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Toter im Gaza-Konflikt: Israelischer Zivilist von Rakete getroffen

Toter im Gaza-Konflikt  

Israelischer Zivilist von Rakete getroffen

15.07.2014, 19:02 Uhr | t-online.de, dpa, AFP

Toter im Gaza-Konflikt: Israelischer Zivilist von Rakete getroffen. Die Raketen des mobilen Raketenabwehrsystems "Iron Dome" sollen die Geschosse aus dem Gaza-Streifen eigentlich unschädlich machen. (Quelle: AFP)

Die Raketen des mobilen Raketenabwehrsystems "Iron Dome" sollen die Geschosse aus dem Gaza-Streifen eigentlich unschädlich machen. (Quelle: AFP)

Erstmals wurde auch ein Israeli von einer Rakete palästinensischer Militanter getroffen. Der Mann wurde am Grenzübergang Eres tödlich verletzt.

Wie die israelische Armee bekannt gab, handelt es sich um einen 38-Jährigen, der in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen Soldaten mit Nahrung versorgte. Die tödliche Rakete wurde demnach aus dem Gazastreifen abgefeuert.

Uno beklagt massive Schäden

Die UNO beklagt unterdessen massive Schäden durch die Luftangriffe der israelischen Armee im Gazastreifen. "Das Ausmaß der menschlichen Opfer und der Zerstörung in Gaza ist wirklich immens", teilte das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) mit. Hunderttausende Menschen sollen von der Wasserversorgung abgeschnitten sein.

Die Zahl der Opfer erhöhe sich "stündlich", sagte UNRWA-Sprecher Sami Mashasha. Etwa 560 Häuser seien im Gazastreifen bei den Raketenangriffen zerstört worden. Auch 47 Einrichtungen der UNRWA wurden demnach beschädigt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) warnte vor einem Zusammenbrechen der Wasserversorgung in dem Palästinensergebiet. Hunderttausende Menschen seien bereits ohne Wasser. Die Lage werde sich weiter verschärfen, falls die Angriffe andauerten.

Ägyptische Initiative von Hamas abgelehnt

Nach einer Woche tödlicher Gewalt hatte Israel am Dienstag einen ägyptischen Vorschlag für eine Waffenruhe mit den Palästinensern angenommen. Die vorgelegte Initiative sah vor, dass am Dienstagmorgen eine Waffenruhe in Kraft treten sollte. Anschließend sollte über den Eintritt von Waren und Personen in den abgeriegelten Gazastreifen verhandelt werden. Binnen 48 Stunden nach Inkrafttreten des Waffenstillstands wollte Ägypten ranghohe palästinensische und israelische Delegationen empfangen, um indirekte Verhandlungen zu führen.

Da die radikalislamische Hamas eine Feuerpause aber ablehnte und weiter Raketen auf Israel abschoss, nahm auch Israel nach etwa sechs Stunden seine Luftangriffe auf den Gazastreifen wieder auf. Die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete unter Berufung auf einen ranghohen israelischen Repräsentanten, es seien "harte Schläge gegen Terrorziele in Gaza" genehmigt worden.

Nach Angaben der palästinensischen Behörden erhöhte sich die Zahl der Todesopfer bis zum Dienstag auf 192. Nach UN-Angaben sind viele der Opfer Frauen und Kinder. Laut dem UNRWA suchen 17.000 Menschen in von ihm geführten Schulen Zuflucht.

Arabische Liga kritisiert Israel

Israel begehe "Kriegsverbrechen" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", sagte der Vorsitzende der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, bei dem Treffen der Organisation in Kairo. "Israel genießt eine politische Immunität, es begeht Verbrechen, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden", sagte al-Arabi. Der palästinensische Außenminister Riad al-Malki sagte, der Konflikt im Gazastreifen sei "kein Krieg zwischen zwei Armeen oder gegen die Hamas, sondern gegen das gesamte palästinensische Volk und gegen seine Rechte".

Der israelische Militäreinsatz ist die Vergeltung für Raketenangriffe aus dem Gazastreifen. Seit Beginn der Offensive schlugen 800 Raketen in Israel ein. Es gab einen Toten, mehrere Verletzte, darunter vier Schwerverletzte.

Raketenabschüsse von Halbinsel Sinai

Das südisraelische Eilat wurde am frühen Dienstagmorgen nach israelischen Armeeangaben von drei Raketen getroffen. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Israelischen Sicherheitskreisen zufolge wurden die drei Raketen von ägyptischem Boden aus abgefeuert. Dafür verantwortlich seien vermutlich militante Islamisten auf der ägyptischen Halbinsel Sinai, die Ägyptens Vorstoß für eine Waffenruhe übertönen wollten.

Zudem wurden am Dienstagmittag bei israelischen Luftangriffen auf die syrischen Golanhöhen nach Angaben von Aktivisten vier Menschen getötet. Kampfflugzeuge hätten Raketen auf einen syrischen Militärstützpunkt und ein weiteres Ziel abgefeuert, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zwei Wachleute sowie zwei Frauen seien dabei ums Leben gekommen.

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