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Russland laut Kiew und USA mit Panzern in der Ukraine

Kämpfe dauern an  

Kiew: Russische Militärkolonne in die Ukraine eingedrungen

27.08.2014, 23:51 Uhr | dpa, AP, AFP

Russland laut Kiew und USA mit Panzern  in der Ukraine. Russisches Militär - hier wohlgemerkt noch auf russischer Seite, denn Beweisfotos für die Vorwürfe aus Kiew gibt es nicht. (Quelle: Archivbild Reuters)

Russisches Militär - hier wohlgemerkt noch auf russischer Seite, denn Beweisfotos für die Vorwürfe aus Kiew gibt es nicht. (Quelle: Archivbild Reuters)

Auch nach dem Krisengipfel zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko halten die Gefechte in der Ukraine an. Angeblich sind erneut Truppen in den Südosten des Landes eingedrungen. Bei Kämpfen in Donezk und Nowoasowsk gab es mehrere Tote und Verletzte.

Sowohl die ukrainische Armee als auch das amerikanische Außenministerium haben das Eindringen einer weiteren russischen Militärkolonne in den umkämpften Südosten des Landes gemeldet. Es gebe Informationen, dass sich hundert Fahrzeuge, darunter Panzer, Truppentransporter und Grad-Raketenwerfer auf dem Weg in die Ortschaft Telmanowe befinden, hieß es von Seiten der ukrainischen Armee. Die Fahrzeuge seien mit einem Dreieck oder einem weißen Kreis markiert.

US-Außenministerium besorgt

Russische Truppen seien 50 Kilometer hinter der Grenze auf ukrainischem Boden entdeckt worden, ohne dass Details des Einsatzes bekannt wären, teilte das US-Außenministerium mit. Sprecherin Jen Psaki zeigte sich besorgt und sagte, dass der Einfall auf eine russische Gegenoffensive in den seit Wochen umkämpften Städten Donezk und Lugansk hindeute.

"Es ist nicht möglich, 100 Panzer zu kaufen"

Telmanowe liegt rund 80 Kilometer südlich der Separatistenhochburg Donezk und 20 Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt. In der offiziellen Erklärung wird nichts über die genaue Herkunft oder den Zeitpunkt und Ort mitgeteilt, an dem die Kolonne über die Grenze gefahren sein soll. Eine Militärquelle sagte, es gebe keinen Zweifel an der russischen Herkunft. "Es ist nicht möglich, hundert Panzer auf dem Markt in Donezk oder Lugansk zu kaufen. Wir warten auf Foto- oder Videobeweise, um es offiziell mitzuteilen."

Telmanowe liegt etwa 40 Kilometer nördlich der Küstenstadt Nowoasowsk, vor der am Dienstag nach ukrainischen Armeeangaben eine weitere russische Militärkolonne gestoppt wurde. Kiew wirft Russland seit Monaten vor, die Separatisten mit Kämpfern und Waffen zu unterstützen. Moskau bestreitet dies, doch wurden am Montag erstmals zehn russische Soldaten im Osten der Ukraine festgenommen und identifiziert.

Laut Russlands Präsident Wladimir Putin habe die Gruppe "an der Grenze patrouilliert und sich möglicherweise auf ukrainischem Territorium befunden". Doch seien in der Vergangenheit auch mehrfach ukrainische Soldaten auf der russischen Seite der Grenze gewesen.

Nato um Hilfe gebeten

Angesichts der fortdauernden Krise rief der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk die Nato zu Hilfe. Das westliche Militärbündnis müsse auf seinem Gipfel in der kommenden Woche "Schlüsselentscheidungen" für "praktische Hilfe" für sein Land treffen, sagte er bei der Eröffnung eines Kabinettstreffens.

Der scheidende Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte, er rechne schon bald mit "mehr sichtbarer Nato-Präsenz im Osten". Ein Sprecher der Allianz sagte, Rasmussen habe sich dabei aber nicht auf Wünsche baltischer Nato-Mitglieder und Polens nach der Einrichtung dauerhafter Nato-Stützpunkte bezogen.

2000 Tote seit Beginn der Kämpfe

Ungeachtet der jüngsten Friedensbemühungen geht der Konflikt ungebremst weiter: In Donezk sind bei einem Beschuss mindestens drei Zivilisten getötet worden, teilte der Stadtrat mit.

Die von Regierungstruppen gehaltene Kleinstadt Nowoasowsk wurde von mindestens zehn von Rebellen abgefeuerten Granaten getroffen, wie Bürgermeister Oleg Sidorkin sagte. Die Stadt war kurz zuvor bereits beschossen worden. Vier Einwohner wurden verletzt. Die Kämpfe in der Ostukraine haben nach Schätzungen der Vereinten Nationen seit April mindestens 2000 Zivilisten das Leben gekostet.

Schnelles Ende nicht absehbar

Putin und Poroschenko waren am Dienstagabend in der weißrussischen Hauptstadt Minsk zu bilateralen Gesprächen zusammengetroffen. Allerdings gab es auch nach dem zweistündigen Treffen keine Anzeichen, dass ein schneller Beschluss zur Beendigung der Kämpfe zustande kommt. Poroschenko sagte, Putin habe die Grundsätze für einen Friedensplan akzeptiert. Putin bestand allerdings darauf, dass nur Kiew einen Beschluss für eine Feuerpause mit den pro-russischen Separatisten vereinbaren könne. "Das ist nicht unsere Sache. Das ist die Sache der Ukraine", sagte Putin.

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