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Iran versetzt seine Grenztruppen in Alarmbereitschaft

Reaktion auf Isis-Vormarsch  

Iran versetzt Grenztruppen in Alarmbereitschaft

25.06.2014, 14:38 Uhr | dpa, AFP, AP

Iran versetzt seine Grenztruppen in Alarmbereitschaft. Angesichts des Vormarsches der Isis-Rebellen im Irak herrscht bei den Grenztruppen im benachbarten Iran höchste Alarmbereitschaft. (Quelle: Reuters)

Angesichts des Vormarsches der Isis-Rebellen im Irak herrscht bei den Grenztruppen im benachbarten Iran höchste Alarmbereitschaft. (Quelle: Reuters)

Der Iran hat seine Truppen an der Grenze zum Irak in Alarmbereitschaft versetzt. Grund dafür sei der jüngste Vormarsch der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und Syrien (Isis) im Nachbarland, sagte Armeesprecher Ali Arasteh nach einem Bericht der Nachrichtenagentur ISNA.

Der Iran hat eine 1450 Kilometer lange Grenze zum Irak. In dem Konflikt steht Teheran auf der Seite der Regierung in Bagdad. Deren Ministerpräsident Nuri al-Maliki sieht sich dadurch offensichtlich gestärkt und will nach Medienberichten keine neue Einheitsregierung bilden. Al-Maliki lehne auch einen Rücktritt ab, meldete der arabische Nachrichtenkanal Al-Arabiya.

Eine "Regierung der nationalen Rettung" stelle einen Putsch gegen die Verfassung und den politischen Prozess dar, sagt er in einer Stellungnahme.

Al-Kaida-Gruppe schließt sich Isis an

Derweil haben sich nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten an einer Schlüsselstelle der Grenze zwischen dem Irak und Syrien radikalislamische Extremisten aus beiden Staaten zusammengeschlossen. Syrische Al-Kaida-Kämpfer der Nusra-Front aus dem syrischen Ort Albu Kamal und Isis-Dschihadisten aus dem irakischen Al-Kaim hätten fusioniert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk von Informanten in Syrien, sie sind unabhängig kaum überprüfbar. Eigentlich hatte Al-Kaida mit Isis gebrochen und die Nusra-Front als ihren offiziellen Verbündeten in Syrien ausgerufen. 

Auf der irakischen Seite der betroffenen Grenzregion hatte Isis in den vergangenen Tagen die Kontrolle übernommen. Seit Anfang Juni hatten Kämpfer weite Teile des Nordiraks erobert. Der irakischen Armee gelang es bislang nicht, den Vormarsch aufzuhalten. Nach Angaben de Vereinten Nationen wurden in dem Konflikt bereits mehr als tausend Menschen getötet.

Isis-Milizen kontrollieren großes Ölfeld

Im Norden des Landes übernahmen die Extremisten eines der größten Öl- und Gasfelder des Landes. Aus irakischen Sicherheitskreisen hieß es, Isis-Kämpfer kontrollieren das Ölfeld Adschil südwestlich der Stadt Kirkuk. Diese liegt rund 250 Kilometer nördlich von Bagdad.

Laut dem irakischen Nachrichtenportal "Al-Mada" war die Ölförderung in Adschil bereits zuvor zum Stillstand gekommen, nachdem Isis-Kämpfer in Nachbargebiete vorgedrungen waren. In Adschil werden täglich mehr als 20.000 Barrel Rohöl (je 159 Liter) gefördert.

Doch auch die irakische Armee vermeldet Erfolge. So sei die strategisch wichtige Ölraffinerie in dem Ort Baidschi nach offiziellen Angaben wieder von den extremistischen Isis-Milizen zurückerobert worden. Elite-Einheiten der Armee hätten alle Zufahrten zur Raffinerie nach Kämpfen mit Isis-Aufständischen unter vollständige Kontrolle gebracht, meldete der staatliche Fernsehsender Al-Iraqiya auf seiner Internetseite. Er berief sich dabei auf lokale Sicherheitskräfte.

Zuvor waren bei irakischen Luftangriffen auf Baidschi 16 Menschen ums Leben gekommen und 30 verletzt worden. Der Ort rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad ist strategisch bedeutsam, weil dort eine der größten irakischen Ölraffinerien und ein Kraftwerk liegen. Baidschi war laut Medienberichten Anfang der Woche in die Hände der Isis-Milizen gefallen.

Syrien dementiert Luftangriffe

Berichte über syrische Luftangriffe in der Grenzregion zum Irak dementierte derweil die Regierung in Damaskus. Diese Meldungen seien falsch und entbehrten jeder Grundlage, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Arabische Medien hatten zuvor berichtet, syrische Kampfflugzeuge hätten den Ort Al-Kaim im syrisch-irakischen Grenzgebiet angegriffen.

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