlich Flugplätze verwalten, logistische Maßnahmen unterstützen und zur Sicherheit beitragen. Alle Kräfte seien dazu ausgebildet, sich den Teams der US-Botschaft anzuschließen oder als eigenständige Truppe vorzugehen.

"Die Sicherheit des in ausländischen diplomatischen Vertretungen dienenden Personals ist eine unserer höchsten Prioritäten", teilte Kirby weiter mit. Bisher waren im Irak zwischen 200 und 300 Soldaten stationiert, um US-Einrichtungen zu schützen und irakische Sicherheitsleute zu unterstützen.

Die Einheiten sollen nach Mitteilung des Weißen Hauses auch bei der Verlegung von Botschaftspersonal von Bagdad in die Konsulate in Arbil und Basra sowie nach Amman in Jordanien helfen. Die Botschaft in Bagdad werde aber nicht geschlossen und die meisten Mitarbeiter würden dort bleiben.

Die Isis-Dschihadisten haben seit vergangener Woche weite Gebiete im Nordirak erobert und sind Richtung Bagdad vorgerückt. Am Montag nahmen sie Teile der strategisch wichtigen, schiitisch dominierten Stadt Tal Afar an einer Hauptstraße zur syrischen Grenze ein.

Bodentruppen weiter ausgeschlossen

Obama traf am Montagabend in Washington erneut mit seinen Sicherheitsberatern zusammen, um über den Vormarsch sunnitischer Isis-Dschihadisten zu beraten. Als militärische Optionen der USA gelten derzeit Luft- und Drohnenangriffe sowie ein umfassenderes Training irakischer Sicherheitskräfte. Ende 2011 waren die letzten US-Soldaten aus dem Irak abgezogen worden. Nach wie vor scheint der Einsatz von US-Bodentruppen ausgeschlossen.

Zudem tauschten sich US-Vertreter am Rande der Atomverhandlungen in Wien mit iranischen Abgesandten über die Krise im Irak aus. Washington sei bereit, sich sowohl mit Teheran als auch mit anderen Mächten in der Region über das Vorgehen gegen die Isis-Kämpfer abzustimmen, sagte ein hochrangiger Vertreter des US-Außenamtes. Eine Koordinierung militärischer Maßnahmen werde es aber nicht geben.

Deutsche Siemens-Techniker gerettet

Unterdessen wurde offenbar eine Gruppe von 50 ausländischen Mitarbeitern der Firma Siemens aus dem von Isis-Kämpfern kontrollierten Gebiet gerettet. "Spiegel-Online" berichtete unter Berufung auf das Auswärtige Amt, alle Deutschen seien bis Montagabend sicher in Bagdad und Arbil angekommen.

Dem Nachrichtenportal zufolge flogen Helikopter des irakischen Militärs und ein von Siemens gecharterter Jet die Ausländer von Sonntagmittag an aus der Gefahrenzone rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad. Unter den 50 Technikern, die an einem Kraftwerk Modernisierungsarbeiten durchführten, seien neben acht Deutschen auch andere EU-Bürger gewesen. In Berlin habe es die Befürchtung gegeben, die Ausländer hätten von Isis-Rebellen als Geiseln genommen werden können.

Das US-Außenministerium warnte erneut vor Reisen in den Irak und stufte diese als gefährlich ein. Die Botschaft im Bagdad bleibe zwar geöffnet, doch die Möglichkeiten, Amerikanern bei Problemen wie etwa Inhaftierungen zu helfen, seien "extrem begrenzt." Die Gefahr von Anschlägen, terroristischer Gewalt und Entführungen bleibe akut.

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