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Al-Shabaab bekennt sich zu Massaker in Kenia

Fast 50 Tote  

Al-Shabaab bekennt sich zu Bluttat in Kenia

17.06.2014, 17:58 Uhr | t-online.de, dpa, AP, AFP

Al-Shabaab bekennt sich zu Massaker in Kenia. Einwohner laufen an einem ausgebrannten Lastwagen in der Küstenstadt Mpektoni vorbei. (Quelle: dpa)

Einwohner laufen an einem ausgebrannten Lastwagen in der Küstenstadt Mpektoni vorbei. Am Sonntagabend wurden mindestens 49 Menschen von mit Gewehren bewaffneten Angreifern getötet. (Quelle: dpa)

Die Islamisten-Miliz Al-Shabaab hat sich zu dem blutigen Anschlag vom Sonntag in Kenia bekannt. In einem Schreiben an den arabischen Sender Al-Dschasira forderte die somalische Kampftruppe den Rückzug kenianischer Truppen aus ihrem Heimatland. Bei dem Angriff in der Nähe der Urlaubsinsel Lamu wurden laut Rotem Kreuz 49 Menschen getötet.

In dem Bekennerschreiben kündigten die Islamisten weitere Aktionen an. Die kenianische Regierung kämpfe "einen aussichtlosen Krieg", zitiert Al-Dschasira aus dem Brief der Al-Shabaab. "Die Aussicht auf Frieden und Stabilität in Kenia ist nichts weiteres als ein fernes Wunder", heißt es weiter. "Macht Euch bereit für die Verwüstungen des Krieges und dessen, was Ihr mit Euren Händen gesäht habt."

Wie die örtliche Polizei berichtet, seien am Sonntagabend rund 50 Angreifer in Kleinbussen in den Ort Mpeketoni gefahren, als viele Bürger in öffentlichen Bars ein Spiel der Fußball-WM in Brasilien verfolgten. Sie hätten wahllos um sich geschossen.

Al-Dschasira zufolge unterscheidet sich der jüngste Angriff von bisherigen Aktionen der Al-Shabaab. So seien diesmal weniger Ausländer als Einheimische im Visier der Terroristen gewesen. In ihrem Bekennerschreiben hätten die Terroristen die Küstenstadt Mpeketoni als ursprünglich islamisches Gebiet beschrieben, das von Christen gewaltsam besetzt worden sei.

Gäste in Betten ermordet

Eine Frau sagte, die Männer seien zu ihnen gekommen und hätten auf Suaheli gefragt, ob sie Muslime seien. Ihr Mann habe geantwortet, sie seien Christen, woraufhin sie ihn in Kopf und Brust geschossen hätten. Ein Mann sagte, seine beiden Brüder seien mit Kugeln durchsiebt worden, weil sie die Fragen der Bewaffneten nicht verstanden hätten. Sie sprachen kein Suaheli.

Im Visier der Täter standen vor allem zwei Hotels, eine Bank und ein Polizeirevier. Ein Zeuge sagte, die Islamisten seien in den Hotels von Zimmer zu Zimmer gegangen und hätten die Gäste in ihren Betten ermordet.

Mehrere Gebäude wurden niedergebrannt. Es kam zu einer Schießerei mit der Polizei. Die Attacke dauerte mehrere Stunden - erst gegen Mitternacht zogen sich die Männer zurück.

Ein Armeesprecher sagte, es seien Aufklärungsflugzeuge im Einsatz, um nach den Tätern zu suchen. Einwohner umliegender Dörfer berichteten, die Angreifer hätten auf dem Rückzug auch dort Menschen getötet.

UN-Generalsekretär verurteilt Überfall

Bereits im September 2013 verübten Mitglieder der Al-Shabaab-Miliz einen ähnlichen Anschlag. Bewaffnete stürmten derzeit ein Einkaufscenter und richteten gezielt Nicht-Muslime hin. Bei dem Massaker gab es 67 Tote und 150 Verletzte.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Überfall auf das Schärfste verurteilt. Er vertraue darauf, dass die Behörden alles in ihrer Macht stehende unternehmen werden, um die Verantwortlichen gemäß der Menschenrechtsverpflichtungen des Landes zur Rechenschaft zu ziehen, teilte ein UN-Sprecher am Montagabend (Ortszeit) mit.

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